Konzert in der Alten Kirche Fautenbach

Salonorchester begrüßte in Achern das neue Jahr

03. Januar 2018
&copy Bodo G. Toussaint

Was kann es Vielversprechenderes geben als den Jahresbeginn beschwingt und gutgelaunt anzugehen? Und was ist dazu besser geeignet als Musik? 

Wie heißt es so schön: »Musik hat noch nie ein Herz betrogen – aber unendlich viele glücklich gemacht!«. So geschehen am Neujahrstag in der Alten Kirche Fautenbach ganz nach alter Tradition. Denn da spielt seit über 20 Jahren das Salonorchester Baden-Baden seine Neujahrskonzerte. Und die präsentiert es mit nie versiegendem Enthusiasmus, exzellenten Solisten und einer einzigartigen Mischung aus weltweit bekannten Melodien jedweder Stilrichtung. 
Das Rezept »Für jeden etwas« muss freilich nicht immer gelingen, doch die Zutaten dieses Salonorchesters, das seit über 30 Jahren seine Melodien serviert, sind von erlesener Qualität. Ein zweites Mal ist das Konzert traditionell am 6. Januar zu hören.

Versierte Solisten

Da ist einmal die Erfahrung versierter Solo-Instrumentalisten (Harald Paul, 1. Violine; Julia Richtberg, 2. Violine; Ewald Adam, Viola; Sasha Somov, Cello; Wolfgang Güttler, Kontrabass; Anton Hollich, Klarinette; Alois Müller, Akkordeon und Francois Kilian, Klavier), dann die gut gesetzten Arrangements und schließlich eine Prise »Bayern«, die der Zitherspieler und Moderator Willi Huber ins Spiel bringt. 
Der zitiert einen Landsmann aus Bayern, der die Anarchie für die am besten geeignete Staatsform für sein Land hält. Das wird von seinem Freund vollmundig bestätigt: »Jawoll! Mit einem starken Monarchen an der Spitze!«, womit der bayerische Volkscharakter hinlänglich umschrieben wäre. 
Schwelgerisch

Berauschende Melodien

Aber zwischen all der gescheiten bis witzigen Moderation gibt’s natürlich auch noch die Musik: herrliche, wunderschöne, berauschende, mitreißende Melodien, die verführen, verzaubern und träumen lassen von einer Zeit, in der Galanterie noch zum Alltag gehörte. 
In »Rosen aus dem Süden« oder »Donner und Blitz« von Johann Strauß (1825-1899) sieht man sie förmlich vor sich, die fliegenden Reifröcke der Damen, und bei der »Tango-Revue« den »kleinen Braunen« im Wiener Kaffeehaus bei der Sachertorte mit Schlagobers. Bei »Deine Lippen, die küssen so heiß« von Franz Lehar (1870-1948), »Spanisches Blut« von Gerhard Winkler (1906-1977) oder »Claire de Lune« von Claude Debussy ((1862-1918) muss man über die schwelgerischen Gedanken, die die Melodien begleiten, nicht rätseln. Gänzlich feurig wird’s dann beim »Csardas« von Vittorio Monti (1868-1922) oder der »Polka Français« von Josef Strauß (1827-1870). 
Über allem weht der Hauch von Unbeschwertheit, hervorgerufen durch ein spielfreudiges und klangstarkes Ensemble von Instrumentalisten, die ihr Handwerk beherrschen. Wenn sie als letztes Stück »Sag beim Abschied leise Servus« ankündigen, ist das freilich pure Koketterie, denn tatsächlich ist es nie das letzte Stück. 

Der gewohnt frenetische Applaus generiert grundsätzlich Zugaben, und die könnten – ob nun »Radetzky-Marsch« oder Mozarts »Wiegenlied« – natürlich ewig so weitergehen. Der Griff zur CD des Salonorchesters, die an der Kasse erhältlich ist, macht’s möglich. Prosit Neujahr 2018!
 

Info

Termin

Das Salonorchester Baden-Baden spielt sein Neujahrskonzert traditionelll noch einmal am Samstag, 6. Januar, 18 Uhr, in der Alten Kirche Fautenbach. 
Karten: Rathaus Illenau, Tel. 078841/6421140 oder 
Tourist-Info im Rathaus Am Markt, Tel. 07841/6421900.

Autor:
Bodo G. Toussaint

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