Interview mit Sänger Heli Reißenweber

Rammstein-Tribute-Band Stahlzeit will mehr als nur covern

Autor: 
Florence-Anne Kälble
Lesezeit 4 Minuten
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28. Dezember 2017
Heli Reißenweber von Stahlzeit kommt Rammstein-Sänger Till Lindemann stimmlich nahe.

Heli Reißenweber von Stahlzeit kommt Rammstein-Sänger Till Lindemann stimmlich nahe. ©Marion Edema/Jana Breternitz

Stahlzeit ist die erfolgreichste Rammstein-Tribute-Band Deutschlands. Seit mehr als zehn Jahren touren die Musiker mit ihrer Show erfolgreich durch ganz Europa. Im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse erklärt Frontmann Heli Reißenweber, wie die Band so erfolgreich wurde.

Wie kamen Sie auf die Idee, Rammstein zu covern?
Heli Reißenweber: Das ist ganz einfach. Rammstein ist zum einen eine faszinierende Band und zum anderen wurde mir immer nachgesagt, ich klinge wie dieser Till Lindemann. Und dann haben wir das einfach versucht. Es ist ja auch eine faszinierende Live-Band.

Sie sind bei mittlerweile 80 Auftritten pro Jahr.
Reißenweber: Ja, es sind 70 bis 80.

Haben Sie sich so einen Erfolg jemals erträumt?
Reißenweber: Erträumt schon, aber nicht gedacht, dass es mit dieser Band ist (lacht). Als Musiker hat man schon als kleiner Junge den Wunsch, regelmäßig auf der Bühne zu stehen und zu spielen. Aber von uns hätte niemand geglaubt, dass es mit dieser Tribute-Band in dieser Form so vonstatten geht. Damit hatten wir echt nicht gerechnet.

Wie lange spielen sie schon zusammen?
Reissenweber: Die Band existiert jetzt 13 Jahre. 

Hören Sie privat auch die Musik von Rammstein?
Reissenweber: Jetzt natürlich nicht mehr so oft. (lacht) Das ist klar. Wenn man jedes Wochenende Rammstein spielt, hört man privat schon etwas anderes.

Was denn zum Beispiel?
Reissenweber: Das geht Querbeet. Alles, was ein bisschen rockt. Ich höre auch viel Radio. 

Haben Sie Kontakt zu Rammstein? Sie gelten ja als die offizielle Tribute-Band.
Reissenweber: Es gibt schon noch ein paar andere gute Tribute-Bands, aber nicht so viele. Die Musiker selbst kennen wir nicht. Aber wir stehen mit dem Management in Kontakt. Es gibt so ein paar Regeln, an die man sich halten muss und da ist man mit dem Management im Austausch.

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Wenn man über Stahlzeit liest, heißt es immer »die offizielle Tribute-Band«.
Reissenweber: Ich weiß nicht, ob wir den Ritterschlag tatsächlich haben. Aber wir dürfen seitens des Managements machen, was wir machen. Das ist für uns wichtig. Denn wir fahren eine große Show und die Band hat das Persönlichkeitsrecht an den Show-Elementen. Es wurde von Rammstein genehmigt und somit ist alles gut.

Man entdeckt schon Parallelen zwischen dem Original und Ihnen.
Reissenweber: Deshalb mussten wir auch nachfragen, ob wir das tatsächlich auch dürfen. Es gibt auch Bands die sagen: »Ne, lasst mal die Show, weil die kommt zu nahe an uns ran«. Aber bei uns ist alles im grünen Bereich.

Bei Ihren Shows herrscht viel Liebe zum Detail.
Reissenweber: Das geht nicht anders. Denn man geht ja nicht einfach in einen Laden und kauft Flammenwerfer oder anderes Equipment. Rammstein legt uns etwas vor und wir überlegen, wie wir es am besten umsetzen. Wir müssen schauen, ob man das Ganze auch auf unseren Bühnen, die ja kleiner sind, realisieren kann. Auch ob es finanziell möglich ist. Teilweise müssen die Gerätschaften auch extra angefertigt werden. Das ist eine Herausforderung, die aber auch Spaß macht. Wenn alles funktioniert, laufen wir auch mit stolz geschwellter Brust umher.

Apropos Flammenwerfer: Gab es damit schon einmal Unfälle?
Reissenweber: Unfall ist ein großer Begriff. Aber kleinere Verbrennungen gab es durchaus. Wenn es Gegenwind gibt, die Lüftungen in die andere Richtung gehen, als wir wollen, oder die Pyro-Funken einen erwischen. Wundsalbe haben wir immer dabei.

Wie lange üben Sie die Elemente, bis Sie zufrieden sind?
Reissenweber: Eigentlich wenig, wie ich zugeben muss. Das kann man im Proberaum nicht üben. Wir sprechen es theoretisch durch. Wenn wir einen neuen Effekt einführen, dann wird das beim Soundcheck mal kurz geübt und dann muss es sitzen. 

Wow, Sie müssen sich gut aufeinander verlassen können.
Reissenweber: Das ist richtig. Wir haben unsere professionelle Pyro-Crew, auf die können wir uns verlassen. Aber 
es ist ja auch alles durchgeplant.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie Lindemanns Gesang drauf hatten?
Reissenweber: Gar nicht so lange. Von Natur aus habe ich eine tiefere Stimme und muss mir gar nicht so viel Mühe geben. Da geht es eher darum, wie Lindemann manche Worte ausdrückt und formt. Da versuche ich mich ein bisschen anzulehnen. Eins zu eins möchte ich nicht. Die Show hat ja auch ein bisschen unsere eigene Personality drin. Das unterscheidet uns von vielen anderen Rammstein-Tribute-Bands. Wir haben unser eigenes Ding drin. Und das gefällt anscheinend. 

Stahlzeit spielt am Samstag, 30. Dezember in der Stadthalle in Haslach im Kinzigtal. Beginn ist um 20 Uhr. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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