Musiktheater im Alten Kapuzinerkloster

Markus Streubel und Markus Herzer huldigten James Bond

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
27. Februar 2018
Selbst die britische Hymne wurde von Markus Streubel und Markus Herzer in ihrer James-Bond-Persiflage verulkt.

Selbst die britische Hymne wurde von Markus Streubel und Markus Herzer in ihrer James-Bond-Persiflage verulkt. ©Andreas Buchta

Markus Streubel und Markus Herzer, zwei Profis aus süddeutschen Musical-Kreisen, rückten am Sonntagabend im Alten Kapuzinerkloster mit »Mr. Bond – Die Hoffnung stirbt zuletzt« den Agenten Ihrer Majestät ins rechte Scheinwerferlicht. 

 Allein schon die Staffage auf der Bühne ist ein absoluter Hingucker: Mehr oder weniger auffällige, aber gefährlich wirkende Gerätschaften, eine tückisch blinkende Weltkarte und weibliche Torsi mit Befestigungspunkten für Frauenporträts. Eine Stimme aus dem Off gibt Anweisung, die Plätze einzunehmen und das Rauchen einzustellen für den bevorstehenden ersten Dreh. 

Denn der Saal ist Schauplatz einer Filmproduktion über die Weltretter-Figur James Bond, mitten im Hauptquartier des Superschurken Dr. Nofinger. Die Zuschauer sind die Komparsen, derer sich die beiden Produktionsassistenten Markus Streubel und Markus Herzer während des Abends ungeniert bedienen. Da wird etwa eine Zuschauerin verpflichtet, Bond eine schriftlich fixierte Liebeserklärung zu machen – und sie bringt das überraschend stilecht.

Verdächtiger Lieferwagen

Das Ganze wird zu einer chaotischen Produktion mit Hindernissen bis hin zum totalen Blackout, der nur mühsam mit Taschenlampen behoben wird. 
Immer wieder droht der Weltuntergang. Und immer wieder wird die Welt in letzter Sekunde gerettet. Dauernd taucht der verdächtige graue Lieferwagen im Rückspiegel auf. Er wird am Ende – nachdem Bond in letzter Sekunde eine tickende Bombe entschärft hat – zum Liebesnest beim Happyend in Sean-Connery-Manier. 

- Anzeige -

Die Superschurken wie Dr. Norbert Nofinger tauchen alle auf und das in herrlich überhöhter Karikatur. »Sie werden überwacht! Spielen Sie einfach unauffällig mit!«, werden die Zuschauer und Komparsen gewarnt. Währenddessen stimmt Markus Herzer auf dem Klavier die James-Bond-Soundtracks an. Und Markus Streubel präsentiert stimmgewaltig und in perfekt choreografierten Tänzen die unsterblichen Songs aus den Bond-Filmen. Zwischendurch bändelt Streubel immer mal wieder mit Zuschauerinnen an und lässt sich nur ungern zur Weiterarbeit an den Dreharbeiten ermahnen: »Hau ab, ich hab hier was laufen!«

Musical und Comedy 

Die beiden Künstler verehren die Titelfigur aus inzwischen 24 James-Bond-Filmen ganz offensichtlich. Sie setzen ihr zugleich mächtig, aber liebevoll zu, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Das Ganze gestaltet sich zu einem Balance-Akt zwischen Mini-Musical, Comedy und Kabarett. So etwa, wenn die britische National-Hymne »God Save the Queen« in »Gott schütz die Kanzlerin« umgetextet und dazu die berühmte Merkel-Raute gezeigt wird. 

Am Schluss machen Streubel und Herzer aus ihrer Sympathie für den zeitlosen Weltretter keinen Hehl mehr. Sie sagen es  mit den Worten seiner Chefin »M«: »Ich würde es nie sagen, aber James ist einfach der Beste.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Céline Coriat (Maillon, v.l.), Veronika Pögel (Erwachsenenbildung Kunstschule), Maillon-Intendantin Barbara Engelhardt und Michael Witte, Leiter der Kunstschule, stellen das Programm des Kulturbusses vor. 
vor 12 Stunden
Offenburg
Seit 16 Jahren organisiert die Offenburger Kunstschule Fahrten zu Vorstellungen im Straßburger Theater Maillon. Ab November gibt es wieder Angebote.
Raumhohe Seiden-Malereien eines erfolgreichen Künstlers: die Installation „Jellyfish“ von Koho Mori-Newton. 
vor 12 Stunden
Offenburg
Der Kunstverein Offenburg-Mittelbaden zeigt einen Querschnitt durch das Werk des vielseitigen Künstlers Koho Mori-Newton. Die Ausstellung wird morgen mit einer Vernissage eröffnet.
Lichtblitze durchschneiden die Dunkelheit: Szene aus dem Werk „Asterism“. 
vor 12 Stunden
Straßburg
Mit „Asterism“ von Alexander Schubert ist das diesjährige Festival „Musica“ gestartet. Bei der 35-stündigen virtuellen Collage konnte das Publikum kommen und gehen.
Konzert mit großer Aussagekraft: das Eliot Quartett in der Kehler Stadthalle. 
22.09.2021
Kehl
Das Eliot Quartett begeisterte das Kehler Publikum mit einem anspruchsvollen Programm mit Werken von Joseph Haydn, Robert Schumann und Dmitri Schostakowitsch.
Die „Moving Shadows“ versetzten das Publikum in atemloses Staunen. 
22.09.2021
Lahr
Das Ensemble „Die Mobilés“ bot im Lahrer Stadtpark Schattentheater als rasante Bildershow mit ausgeklügelter Choreografie. Dem szenischen Feuerwerk fehlte nur etwas Poesie.
Brillierten als Solisten: Violinistin Lea Balzar und Bratscher Markus Oertel.
21.09.2021
Kehl
Begeisternd und aufmunternd wirkte das grenzüberschreitende Kehler Kammerorchester bei seinem Konzert in der Kehler Stadthalle. Der Abend war ausschließlich Werken von Mozart gewidmet.
Sibylla Elsing (Mitte) glänzte mit ihrer herrlichen Sopranstimme.
21.09.2021
Achern - Fautenbach
Baroque for You gab die ersten Sonntagskonzerte nach dem Corona-Stillstand in der Alten Kirche Fautenbach. Das Publikum feierte das fantastische junge Ensemble.
Die Band Stilbruch beim Konzert in der Offenburger Reithalle. 
21.09.2021
Offenburg
Mit Cello, Geige und Schlagzeug kreierte das Leipziger Trio Stilbruch seinen eigenen Sound. Das selbstgewählte Etikett „New Classic“ führt allerdings in die Irre.
Dietrich Mack.
15.09.2021
Kulturkolumne
Keiner Kultur verdanken wir so viel wie der griechischen. Dafür haben wir uns im 19. Jahrhundert mit Königen revanchiert, im 20. Jahrhundert mit einer brutalen Besetzung, noch später mit einer harten Finanzpolitik und mit sehr vielen Touristen bis in die Gegenwart.
„Aus einer Linie“ im Doppelsinn: Vater Armin Göhringer (links) mit Lea und Jonas bei der Vernissage ihrer Ausstellung in der Karlsruher Galerie Knecht & Burster.
15.09.2021
Zell am Harmersbach
Bildhauer Armin Göhringer stellt in Karlsruhe zusammen mit seinen Kindern Lea und Jonas aus. Die Auseinandersetzung mit der Linie ist dabei das verbindende Element.
Jedermann (Christian Hauser, Zweiter von links) feiert mit Laiendarstellern. 
14.09.2021
Seelbach
Mit der Werkstattfassung „Heute kein Jedermann“ haben Katja Thost-Hauser und ihr Ensemble ein neues Kapitel in der Geschichte der Seelbacher Freilichtspiele aufgeschlagen.
Märchen­erzählerin Sigrid Voigt.
14.09.2021
Offenburg
Sigrid Voigt feiert das 20-jährige Bestehen ihrer Reihe „Märchenzeit für Erwachsene“ am 17. September in der Offenburger Reithalle. Ihr allererster Märchenabend war nicht ganz so zauberhaft.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die Überseecontainer des REDDY Cube ziehen am Check-In-Kreisel am Acherner Stadteingang die Blicke auf sich. 
    vor 13 Stunden
    Innovatives Shopkonzept sorgt für Wow-Effekt beim Küchenkauf
    Ein einzigartiger Auftritt, ein einzigartiges Konzept und eine einzigartige Beratung: All das vereint der REDDY Cube in Achern. Dieses starke Paket sorgt für einen absoluten Wow-Effekt beim Küchenkauf.
  • Das Autohaus Roth KG beschäftigt über 70 Mitarbeiter an drei Standorten in der Ortenau. Nun soll das Team weiter wachsen.
    17.09.2021
    Verstärkung gesucht: Autohaus Roth stellt ein
    Das Autohaus ROTH steht für persönliche Betreuung sowie kundenorientierten Service - und das seit 45 Jahren! Für die Standorte in Offenburg und Oppenau wird Verstärkung gesucht. Das Unternehmen freut sich auf interessante Bewerbungen.
  • Junge Schulabgänger haben in der Ortenau gut lachen: Ihnen stehen eine Vielzahl an Wegen für die passende berufliche Zukunft offen.
    10.09.2021
    Bereits heute an die berufliche Zukunft denken
    Duale Ausbildung, duales Studium oder Studium? Für Schulabgänger ist es nicht einfach, sich für den passenden beruflichen Werdegang zu entscheiden. Denn gerade in der Ortenau gibt es erfolgreiche Unternehmen aller Branchen, die unzählige Karrieremöglichkeiten bieten.
  • 50 Jahre Komfort und Bequemlichkeit: das muss gefeiert werden. Auch bei Möbel RiVo in Achern.
    31.08.2021
    3. und 4. September: Stressless®-Show-Truck bei Möbel RiVo
    Vor genau 50 Jahren, im Jahre 1971, begann eine norwegische Erfolgsgeschichte: Der erste Stressless® Relaxsessel kam auf den Markt. Ein revolutionärer Sessel, der einen neuen Standard in Sachen Komfort und Funktionalität setzte.