Kultur

Spontanapplaus und wahre Jubelstürme

Silke Keil
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. April 2008
Foto: Silke Keil - Mark Knopfler (r.) mit Band in Straßburg: Ein musikalisches Erlebnis.

Foto: Silke Keil - Mark Knopfler (r.) mit Band in Straßburg: Ein musikalisches Erlebnis.

eifer, tiefer, intensiver – so erlebten über Tausend Zuschauer am Donnerstagabend Mark Knopfler im Zenith, der neuen Konzerthalle Straßburgs. Der Kopf der legendären Dire Straits begeisterte, rief Spontanapplaus und Jubelstürme hervor, blieb dabei selbst jedoch zurückhaltend und sympathisch natürlich. Der 58-jährige Vollblutmusiker musste nicht springen, sich unter der Gitarre biegen, mit den Armen fuchteln oder das Mikrofon verschlucken, um die Fans emotional zu berühren. Die Musik tat es und die noch immer jugendfrische Genialität seines Gitarrenspiels. Und seine sonore, warme Stimme, die den alten Bandzeiten entwachsen ist. Sie gab auch den legendären Dire-Straits-Hits wie »Brothers in Arms« oder »Sultans of Swing« eine neue Note, einen neuen Charakter, eine noch kräftigere Farbe. Doch nicht Mark Knopfler alleine war es, der immer wieder Gänsehaut und Tanzfieber verursachte. Er hatte einige andere Vollblutmusiker um sich versammelt, die seine Lieder und Balladen nutzten, um ihr eigenes Profil einzubringen. So wie Multitalent John McCusker, der während des zweistündigen Konzerts immer wieder Soli auf der Geige, Altflöte oder auf dem Banjo einfließen ließ. Oder Saitentalent Glenn Worf, der Mark Knopflers virtuose Gitarrenriffs ebenso leidenschaftlich auf der E-Gitarre beantwortete, um dann wieder mit dem Bass den kontrastreichen Hintergrund zu gestalten. Blues und Jazz Dabei bewegten sich die Musiker mit Leichtigkeit zwischen unterschiedlichsten Genres. Mit Contrabass, Geige, Gitarre und Banjo wurde der Blue Grass gestreift, fröhlich und rasant, um gleich darauf in waschechten Country abzugleiten. Blues und Jazz gingen ebenso fließend und wie selbstverständlich in Rock über. Das Konzert bot alles andere als aufgefrischte Konserven. Jedes Lied wurde durch die Band neu geboren. Leicht verändert und ausgesprochen gelungen. Auf Rock lässt sich Mark Knopfler schon lange nicht mehr beschränken. Seit Beginn seiner Solokarriere streift er häufig die traditionelle Musik seiner Heimat Schottland. Besonders eindrucksvoll im Lied »The fish and the bird«, eine Volksweise über eine traurige Liebe. Eine Liebe, die an den starken Persönlichkeiten zweier Menschen scheitert. Knopfler ist nicht nur Komponist, er ist Geschichtenerzähler, Dichter und Philosoph. Die Lieder kommen aus der Tiefe und berühren die Zuhörer in der Tiefe. So wie »Marbletown«, das von der irrigen Annahme eines Mannes erzählt, er könne auf dem Friedhof Frieden finden. Oder die Träume von Auswanderern in »Sailing to Philadelphia«. Der Musik verleiht Knopfer dabei ebenso viel Raum wie den Pausen, dem Atemholen zwischen emotionalen Passagen. Nach zwei frenetisch geforderten Zugaben entließ die Band die Zuschauer mit dem Instrumentalstück »Going home«. Doch manche verharrten auch danach noch wie angewurzelt vor der Bühne. Vielen war zumute wie nach einem langen, selbstvergessenen Abend an einem prasselnden Kaminfeuer.
