Drei Formationen in der Reithalle

Festival »Irish Spring« brachte Schwung und Heiterkeit

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
07. März 2018
Mitreißend: Die kanadischen Schwestern Cassie und Maggie MacDonald.

Mitreißend: Die kanadischen Schwestern Cassie und Maggie MacDonald. © Jürgen Haberer

Die klirrende Kälte des Spätwinters hatte sich kaum verflüchtigt, schon wehte mit viel Schwung der Frühling über die Bühne der Reithalle. Am Sonntagabend gastierte dort das Festivalformat »Irish Spring«.  

 Das Timing passte in diesem Jahr perfekt. Am ersten etwas milderen Abend des sich gerade erst ankündigenden Frühlings machte am Sonntag die 18. Auflage des Festivalformats »Irish Spring« Station in Offenburg. In der beinahe ausverkauften Reithalle präsentierten sich zwei Formationen aus Irland und zwei Schwestern aus Kanada, die in ihrer Musik die gälische Tradition des schottischen Hochlandes fortschreiben. 

Deutlicher als in den letzten Jahren manifestierten sich dabei die heitere, schwungvolle Seite der irischen und keltischen Folklore, der mitreißende, pulsierende Groove der Jigs und Reels, aber auch der Zauber und Charme des Stepptanzes.

Den Auftakt des Abends markierte ein junges Trio aus Connemara, einer traditionsreichen gälisch geprägten Landschaft an der Westküste Irlands. Ciarán Bolger (Gitarre, Gesang) und die beiden Brüder Conall und Séamus Flaherty tauchten ein in eine wunderbar authentische Klanglandschaft. Auf der einen Seite die alten, überlieferten Gesänge, der Klang von Harfe und Rahmentrommel (Séamus), die Hornpipes (Conall), die in den Balladen und Instrumentals den typischen Charme der irischen Folklore verströmten. Auf der anderen Seite der Geist der Erneuerung, der viele Songs des Trios prägt. Hinzu kamen die furiosen Tanzeinlagen von Séamus, dessen Füße immer wieder in einem wilden Stakkato auf den Bühnenboden hämmerten. 

- Anzeige -

Eine Prise American Folk

Schwungvoll und mitreißend auch der Auftritt der kanadischen Schwestern Cassie und Maggie MacDonald. Das Duo aus Nova Scotia vermischt die traditionellen Gesänge und Klänge ihrer im 18. Jahrhundert ausgewanderten Vorfahren mit einer kräftigen Prise American Folk. Ihre Darbietung ließ am Sonntagabend den Funken endgültig überspringen. Sie bereitete den Boden für die nach der Pause auftretende Formation Ríanta und die finale Festivalsession mit allen Akteuren. 

Conor Moriarty (Knopfakkordeon), Karen Hickey (Geige), Kieran Leonard (Rahmentrommel) und Cillian O’Dalaigh (Gitarre, Gesang) wirbelten energiegeladen durch die Stilarten und Klangwelten Irlands, puschten das begeistert mitgehende Publikum immer wieder an das Limit. Viel mehr als das am Sonntag Gebotene kann man von den Vorboten des irischen Frühlings nicht erwarten.           
 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick hat den Ehrenpreis erhalten.
Berlin
vor 4 Stunden
Viele Künstler mit Migrationshintergrund und Filme zwischen Politik und Mystik: Diese Trends haben die Gala der First Steps Awards für den Filmnachwuchs in Berlin geprägt.
Gary Kurtz ist tot.
London
vor 4 Stunden
Der «Star Wars»-Produzent Gary Kurtz ist tot. Kurtz sei im Alter von 78 Jahren in London an Krebs gestorben, teilte seine Familie am Montag mit. Der in Los Angeles geborene Produzent wurde durch seine Zusammenarbeit mit Regisseur George Lucas bekannt.
Auftakt zur Festwoche klassischer Musik
vor 9 Stunden
Ein Fest für Ohren und Augen war die Eröffnung der Festwoche klassischer Musik in Oppenau am Wochenende. Bilder von Tilmann Krieg beantworteten die Frage: Wie klingt Venedig?
Kabarett
vor 18 Stunden
Knapp eine Woche nach seinen 60. Geburtstag, hat Kabarettist Matthias Deutschmann wieder einmal in Lahr seinen Hut in den Ring geworfen. Die politische Großwetterlage liegt dem Mann mit dem Cello schwer im Magen, sein aktualisiertes Programm »Wie sagen wir’s dem Volk?« setzt trotzdem auf die eher...
Ausstellung im Toni Merz Museum
vor 22 Stunden
Die Künstlerin Miriam Lenk spielt mit dem Begriff des »elan vital« von Henri Bergson und stellt das künstlerische Ergebnis ihrer Betrachtungen derzeit im Toni Merz Museum in Sasbach vor.
Der Filmemacher Ottokar Runze ist tot.
Neustrelitz
24.09.2018
Der mehrfach preisgekrönte Filmregisseur und Produzent Ottokar Runze ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren am Samstag im Kreis seiner Familie in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern), wie ein Sprecher seiner Familie mitteilte.
Alyssa Milano brauchte drei Jahrzehnte, um sich ihren Eltern anzuvertrauen.
Los Angeles
24.09.2018
Die US-Schauspielerin Alyssa Milano (45) hat in einem Essay ausführlich erklärt, warum sie einen sexuellen Übergriff in Jugendjahren bis heute nicht angezeigt hat.
Robert und Clara Schumanns Wohnhaus in Düsseldorf soll ein Museum werden.
Düsseldorf
24.09.2018
Der Ausbau der bisherigen Gedenkstätte für den Komponisten Robert Schumann (1810-1856) in Düsseldorf zu einem Museum ist beschlossene Sache. Etwa im Oktober 2020 solle der rund 3,2 Millionen Euro teure Umbau eines ehemaligen Wohnhaus des Musikers beendet sein, erklärte die Stadt.
Ausstellung im Alten Kapuzinerkloster
24.09.2018
Die Freiburger Künstlerin Mascha Klein stellt im Alten Kapuzinerkloster Haslach aus. Die hauptsächlich mit Kohle gezeichneten Porträts zeigen die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen und psychischer Abgründe.
150 Mitwirkende standen bei Frank Zappas »200 Motels« auf der Bühne im Straßburger Zénith. Rund 2000 Zuschauer erlebten eine denkwürdige Vorstellung.
Festival »Musica« in Straßburg
24.09.2018
Frank Zappas »200 Motels Suiten« markierten am Freitagabend den Auftakt der 35. Auflage des Festivals »Musica«. Knapp 150 Akteure boten im Straßburger Zénith ein überbordendes Musikspektakel im Spannungsfeld zwischen Popkultur und zeitgenössischer Klassik.  
Die roten Schuhe hat Rainer Braxmaier vor zwei Jahren für die Offenburger Schaufensterausstellung gemalt.
Ausstellung
23.09.2018
Mit einem Künstler, der fast von Anfang an dabei ist, startete der Künstlerkreis Ortenau am Sonntag, 23. September, in die Ausstellungssaison 2018/19. Rainer Braxmaier gibt Einblicke in sein Schaffen.
Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums, zeigt das künstlerische Werk eines Reiters im Indischen Stil (Afghanistan, vor 1854, Mica, bemalt).
Hildesheim
21.09.2018
Mit der Zerstörung des Kulturgutes von Afghanistan beschäftigt sich das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim.