David-Helbock-Trio in Lahr

Musik zwischen Barock und Arnold Schonberg

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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15. März 2017

David Helbock - der Mann mit der Klaviermütze. ©Jürgen Haberer

David Helbock, der Mann mit der Klaviermütze, zählt zu einer Generation junger Jazzmusiker, die das Genre im Spannungsfeld zwischen Tradition und Neuerung beleben. Am Samstagabend gastierte der österreichische Pianist mit seinem Trio im Stiftsschaffneikeller in Lahr. 

Sein Markenzeichen ist eine Strickmütze mit weißen und schwarzen Klaviertasten, aber auch ein erfrischender Umgang mit den Klangfarben des Klaviers. David Helbock, 1984 in Koblach im österreichischen Vorarlberg geboren, ist klassisch ausgebildet. 

Arnold Schönberg, der Vater der Zwölftonmusik, ist vor ihm ebenso wenig sicher wie Jazzlegende Thelonious Monk und die elektronisch verfremdete Geste der Pop- und Rockmusik. Das Klavier darf in lyrischen Harmonien schwelgen und unverblümt aus der Barockära zitieren. Es bricht aus in synkopischen Rhythmen, taucht ein in die Aura elektronischer Verfremdungen, die in David Helbocks aktuellem Album »Into the Mystic« immer wieder Raum greifen. 

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Tolle Mischung
Der Mann am Klavier ist dabei alles andere als ein Alleinunterhalter. Reinhold Schmölzer am Schlagzeug und Herbert Pierker an der in den tiefen Tönen wunderbar wummernden Bassukulele und am E-Bass reichen Helbock gerade auch in den spannungsreichen Zwischenpassagen, in denen die Musik divergierend zerfasert, das Wasser. 
Das am Samstagabend auf Einladung des Lahrer Kulturkreises im erstaunlich gut besuchten Stiftsschaffneikeller gastierende Trio überzeugte mit einer tollen Mischung aus Tradition und Erneuerung, lyrischer Geste, sattem Groove und Experiment. Im elektronischen Bereich musste David Helbock am Samstagabend der vorhandenen Technik geschuldet sicherlich ein paar Abstriche hinnehmen. 
Unter dem Strich überzeugte das Trio aber mit einem überaus kraftvollen, von musikalischer Präsenz und sehr viel Biss getragenen Auftritt. Das Trio setzte starke Akzente, tauchte ein in mystische Gefilde und fröhlich holpernde Passagen mit einem Hauch von Calypso und Bebop. Es wartete mit Reminiszenzen an Monk auf, mit getragenen Balladen, dramatischen Ausbrüchen und Klangschrapnellen, die bei aller Experimentierfreude aber nie den Boden unter den Füßen zu verlieren drohten. 

Im zweiten Teil des Abends tauchte dafür völlig überraschend ein Auszug aus Beethovens »7. Sinfonie« auf, eine rhythmisch überhöhte Filmmusik. 

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