eifer, tiefer, intensiver – so erlebten über Tausend Zuschauer am Donnerstagabend Mark Knopfler im Zenith, der neuen Konzerthalle Straßburgs. Der Kopf der legendären Dire Straits begeisterte, rief Spontanapplaus und Jubelstürme hervor, blieb dabei selbst jedoch zurückhaltend und sympathisch natürlich. Der 58-jährige Vollblutmusiker musste nicht springen, sich unter der Gitarre biegen, mit den Armen fuchteln oder das Mikrofon verschlucken, um die Fans emotional zu berühren. Die Musik tat es und die noch immer jugendfrische Genialität seines Gitarrenspiels. Und seine sonore, warme Stimme, die den alten Bandzeiten entwachsen ist. Sie gab auch den legendären Dire-Straits-Hits wie »Brothers in Arms« oder »Sultans of Swing« eine neue Note, einen neuen Charakter, eine noch kräftigere Farbe. Doch nicht Mark Knopfler alleine war es, der immer wieder Gänsehaut und Tanzfieber verursachte. Er hatte einige andere Vollblutmusiker um sich versammelt, die seine Lieder und Balladen nutzten, um ihr eigenes Profil einzubringen. So wie Multitalent John McCusker, der während des zweistündigen Konzerts immer wieder Soli auf der Geige, Altflöte oder auf dem Banjo einfließen ließ. Oder Saitentalent Glenn Worf, der Mark Knopflers virtuose Gitarrenriffs ebenso leidenschaftlich auf der E-Gitarre beantwortete, um dann wieder mit dem Bass den kontrastreichen Hintergrund zu gestalten. Blues und Jazz Dabei bewegten sich die Musiker mit Leichtigkeit zwischen unterschiedlichsten Genres. Mit Contrabass, Geige, Gitarre und Banjo wurde der Blue Grass gestreift, fröhlich und rasant, um gleich darauf in waschechten Country abzugleiten. Blues und Jazz gingen ebenso fließend und wie selbstverständlich in Rock über. Das Konzert bot alles andere als aufgefrischte Konserven. Jedes Lied wurde durch die Band neu geboren. Leicht verändert und ausgesprochen gelungen. Auf Rock lässt sich Mark Knopfler schon lange nicht mehr beschränken. Seit Beginn seiner Solokarriere streift er häufig die traditionelle Musik seiner Heimat Schottland. Besonders eindrucksvoll im Lied »The fish and the bird«, eine Volksweise über eine traurige Liebe. Eine Liebe, die an den starken Persönlichkeiten zweier Menschen scheitert. Knopfler ist nicht nur Komponist, er ist Geschichtenerzähler, Dichter und Philosoph. Die Lieder kommen aus der Tiefe und berühren die Zuhörer in der Tiefe. So wie »Marbletown«, das von der irrigen Annahme eines Mannes erzählt, er könne auf dem Friedhof Frieden finden. Oder die Träume von Auswanderern in »Sailing to Philadelphia«. Der Musik verleiht Knopfer dabei ebenso viel Raum wie den Pausen, dem Atemholen zwischen emotionalen Passagen. Nach zwei frenetisch geforderten Zugaben entließ die Band die Zuschauer mit dem Instrumentalstück »Going home«. Doch manche verharrten auch danach noch wie angewurzelt vor der Bühne. Vielen war zumute wie nach einem langen, selbstvergessenen Abend an einem prasselnden Kaminfeuer.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

