Kultur

Klackernde Sohlen auf Parkett

Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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28. Juli 2004
Die Elevinnen des Ballettstudios Gründler begeisterten die Zuschauer bei »Tanz 2004«: Klassisches Ballett und modernen Tanz zeigten sie in ihren abwechslungsreichen Darbietungen. Als Solistinnen engagierten sich drei »Ehemalige« der Schule.
Offenburg. Blumen und skandierte Jubelrufe begleiteten Nausikaa Gründlers Dankesworte auf der Bühne: Die Zuschauer waren von der Vorführung »Tanz 2004« des Ballettstudios Gründler in der Offenburger Reithalle restlos begeistert. Die Liebe und die Fantasie, die auf die Vorbereitungen verwandt worden waren, machte die Darbietungen der Elevinnen zu einem Erfolg. Vielfalt bewiesen die einzelnen Gruppen in ihrem Können, beispielsweise die Mädchen von der »Lady Parade«: Mit Hütchen, Handtasche und Satinkleidchen zeigten sie eher klassische Schrittfolgen, bevor sie - neckisch im Bikini - etwas kecker über die Bühne tanzten. In »Neue Stelle« wirbelten die Elevinnen mit dem Staubfänger - eine dynamische kleine Truppe, die Witz und Spaß verbreitete. Goldige »Pralinen« Dass Gründler auf sinnfällige Details achtet, bemerkte man bereits zu Beginn: Die kleinen »Pralinen« - die jüngsten Tänzerinnen ab vier Jahren - glänzten in ihren gold durchwirkten Röckchen und posierten herzallerliebst in ihren »Schälchen«. Die etwas älteren wurden mit schwierigeren Choreografien bedacht. Ob russischer, irischer oder sizilianischer Tanz: Die Schülerinnen verstanden es, ihre Choreografie exakt umzusetzen. In abwechslungsreichen Figuren brachten sie die Lebensfreude zum Ausdruck, die dem Tanz innewohnt. Einer der Höhepunkte der Aufführung war das Adagio aus »La Bayadère«: In überaus steifen Tütüs und mit Spitzentanzschuhen zeigten sie gekonnt klassisches Ballett mit den entsprechenden Schritten und Positionen. Allerliebst wirkten auch die »Dornröschen«, die in langem Tüll einen Walzer zeigten. Begeisterung brach im Publikum bei den Modern-Dance-Vorführungen aus: Rasante Bewegungen und eine gut abgestimmte Lichttechnik verliehen den Darbietungen Professionalität. Und obwohl alle Gruppen mit reichem Applaus belohnt wurden, gab es fürs Publikum nur beim letzten Beitrag - »Matrix« - die Möglichkeit, eine Zugabe zu fordern. Nach einer kurzen Verschnaufpause entführten die Tänzerinnen ein weiteres Mal in die bizarre Welt des Kino-Filmes. Spanisches Flair Abgerundet wurde der Abend »Tanz 2004« durch die Stepp-Gruppe. In atemberaubendem Tempo ließen die Tänzerinnen ihre Sohlen klackern. Ihre zweite Darbietung inszenierten sie als witzige Bahn- steig-Szene und bewiesen, dass sie auch im Sitzen flink sind: Beinarbeit pur! Stürmischen Applaus ernten auch die Flamenco-Tänzerinnen, die mit fraulicher Anmut spanisches Flair in die Reithalle brachten. Eine gute Tradition habe, dass auch Ehemalige das Programm bereichern, freute sich Nausikaa Gründler. In diesem Jahr zeigte Céline Gabrysch eine charmante Impression zur Melodie aus dem Film »Amelie«: Das lustige Klimpern der Musik wurde in Tanz übersetzt, der mit spitzbübischem Charme wirkte. Daniela Näger im luftigen Sommerkleidchen mischte in ihrem Beitrag verschiedene Elemente. Henriette Woile, die seit zwei Jahren in Amsterdam studiert, füllte die Bühne mit einem expressionistischen Stil. Zu »If it wasn`t« von Heather Headly bewegte sie sich in ihrem schlichten, schwarzen Kleid gleichermaßen gefühlsvoll wie impulsiv und nutzte auch den Boden für ihre Figuren.

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