»Jazz im Keller« mit fünf Konzerten

Hoch komplexe Musik von Johannes Ludwig und seinem Quartett

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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22. Januar 2018
Johannes Ludwig beim Auftritt in Lahr.

Johannes Ludwig beim Auftritt in Lahr. ©Jürgen Haberer

Im vergangenen Jahr hat Saxophonist Johannes Ludwig bei der Vergabe des Neuen Deutschen Jazzpreises den zweiten Platz belegt. Seine Musik ist eigenständig und hoch komplex. Am Freitagabend gastierte der 29-Jährige mit seinem Quartett im Lahrer Stiftsschaffneikeller.

Die vor knapp zwei Jahren vom Kulturkreis Lahr aufgelegte Reihe »Jazz im Keller« bedient ganz klar eine kulturelle Nische. Sie setzt reizvolle Duftmarken, stellt dem Lahrer Publikum immer wieder junge aufstrebende Formationen der deutschen Jazzszene vor. Die Resonanz fällt trotzdem eher bescheiden aus. Es sind selten mehr als zwei, drei Dutzend Zuhörer, die den Weg in den Stiftsschaffneikeller finden. 

Der seit 1984 bestehende Verein lässt sich aber nicht beirren. Er hat für die Reihe im ersten Halbjahr 2018 wieder fünf Konzerte geplant. Am Freitagabend war es der 29-jährige Saxophonist Johannes Ludwig, der sich mit seinem Quartett dem recht erlesenen Kreis der Lahrer Jazzfreunde präsentierte.

Der junge Mann aus dem Odenwald überraschte dabei erst einmal mit einer witzigen Anekdote. Sein erstes Saxophon stammt von dem Lahrer Instrumentenbauer Bruno Walter. Johannes Ludwig hat es 1999 im Alter von gerade einmal elf Jahren erhalten und gleich vor Ort, bei einem Workshop im Stiftsschaffneikeller ausprobiert. Kursleiter Steffen Schorn von der »Kölner Saxophon Mafia« war später auch einer seiner Professoren an der Musikhochschule Nürnberg. 
Knapp zwei Jahrzehnte nach seinen ersten Gehversuchen in Sachen Jazz ist Ludwig nun zurückgekehrt, um einem seiner musikalischen Wurzelstränge nachzuspüren. Begleitet wurde er von seinem Duopartner Andreas Feith am Klavier und zwei Kölner Kollegen: Bassist David Helm und Fabian 
Arends am Schlagzeug.

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Ludwig und Feith bilden das musikalische Zentrum des Quartetts. Die beiden Musiker verstehen sich blind. Ihr immer wieder hin und her wogender Dialog prägt den Sound des Quartetts. Er ist eingängig, letztendlich aber hoch komplex. Es brodelt unter der Oberfläche, des zumeist von Johannes Ludwig stammenden Songmaterials. Saxophon und Klavier schlagen feine Zwischentöne an, kreieren elegante Tongemälde, die nur selten die Hand nach fremden Federn ausstrecken. 

Forschungsarbeit

Die Handschrift des Johann Ludwig Quartetts wirkt ausgereift und überzeugt im Kontext des Contemporary Jazz. Fließende Klangcollagen und kraftvolle Ausbrüche  kommunizieren mit einer musikalischen Forschungsarbeit, die auch das Risiko sucht. Die musikalische Entdeckungsreise bleibt aber immer auch hörbar und erfrischend lyrisch. Und sie stemmt sich gegen die Muster der gängigen Unterhaltungskost. 

Die Reihe »Jazz im Keller« wird am 3. Februar mit dem Freiburger Quartett Mallets & Reeds, um die beiden Lichtgestalten Mathias Stich (Saxophon/Bassklarinette) und Michael Kiedaisch (Vibraphon) fortgesetzt. Am 17. März gastiert die Stuttgarter Sängerin Maria Gießmann mit dem Mareeya Jazz Quartet. Am 28. April folgt dann das Max Zentawer Trio und am 8. Juni das Lars Stoermer Quartett. Info: www.kulturkreis-lahr.de

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