Komödie »Mirandolina« in Lahr

TV-Schauspielerin Mariella Ahrens gab die kesse Wirtin

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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07. Dezember 2017
Mariella Ahrens (Mitte) verkörperte die kesse Wirtin.

Mariella Ahrens (Mitte) verkörperte die kesse Wirtin. © Jürgen Haberer

Eine von Verehrern umschwärmte Wirtin steht im Mittelpunkt des Lustspiels »Mirandolina«. Am Dienstagabend feierte die »Komödie am Bayerischen Hof« mit dem vor mehr als 250 Jahren verfassten Stück von Carlo Goldoni in Lahr Premiere. 

Wäsche und Weißzeug flattert im Wind über einer aus Brettern gezimmerten Sonnenterasse am Canale Grande in Venedig. Es ist das Refugium der koketten, von den Männern umschwärmten Schankwirtin Mirandolina, die gute Stube der nach ihr benannten italienischen Locanda. Unter der Regie von Thomas Pekny hat die »Komödie am Bayerischen Hof« einen Klassiker von Carlo Goldoni aufgelegt. 

»Mirandolina« ist  ein komödiantisch aufbereitetes Sittengemälde, das leichtfüßig unterhält, ohne wirklich zu prickeln. Goldoni hat die Commedia dell‘arte reformiert und den Schauspielern die Maske vom Gesicht gerissen. Und er hat ihnen das oft dilettantische Improvisieren auf der Bühne ausgetrieben. Er kann aber nur bedingt an die humoristische Kraft eines Molière anknüpfen. 

Die 1753 entstandene Komödie mit dem ursprünglichen Titel »La locandiera«, macht das auch in der Neubearbeitung des Münchner Theaterensemble nur all zu deutlich. »Mirandolina« unterhält, weil ein gut aufgestelltes Ensemble um die Fernsehschauspielerin Mariella Ahrens in der Hauptrolle auf der Bühne steht. Und weil sich die Verehrer der kessen Wirtin gleich reihenweise zum Narren machen. 

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Interessante Randfigur

Für echte Zungenschnalzer sorgt aber lediglich eine als Staffage eingebaute Randfigur, die eigentlich nur mit einer Geige in der Hand auf den Brettern am Kanal herumlungert. Die Luft brennt, wann immer der 22-jährige Bulgare Dilyan Kabranov, eine Entdeckung von Regisseur Thomas Pekny, zum Bogen greift und eine luftige Melodie oder einen bekannten Gassenhauer anstimmt.

Alles andere ist solide aufbereitete und durchaus auch mit Wortwitz und reizvollen Einfällen gespickte Theaterkost. Eine Komödie, in der ein neureicher Graf (Peter Rappenglück), ein verarmter Marchese (Gilbert von Sohlern), aber auch Fabrizio (Ricardi Angelini), der Kellner der »Locanda Mirandolina«, um die Gunst der adretten und pfiffigen Wirtin buhlen. 

Sie hat es erst einmal auf den Cavaliere von Ripafratta (Michele Olivieri), einen ausgemachten Weiberberfeind abgesehen, der sich partout nicht um ihre Gunst bemühen will. Mirandolinas Jagdinstinkt erwacht. Sie will es wissen, während die adligen Mitbewerber in den Armen der vermeintlichen Gesellschaftsdamen Ortensia (Esther Kuhn) und Dejanira (Laura Rauch) landen. Der Adel wird, wie immer bei Goldoni, untergebuttert. Am Ende ist es Fabrizio, der seine Chefin glücklich im Arm hält, während sich der Cavaliere als liebestoller Trottel blamiert. 

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