Lahr

Klavier, Synthesizer und Opernarien - prev

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2021
Duette aus dem „Figaro“: Cornelia Lanz, Mezzosopranistin und Kulturamtsleiterin, und der Lahrer Bariton Menno Koller präsentieren im Film für die Klassik.

Duette aus dem „Figaro“: Cornelia Lanz, Mezzosopranistin und Kulturamtsleiterin, und der Lahrer Bariton Menno Koller präsentieren im Film für die Klassik. ©Jürgen Haberer

In der zehnten Ausgabe des Onlinefestivals „We Live“ treffen ganz unterschiedliche musikalische Felder aufeinander. Bei „Classic meets Electro“ wirkt auch die neue Lahrer Kulturchefin Cornelia Lanz als Opernsängerin mit.

Musik von Bach und Mozart und Arien aus der Oper „Carmen“ treffen auf zeitgenössische Klaviermusik und elektronische Klangcollagen. „Classic meets Electro“ lautete das leider nur in Ansätzen umgesetzte Motto bei den Dreharbeiten zur zehnten Episode des Onlinefestivals „We Live“. Mit am Start auch Lehrkräfte der städtischen Musikschule, Bezirkskantor Hermann Feist und Cornelia Lanz, die neue Leiterin des Lahrer Kulturamtes.
Das erweiterte Format „We Live on Tour“ hat die Macher nicht nur in das Lahrer Parktheater geführt. Sie hat das Team der Rockwerkstatt und die Crew des Ton- und Filmstudios Punchline auch vor eine neue Herausforderung gestellt. Gedreht wurde am Sonntagnachmittag nicht ein Konzert einer eingespielten Formation. Die Episode „Classic meets Electro“ hat Akteure zusammengeführt, die teilweise noch nie gemeinsam auf der Bühne gestanden haben und musikalisch ganz unterschiedliche Felder besetzen.
Auf der einen Seite ein Streichquintett der städtischen Musikschule mit Elisa Schrape, Claudia Bühler und Anke-Bettina Melik an den Violinen, Tigran Hakhumyan an der Bratsche und Andrej Melik am Cello. An der Orgel der evangelische Bezirkskantor Hermann Feist. Dazu zwei Vokalisten, der ebenfalls aus Lahr stammende Bariton Menno Koller und die Mezzosopranistin Cornelia Lanz, die neue Leiterin des Lahrer Kulturamts, die ihre Visitenkarte als versierte Vokal- und Operninterpretin hinterlegte.
Auf der anderen Seite Julian Maier-Hauff und sein Offenburger Kollege Konrad Hinsken, zwei ausgemachte Spezialisten für elektronische Musik, die ihre Soundcollagen und Klangteppiche durch den Einsatz von Blechblasinstrumenten (Maier-Hauff) und Klavier (Hinsken) verfeinern. As Gast die aus der Ukraine stammende Pianistin Anzhelika Kovalenko, die als Klavierbegleiterin und Solistin gleichermaßen agiert.

Musikalische Collage

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Gedreht wurde in mehreren Blöcken mit einigen Wiederholungen. Maik Styrnol wird im Studio den atmosphärischen Fluss herstellen, dafür sorgen, dass dem Publikum am Ende eine musikalische Collage serviert wird, die auch szenisch durch klassische Stil­epochen wandelt, dabei aber immer wieder in die sphärischen Tongemälde des elektronischen Groove entschwebt. Das Muster wurde zu Beginn der Aufnahmesession durchaus erkennbar. Andrej Melik zelebrierte das Prélude aus Johann Sebastian Bachs „Cellosuite Nr. 2“ und setzte damit das Ausgangsthema für eine Trompetenimprovisation von Julian Maier-Hauff. Cornelia Lanz und das Klassikensemble stimmen das „Laudamus te“ und das „Agnus Dei“ aus Bachs h-Moll Messe an, verbreiten barocken Glanz, den Julian Maier-Hauff und Konrad Hinsken im Anschluss mit einer Blues-Improvisation kontern. Eine Klangreise, kontrastreich, spannend und doch homogen.
Etwas ganz Ähnliches gelingt Julian Maier-Hauff und Konrad Hinsken später im Zusammenspiel mit Anzhelika Kovalenko. Synthesizer und
E-Piano kreieren eine hypnotisch wirkende Klanglandschaft, aus der in der Mitte das Klavierstück „Black Earth“ des türkischen Komponisten Fazil Say emporsteigt. Gedämpfte Töne und orientalische Ornamentik, ein Folklorethema. Der Flügel klingt aus, das elektronische Duo greift wieder auf.
Die hier erkennbare Durchdringung unterschiedlicher Klangwelten bleibt insgesamt aber im Ansatz stecken. Aus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ stimmt Menno Koller eine Arie an, gefolgt von zwei Duetten mit Cornelia Lanz. Die stimmlich überzeugende Kulturamtsleiterin kokettiert nach einer Produktionspause für die Kameraleute mit dem feurigen Temperament von Georges Bizets Oper „Carmen“, setzt die atmosphärische Aura des Stoffes auch szenisch um. Es bleibt aber bei einer honorigen Verbeugung vor dem Original ohne erkennbares Experiment.
Am Ende dann George Gershwins Klassiker „Summertime“, ein eher klassisch angelegtes Arrangement von Konrad Hinsken für Stimme, Saxofon, Streicher und Klavier.

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