Klub-Konzert

Jazzgitarrist Al Di Meola in Kappelrodeck

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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12. März 2018

Einladung zum Träumen und Genießen: Der Jazzgitarrist Al Di Meola im Casa Vaya in Kappelrodeck. ©Jürgen Haberer

Abseits seines aktuellen Tourneeplans hat der amerikanische Gitarrist Al Di Meola am Sonntag zwei intime, wunderbar feinsinnig angelegte Klub-Konzerte in Kappelrodeck absolviert. Im Duo mit dem Akkordeonisten Fausto Beccalozzi hat er sein Publikum einmal mehr begeistert und verzaubert. 

Der musikalische Werdegang des heute 63-jährige Italoamerikaners Al Di Meola ist wahrlich mit Gold gepflastert. Am Beginn seiner Kariere stand die Zusammenarbeit mit Chic Corea und Stanley Clarke, der erste Grammy kam bereits im Jahr 1975. Zwei Jahre später wurde er als jüngster Musiker überhaupt von der Zeitschrift 

»Guitar Player« als bester Jazzgitarrist ausgezeichnet. In den frühen 1980er-Jahren tourte Di Meola dann mit John McLaughlin und Paco de Lucia. Der 1981 veröffentlichte Mitschnitt eines Konzertes in San Francisco wurde millionenfach verkauft. 
Al Di Meola gilt nicht nur als Meister schwindelerregender Gitarrenläufe. Sein Spiel auf der Sechssaitigen ist ungemein klar und perlend, sein Stil nahezu einzigartig. Jazz und Latin fließen zusammen, der Charme der spanischen Gitarrenmusik bricht immer wieder durch, eine manchmal fast schon aufreizende Leichtigkeit der musikalischen Gesten. 
Genau hier hat nun auch das etwas abseits des aktuellen Tourneeplans angesetzte Gastspiel im Vaya Casa in Kappelrodeck angedockt. Der begrenzten Besucherkapazität des Eventhauses geschuldet, absolvierte der Musiker zwei am Ende restlos ausverkaufte Konzerte vor zusammen rund 500 Zuhörern. 

Elegante Klangreise

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Al Di Meola und der Akkordeonist Fausto Beccalozzi warteten an diesem Abend mit einer akustisch geprägten Klangreise voller Feinheiten und Eleganz auf; mit einem musikalischen Dialog, dem über weite Strecken ein ganz besonderer Zauber anhaftete. Gitarre und Akkordeon umgarnten sich, tauschten im Kontext einer nie aufgeregten Klangrede musikalische Gedanken aus. Hier das Thema eines Tangos von Astor Piazzolla oder eine Milonga, da ein paar Appetithappen aus dem brandneuen Album »Opus«, eine folkloristische Reminiszenz. 

Der immer wieder entspannt plaudernde Gitarrist und sein Partner bescherten dem Publikum einen in zwei Partitionen servierten Konzertabend der Extraklasse, eine Einladung zum Träumen und Genießen. Al Di Meola präsentierte sich in Kappelrodeck nicht nur als technisch ausgereifter, immer wieder brillant agierender Gitarrist. Er strahlte auch die Aura eines in sich ruhenden Musikers aus, der den Auftritt in der Geste einer musikalischen Meditation absolvierte, in der sich dann urplötzlich wieder schwindelerregende Klangperlen manifestierten. 

Als Zugabe platzierte Al Di Meola dann mit »She’s Leaving Home« einen Klassiker der Beatles und das vor mehr als 40 Jahren mit Paco De Lucia eingespielte »Mediterranean Sundance«, den übrigens einzigen Klassiker dieses wunderbaren  und verzaubernden Abends.

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