20. Hausacher Leselenz:"Leselenz-Preis für Junge Literatur"

Finn-Ole Heinrich ist erster Preisträger

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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06. Mai 2017

(Bild 1/2) ©Claudia Ramsteiner

Die Leselenzstadt vergibt zur Eröffnung des 20. Literturfestivals »Hausacher Leselenz« am 7. Juli erstmals den »Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur«. Der mit 5000 Euro dotierte Literaturpreis geht an Finn-Ole Heinrich.

»Wenn man nur über alles lacht, dann ändert sich doch nichts«, zitierte Ulrike Wörner, die stellvertretende Festivalleiterin des Hausacher Leselenzes, aus der Trilogie »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt«. Sie gab bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Hausacher Rathaus den ersten Preisträger des neuen Leselenz-Preises für Junge Literatur bekannt:  Finn-Ole Heinrich sei »einer der außergewöhlichsten Jungliteraten«. 
Finn-Ole Heinrichs Heldin Maulina könne als Motto für sein Werk gesehen werden: »Seine Bücher muten ihren Lesern, ob jung oder alt, etwas zu«. Der Autor, der bei der Kinder- und Jugendliteraturwoche »kinderleicht & lesejung« auch schon mal die ganze Stadthalle voller Kinder in seinen Bann zog, habe sich riesig über die Nachricht gefreut, sagte Festivalleiter José F. A. Oliver. 

Pilotprojekt
Es sei weniger die typische Kinder- und Jugendliteratur, sondern vielmehr eine Literatur der jungen Helden und Heldinnen, die Finn-Ole Heinrich mit Frerk, Maulina und all den anderen geschaffen habe: eine literarische Welt, die mühelos zwischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenliteratur balanciert und die das Tor zu vielen neuen Welten öffnet«, heißt es in der Begründung der Jury zur Auszeichnung.

Der mit 5000 Euro dotierte »Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur« sei zunächst als Pilotprojekt auf die Dauer von drei Jahren angelegt und werde für ein bisher veröffentlichtes Gesamtwerk vergeben, erläuterte Oliver am Donnerstag. Er hoffe aber auf eine langfristige Kooperation und verhehlte nicht, dass für ihn mit der Schaffung eines Literaturpreises zum 20. Hausacher Leselenz ein Traum in Erfüllung gehe. Auch die »gute Fee«, die ihm diesen erfüllt hat, war am Donnerstag ins Hausacher Rathaus gekommen. 

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Entscheidung für Hausach
Doris Sistiaga-Thumm erzählte von ihrem verstorbenen Mann Gerhard, einem literaturverliebten Apotheker, der die Gründung einer Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur testamentarisch verfügt hatte. Sitz der Stiftung ist in Aspach, ihr Wirkungsbereich ist aber nicht lokal beschränkt. Warum nun gerade ein Literaturpreis in Hausach? »Ich habe mir überlegt, wo ich das Geld sinnvoll einbringen kann, wo es etwas Besonderes ist«, sprach Doris Sistiage-Thumm von den Kontakten zu José Oliver. Nach ihrem ersten Besuch beim Hausacher Leselenz im vergangenen Jahr sei klar gewesen: »Das ist wunderbar, was hier passiert, das kann ich nur unterstützen«. 

Die Stifterin bildete für die erste Preisverleihung gemeinsam mit José F. A. Oliver und Ulrike Wörner die Jury. Im nächsten Jahr wird der aktuelle Preisträger mitjurieren, die Stiftungsgründerin wird dann noch als Beisitzerin mit Vorschlagsrecht mitwirken. Sie wird gemeinsam mit Hausachs Bürgermeister Manfred Wöhrle den »Preis für Junge Literatur« zur Eröffnung des Hausacher Leselenz’ am Freitag, 7. Juli, in der Hausacher Stadthalle übergeben. Die erste Laudation werden José F. A. Oliver und Ulrike Wörner halten.  

 

Zur Person

Finn-Ole Heinrich

Finn-Ole Heinrich, geboren 1982, wuchs in Cuxhaven auf und studierte Bildende Kunst/Film in Hannover; seit 2009 lebt Heinrich als freier Autor in Kiel, Hamburg und Südfrankreich. 
Als Autor debütierte Finn-Ole Heinrich im Alter von 23 Jahren mit dem Erzählband »die taschen voll wasser«. Sein erster Roman »Räuberhände« ist inzwischen Abiturthema in Hamburg, und seine Trilogie »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« wird auch als Theaterstück auf mehreren deutschen Bühnen aufgeführt.
Finn-Ole Heinrich wurde mehrfach ausgezeichnet, für sein Kinderbuch »Frerk, du Zwerg« erhielt der Hausacher Preisträger den Deutschen Jugendliteraturpreis. 

 

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