Neue CD

Dream Control bringt Elektronik-Album »Zeitgeber« heraus

03. November 2016
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Es war einmal: Männer trugen die Haare bis zur Hüfte, und die progressive Musikszene feierte episch lange Lieder. Zu Beginn der 1970er-Jahre tauchten dann zunehmend Bands auf, bei denen die Instrumente gegen jede Menge Elektronik, Türme von Equipment und diverse Tastaturen getauscht wurden. Die Automatisierung der Musik begann und war nicht unumstritten, lange bevor der Computer kam. 

Als dann aber plötzlich mit synthetischer Klanggewalt Newcomer wie Kraftwerk mit ihrem »Autobahn«-Album selbst über amerikanische Highways bzw. durch die Hitparaden brausten, wurde elektronische Musik zur Weltmarke  made in Germany. Die Elektrolurche waren da, typisch deutsche Tüftler und Bastler, fröhlich pfeifende Ingenieure des Pop. Zum musikalischen Markenkult gehörten Meilensteine wie Tangerine Dream und Birth Control. Letztere einst mit Hugo Egon Balder am Schlagzeug und etwas weniger elektronisch, aber wegen Keyboarder Zeus B. Held dennoch in Nähe zu den orgelnden Forschern der Gründerzeit. 

Eigene Träume gestalten

Jetzt haben sich zwei Urgesteine aus der legendä­ren Krautrock- und Elektromusikszene zusammengetan. Der Berliner Steve Schroyder, ehemals bei Tangerine Dream, startete mit dem Freiburger »Geburtenkontrolleur« Held ein neues Musikprojekt: Dream Control. 
Schon namentlich irgendwie das Beste aus beiden Namenswelten und ein neues Programm. »Traumkontrolle ist unser Hinweis an die modernen Zeitgenossen, die eigenen Träume so zu gestalten, dass sie dir Kraft geben«, sagt Held. Das zum Jahresende kommende Elektronik-Album »Zeitgeber« (Planetware Records, München) verspricht ein Klanghammer zu werden. Hört und sieht man sich ihren Opener »Kant Can Dance« auf YouTube an, dann ist den alten Helden der Sprung in die Moderne voll gelungen. 

Filmausstellungen 

Aus Manchester kommt Sängerin Bianca Kinane. Felix Mönnich und Simon Kolja steuern als »Alien Voices« obertönigen Kehlkopfgesang bei. Mit ohrwurmigen Reminiszenzen an Yello oder Flash & The Pan ist das musikalisch vom Feinsten. Filmemacher Christoph Böll, Sohn des Literaten Heinrich Böll, verfilmte bereits die neuen »Pforten der Wahrnehmung« von Dream Control und sorgt seither mit Filmausstellungen über die Band für Furore. 
Bereits im letzten Jahr reichten den Veranstaltern des berühmten Schallwelle Elektronik Festivals erste noch unveröffentlichte Hörproben, um Dream Control den Preis für die »Entdeckung des Jahres 2015« zu verleihen. Starkes Stück: In einem Alter, in dem man nach dem Alter nicht mehr fragt, noch als Newcomer geehrt zu werden! Konzerte entlang des Oberrheins sind in Planung, freuen wir uns drauf. 

Autor:
Jürgen Stark

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