Nachruf

Der Altdorfer Künstler Yoshiyuki Kakedo ist tot

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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08. November 2017

Yoshiyuki Kakedo und Isolde Warwin ©Jürgen Haberer

Yoshiyuki Kakedo zählt zu den stillen Meistern einer abstrakten, immer auch meditativ angelegten Malerei, die oft den Ansätzen einer von der konkreten Kunst geprägten Bildsprache folgt. Am 24. Oktober ist der gebürtige Japaner nach kurzer schwerer Krankheit in Altdorf verstorben.        

Seine Arbeiten versetzen den Betrachter immer wieder neu in Erstaunen. Winzige Punkte, in farblichen Abstufungen aufeinandergesetzt, reihen sich in scheinbar endlosen Kolonnen aneinander, konfrontieren den Betrachter mit variierenden Farbräumen auf engstem Raum. Er muss sich konzentrieren, um sich nicht in den oft mehrere Quadratmeter großen Gemälden zu verlieren. Die akkurat gesetzten Punkte geraten sonst schnell in Bewegung, lösen die Zentrierung des Blickes auf. 

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Kunst in der Synagoge
Nach Jahren der Wanderschaft ist Kakedo erst in der Kunststadt Düsseldorf gelandet, bevor er 1998 mit seiner Frau, der Künstlerin Isolde Wawrin und der gemeinsamen Tochter in die südliche Ortenau nach Altdorf übergesiedelt ist. 
Das Paar hat die leerstehende, ehemalige Synagoge des Heimatdorfes von Isolde Wawrin in Altdorf übernommen und den Gebetsraum in eine Kunsthalle verwandelt, in der in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 50 Künstler ihre Werke ausgestellt haben. 
Das unmittelbar darüber gelegene Atelier des Künstlerpaares war aber das eigentliche Wohnzimmer von Yoshiyuki Kakedo, hier hat er sich bis zum Schluss seiner eigenen Kunst gewidmet. 
Jetzt ist der am 30. März 1953 in der Region Kyoto, in Japan geborene Künstler  Yoshiyuki Kakedo gestorben. 
Sein Werk umfasst abstrakte und konkret-konstruktive Malerei, Graphiken, Zeichnungen und Objektkunst. Seine aus Punkten gebildeten Farbräume und Raumkonstruktionen vermögen ebenso zu faszinieren wie die auf feinen Strichen basierenden Landschaften. 
 

Leidenschaftlicher Koch
Yoshiyuki Kakedo hat am Oberrhein und im Rheinland, aber auch im europäischen Ausland immer wieder ausgestellt. Er hat aber vor allem im Stillen gewirkt, das Thema Kunst immer auch mit meditativen und spirituellen Ansätzen in Verbindung gebracht. 
Einen Namen hat sich Yoshiyuki Kakedo aber auch als leidenschaftlicher Koch gemacht. Seine Büfetts mit Feinheiten der asiatischen Küche sind ebenso legendär wie die intensiven Kunstgespräche an der langen Tafel im Atelier, die stets zu einer Vernissage in der »Kunsthalle Altdorf« gehören.
Die Trauerfeier ist am Freitag, 10. November, 14 Uhr, in der »Kunsthalle Altdorf«.

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