Kultur

»Die Kunst hilft Probleme zu lösen«

Autor: 
Hagedorn Jutta
Lesezeit 5 Minuten
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05. Juni 2013
Ulrich Marx - Freuen sich auf das Künstlersymposium (v.l.): Kulturamtschef Simon Moser, Rainer Nepita und Axel Bleyer (Künstlerkreis) und Wolfgang Reinbold (Stadt Offenburg).

(Bild 1/4) Ulrich Marx - Freuen sich auf das Künstlersymposium (v.l.): Kulturamtschef Simon Moser, Rainer Nepita und Axel Bleyer (Künstlerkreis) und Wolfgang Reinbold (Stadt Offenburg).

Die Kunst als Brückenbauer zwischen den Partnerstädten in Europa: Das ist die Idee hinter dem Künstlersymposium Offenburg vom 10 bis 17. Juni.

Offenburg. Offenes Atelier, »Tatort Kultur«, Vernissage und Künstlerfest sowie eine Ausstellung sind der Rahmen des Künstlersymposiums 2013 in Offenburg, zu dem der Künstlerkreis Ortenau und die Stadt Offenburg einladen. Am Montag stellten Kulturamtsleiter Simon Moser, Axel Bleyer und Rainer Nepita vom Künstlerkreis sowie Wolfgang Reinbold, der Partnerstadtbeauftragte Offenburgs, das Programm vor.

»Europa und die Demokratie hat für Offenburg einen hohen Stellenwert«, sagte Moser und erinnerte an die grenzüberschreitenden Projekte. Kultur und bildende Kunst hätten hier eine besondere Funktion. Moser verwies etwa auf den Übersetzerpreis der Stadt Offenburg wie auf den trinationalen Oberrheinischen Kunstpreis.

Das Künstlersymposium nun ermögliche den direkten Austausch für Künstler aus verschiedenen Nationen und mit der Bevölkerung. Die Idee stamme vom Künstlerkreis Ortenau, angeregt durch »schöne Erfahrungen« beim Symposium in Weiz 2008, so Rainer Nepita und Axel Bleyer.

An dieses Erlebnis wollte man anknüpfen und den Austausch auf breiterer – der Partnerstadtebene – fortsetzen. Teilnehmen werden Thomas Suchomel und Stefan Knechtel aus Altenburg, Marta Wasilewska-Fragnowksa und Anna Dronska aus Olsztyn, Hubert Brandstätter und Walter Kratner aus Weiz, Pierre Genot und Maud Giraul aus Lons-le-Saunier sowie Beate Knapp und Manfred Schlindwein vom Künstlerkreis. Aus dem italienischen Pietra Ligure und dem englischen Borehamwood seien keine Rückmeldungen gekommen, bedauerte Reinbold, für den dieses Symposium von großer Bedeutung für die inhaltliche Weiterentwicklung und Ausgestaltung der Städtepartnerschaften ist. Im kommenden Jahr werde man immerhin 50 Jahre Partnerschaft mit Weiz feiern. Städtepartnerschaften schüfen menschliche Beziehungen, Freundschaften, die einen »anderen« Blick auf die Länder Europas – jenseits des politischen – ermöglichten.

Man habe darauf geachtet, dass professionelle Künstler aus verschiedenen Sparten der bildenden Kunst teilnehmen und den Städten selbst überlassen, welche Künstler sie schicken, so Nepita. Schlindwein und Knapp seien vom Künstlerkreis ausgewählt worden, erläuterte Bleyer. »Wir haben uns gefreut, dass die Franzosen zugesagt haben« und »waren überrascht, dass aus Polen junge und andere Künstler kommen, als wir kennengelernt haben.«

Walter Kratner und Hubert Brandstätter sind »alte Bekannte« in Offenburg; Brandstätter war sogar Dozent der Sommerakademie der Kunstschule. Er freue sich auf ein Wiedersehen mit lieben Freunden und Bekannten, sagt er auf Anfrage der Mittelbadischen Presse.

Sein Thema sei jedoch »die Möglichkeit des überregionalen Austausches«, die »Rekonstruktion des Menschen«, erklärt er. »In einer Zeit, in der die Informationsflut für mich kaum mehr fassbar ist, versuche ich in der Kunst zumindest ein paar verlässliche Marken zu setzen. Den Menschen auf Wesentliches zu reduzieren, um ihn nicht, wie in unserer Zeit teilweise bereits geschehen, völlig aus den Augen zu verlieren.«

Kunst sei für ihn eine der letzten Möglichkeiten, sich unabhängig reflektieren zu können, sagt Brandstätter auf die Frage, was für ihn »Kunst im europäischen Haus« bedeutet. »Darüber hinaus ist sie eine Spielform der Kreativität. Allein wahrhaftige Reflexion und kreatives Denken und Handeln vermögen Probleme zu lösen und eine Gesellschaft weiterzuentwickeln.«

Die Kunst könne ihren Beitrag dazu leisten und dies in jedem Kommunikationsraum – ob Gruppe, Staat oder Europa, meint Brandstätter.

Das Logo – ein Auge, ein Herz und ein Ohr – ist ein Entwurf Schlindweins, »der sofort übernommen wurde«, betonte Nepita. »Es ist spontan im Atelier entstanden«, sagt Manfred Schlindwein auf Nachfrage dazu. »Das Auge hatte ich ursprünglich für einen anderen Druck geschnitten. Die Idee entwickelte sich: Auge (sehen) – Ohr (hören) – das Herz in der Mitte steht für alle Emotionen«, erklärt der Künstler.

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Am meisten freue er sich auf das gemeinsame Gestalten und Austauschen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, sagt Schlindwein. Auf die Frage, ob er schon ein bestimmte Projekt im Auge habe oder sich vor Ort inspirieren lassen, meint er: »Teils, teils. Material habe ich bereitgestellt, erste Ideen und Skizzen sind da – aber ich möchte mich auch durch neue Eindrücke und Begegnungen inspirieren lassen.«

Arbeiten werden die zehn Künstler hauptsächlich im Artforum, wo sie zu bestimmten Zeiten besucht werden können – und der Besucher sich mit ihnen unterhalten kann. Im »Tatort Kultur« wird sich Moser mit den Teilnehmern über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Mechanismen auf dem europäischen Kunstmarkt unterhalten. Mit Händen und Füßen, wenn es sein müsse, so Moser lachend, aber auch mit Dolmetscher, beruhigte Reinbold. Und am Schluss werde ordentlich gefeiert.

Symposium

Zehn Künstler aus fünf Partnerstädten werden vom 10. bis 17. Juni im Artforum ein Symposium abhalten.

Offenes Atelier: 10. bis 14. Juni, 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr.

Tatort Kultur: Donnerstag, 13. Juli, 19 Uhr. Gespräch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten des europäischen Kunstmarktes.

Vernissage + Künstlerfest: Sonntag, 16. Juni, 17 Uhr. Präsentation der Kunstwerke und gemeinsames Feiern.

Ausstellung: Montag, 17. Juni, 10-12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Gespräche, Überraschungswerk und Verkauf.

red/joth

www.kuenstlerkreis-ortenau.de

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