Astana Symphony Orchestra aus Kasachstan in Lahr

Kraftvoll und ungemein frisch im Wechselspiel der Klänge

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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16. März 2015

Das Astana Symphony Orchestra mit dem Solisten Dmitriy Tkatschenko. ©Jürgen Haberer

Das durchweg mit jungen Musikern besetzte Astana Symphony Orchestra aus der Hauptstadt von Kasachstan überzeugte beim Gastspiel in Lahr mit einer reifen Leistung. Solist Dmitriy Tkatschenko sprang kurzfristig für Aiman Mussakhajayeva ein.

Aiman Mussakhajayeva wäre gerne mit nach Lahr gekommen. Die Leiterin der staatlichen Musikhochschule von Astana hat das Orchester nicht nur Ende der 1990er-Jahre mit Studenten ihrer Fakultät aus der Taufe gehoben. Sie hat es auch zu einer beachtlichen Reife geführt, obwohl nach wie vor junge Gesichter das Erscheinungsbild des mehr als 60 Köpfe zählenden Klangkörpers bestimmen.

Das Orchester, das als Schmelztiegel der unterschiedlichen Ethnien des Landes längst als Repräsentant eines modernen, weltoffenen Kasachstan gilt, musste die Reise ohne sie antreten. Mussakhajayeva musste kurzfristig ihrem sozialen und politischen Engagement Tribut zollen. Staatspräsident Nursultan Nasarbajew hatte persönlich auf ihre Teilnahme an einer wichtigen Sitzung ranghoher Repräsentanten des Landes bestanden.

In die Rolle des Solisten schlüpfte buchstäblich über Nacht der Ukrainer Dmitriy Tkatschenko, ein brillanter Techniker mit einem bemerkenswert vielseitigen Repertoire. Seine musikalische Begegnung mit den jungen Musikern wirkte ungemein frisch und kraftvoll. In einem Wechselspiel voller Dynamik prallten das volle Tutti­ des Orchesters und die nur von wenigen Instrumenten untermalten Solokadenzen seiner Violine immer wieder lustvoll aufeinander.

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Lebhafter Klangreigen

Das gemeinsam aufgeführte Violinkonzert Nr. 2 in d-Moll« von Édouard Lalo, auch als »Symphonie espagnole« bekannt, überstrahlte das Konzert mit seinen dynamischen Wechseln, einem reizvollen Spiel der Klangfarben. Es kokettierte mit volkstümlichen Themen, atmete das Feuer Andalusiens. Unter der musikalischen Leitung von Aidar Torybaev, dem Chefdirigent der Philharmonie Lwiw (Lemberg) und der Tschaikowsky Akademie in ­Kiew wartete das Orchestera mit einem sehr lebhaften Klangreigen auf, den es mit einem schmissig servierten Marsch-thema als Zugabe krönte. Den Auftakt markierte die symphonische Dichtung »Die Mittagshexe« von Antonín Dvorák. Der zweite Teil des Programms konzentrierte sich dann ganz auf die »Symphonie Nr. 3, in a-Moll« von Sergej Rachmaninow.

1935, knapp drei Jahrzehnten nach der wesentlich bekannteren, zweiten Sinfonie entstanden, schöpft das Werk in einem fast schon nostalgischen Ansatz aus der Klangsprache der Romantik, die mit eingestreuten Modernismen konfrontiert wird. Auch hier beeindruckte das Orchester mit einer feinen Klangsprache, einem beherzten Ansatz, den das Publikum mit reichlich Applaus belohnte.

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