Große Gefühle und dramatische Momente: Die Arrangements des Ensembles Duomo sind von Morricone selbst autorisiert. 
29.09.2022
Gengenbach
Das Mailänder Kammermusikensemble Duomo glänzte in Gengenbach mit der konzertanten Aufbereitung der Klangwelt von Enrico Morricones Filmmusik.
Im Stück „Pasta e basta“ wurde gesungen, gesprochen, getanzt und gekocht. 
29.09.2022
Kehl
Das Ensemble der Hamburger Kammerspiele verwandelte die Kehler Stadthalle in ein italienisches Restaurant. In der Musikkomödie wurde sogar gekocht.
In „Dreyecksland“ geht es um die Anti-Atomkraft-Bewegung. 
29.09.2022
Neuried - Altenheim
Mit einer Revue startet das Theater Eurodistrict Baden Alsace am Sonntag in die neue Saison. Das Programm 2022/23 thematisiert Natur- und Umweltschutz und will auch unterhalten.
Kabarettist Christian Ehring eröffnete die Acherner Kultursaison. 
29.09.2022
Achern - Großweier
Der Kabarettist Christian Ehring eröffnete die neue Acherner Kultursaison mit seinem neuen Soloprogramm „Antikörper“. Darin geht es nicht nur um Corona.
Der Bach-Chor Ortenau, das Bach Consortium und vier Solisten führten erstmals das Oratorium „Johannes der Täufer“ auf. 
29.09.2022
Oppenau
Im dritten Anlauf wurde das Oratorium „Johannes der Täufer“ von Thomas Strauß zum Start der 26. Festwoche klassischer Musik in Oppenau uraufgeführt.
Markus Schwendemann (links) und Hasib Kaoj-Hassarli stellen beim Kunstverein Offenburg-­Mittelbaden aus. 
22.09.2022
Offenburg
Dokumentarfotografie und Graffitikunst: Der Kunstverein Offenburg-Mittelbaden zeigt ab Freitag die Ausstellung „forever young“ mit Markus Schwendemann und Hasib Kaoj-Hassarli.
Dietrich Mack
22.09.2022
Kulturkolumne
Zu den Entwicklungen, die aktuell Sorge bereiten, zählt die Inflation. Wie sehr vor 100 Jahren die Bewohner der Grenzstadt Kehl darunter litten, hat der berühmte US-Schriftsteller Ernest Hemingway im September 1922 in einer Reportage beschrieben.
Eve Risser (am Klavier) und das  Orchestre la sourde beim Straßburger Festival Musica.
22.09.2022
Festival Musica in Straßburg
Mit ihrem szenischen Konzertprojekt beeindruckten die experimentierfreudige elsässische Pianistin Eve Risser und das Orchester La Sourde beim Festival Musica.
Das kammermusikalische Werk von Kaija Saariaho wurde beim Festival Musica von wechselnden Musikern und Gesangssolisten gewürdigt. 
19.09.2022
Festival Musica in Straßburg
Die finnische Komponistin Kaija Saariaho ist ein besonderer Gast beim Straßburger Festival Musica. Das Konzert am Samstag zeigte ihre ganze musikalische Bandbreite.
Das Resonanz Ensemble unter Leitung von  Emilio Pomárico eröffnente das Festival Musica 2022.
19.09.2022
Festival Musica in Straßburg
Das Ensemble Resonanz eröffnete das 40. Straßburger Festival Musica mit dem Flüchtlings-Oratorium „Migrants“ des griechischen Komponisten Georges Aperghis.
Der gebürtige Zeller Thomas Ruff stellt beim deutschen Star-Galeristen David Zwirner im Stadtteil Chelsea in Manhattan in New York aus.
17.09.2022
Ausstellung
Thomas Ruff stellt in New York aus. Der gebürtiger Zeller ist ein bedeutender Fotokünstler und bis 22. Oktober in der Galerie Zwirner in Manhatten vertreten.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Im neu eingerichteten Küchenstudio können die Kunden 40 Musterküchen in Augenschein nehmen.
    30.09.2022
    4. bis 15. Oktober: Küchen-Service-Wochen bei Möbel Seifert
    Fünf Etagen, 5000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, Qualität zu fairem Preis und immer wieder Sonderaktionen – das ist Möbel Seifert in Achern. Aktuell rücken die Küchen in den Fokus. Im neu eingerichteten Studio gibt es ab 4. Oktober Sonderkonditionen beim Küchenkauf.
  • Claudio Labianca lädt zum verkaufsoffenen Sonntag, 9. Oktober, in Offenburg zum Streifzug durch die modernisierten Räume in der Zährigerstraße ein. 
    30.09.2022
    Geschäfts- und Ausstellungsräume rundum modernisiert
    Das Klavierhaus Labianca in der Zährigerstraße in Offenburg präsentiert sich am verkaufsoffenen Sonntag, 9. Oktober, in neuem Glanz. Verkaufs- und Ausstellungsflächen wurden nach 17 Jahren von Grund auf modernisiert und neu strukturiert – es hat sich sichtbar gelohnt!
  • Das E5-Team vor dem Studio in der Offenburger Okenstraße 65. 
    30.09.2022
    Wendepunkt: Für mehr Effektivität und Wohlbefinden im Leben
    Egal ob Rückenprobleme oder einfach mehr körperliche Fitness – wer rasche Erfolge erzielen möchte, für den bietet sich das EMS-Training im Studio von Simone Metz in der Okenstraße 65 in Offenburg an.
  • Modern, sicher, barrierefrei und zentrumsnah in Achern wohnen.
    30.09.2022
    Attraktives Konzept: AcherApartments – Wohnungen fürs Alter
    Wir werden immer älter, bleiben dabei meist fit und gesund. Neue Wohnformen für die Generation 65plus sind gefragt. Und genau hier wird in Achern eine Lücke gefüllt. "Unser Konzept ist einzigartig in der Region", so Diplom Ingenieur und Architekt Michael Wilhelm.