Karlsruhe/Oppenau/Köln

Oppenauer Künstler Roth auf der "Globale" am ZKM

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red/joth
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17. Juni 2015

In zehn Metern Höhe schwebt die luftige Karusselkonstruktion, von der an zwölf Strängen 36 kugelförmige Lautsprecher hängen. ©avam

Mit der »Globale« haben das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und die Stadt Karlsruhe ein gigantisches künstlerisches Geburtstagsprojekt zum 300. Stadtjubiläum entwickelt. Im Reigen der »spektakulären Kunst« ist auch Tim Otto Roth.

»Die Stadt ist der Star« heißt die Ausstellung in Karlsruhe, mit der die Stadt ihren 300. Geburtstag feiert. Und zur Eröffnung der »Globale« im ZMF landet ein gigantisch leuchtendes Klang-UFO, das die antike Sphärenmusik unter den Vorzeichen der Astrophysik des 21. Jahrhundert neu interpretiert: »Heavens Carousel«, eine Installationen von Tim Otto Roth. Die kinetische Klang- und Lichtinstallation dreht sich vom  19. Juni bis 9. August ab Sonnenuntergang am Friedrichsplatz.

In zehn Metern Höhe schwebt die luftige Karusselkonstruktion, von der an zwölf Strängen 36 kugelförmige Lautsprecher hängen. In Rotation versetzt, drehen sich die Lautsprecher mit einer Spannweite von bis zu 16 Metern über den Köpfen der Besucher. Auch sie nur reine Töne spielen, so werden sie im Raum zu komplexen Klanggebilden, die in ihrem Charakter an eine Kirchenorgel erinnern. Wobei sich die Tonhöhen der Klangquellen durch die Bewegung kontinuierlich verändern.

Aufgrund des Doppler-Effekts klingt ein Ton höher, wenn die Klangquelle auf den Besucher zufliegt, und tiefer, wenn sie sich entfernt. Der Clou: Der Effekt im Zentrum ist aufgehoben, je mehr sich der Besucher nach außen bewegt, doch insgesamt kreiert er einen oszilliernden mikrotonalen Klangteppich.

Das »Heaven’s Carousel« entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Hubble Space Telescope und feierte 2014 im Palmengarten der Accademia dei Lincei in Rom Premiere. Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA).

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Der Physiknobelpreisträger Adam Riess habe sich von der Arbeit begeistert gezeigt. Für ihn fänden wichtige Entdeckungen, wie die beschleunigte Ausdehnung des Universums, in der Arbeit ihren musikalischen Widerhall, indem Lichtphänomene in akustische übersetzt werden. Damit werde Astrophysik im »Heaven’s Carousel« als Klang- und Raumerlebnis erfahrbar.

Tim Otto Roth versteht sein »Heaven‘s Carousel« als ein neues Instrument, das ihn zu mikrotonalen Kompositionen inspiriert. So spielt er mit dem Schwingungsverhältnis von Wasserstoffatomen oder der 31-Ton-Skala, die im 17. Jahrhundert der niederländische Mathematiker und Astronom Christiaan Huygens entwickelte. Die Illumination der Lautsprecher gibt eine farbliche Orientierung, ob und in welcher Höhe ein Ton gespielt wird.

Die Ausstellung »Globale« im ZKM, für die Roths Installation ausgesucht wurde, steht unter dem Motto: »Das neue Kunstereignis im digitalen Zeitalter«. Die Arbeit der eingeladenen Künstler zeichne sich dadurch aus, dass sie die Nähe zur Wissenschaft suchten und ihre künstlerische Arbeit als wissenschaftliches Experiment verstünden, so Peter Weibel, Leiter des ZKM. Kunst möchte damit nicht der Unterhaltung dienen, sondern neue ästhetische Erfahrungen ermöglichen und so neue Wege in der Kunst eröffnen.

Im Rahmen des Wissenschaftsfestivals Effekte wird Tim Otto Roth seine Arbeit am 28. Juni vorstellen.

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