Kunsthalle Messmer in Riegel

Illusionen durch Licht

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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25. November 2017

Hans Kotters Spiel mit dem Licht ©Jürgen Haberer

Konkrete und kinetische Kunst, Lichtinstallationen und optische Täuschungen prägen die neue Ausstellung in der Kunsthalle Messmer. Der Betrachter wird an einer Stelle sogar eingeladen, einzelne Elemente der gezeigten Arbeiten eigenhändig zu verschieben. 

»Bitte nicht berühren« lautet im Normalfall das von der Aufsicht streng überwachte Credo einer Ausstellung. Der Besucher soll die Kunst mit den Augen erfassen, im Idealfall ehrfürchtig vor ihr verharren. 
Der italienische Maler und Bildhauer Adriano Piu hat damit offensichtlich nicht allzu viel am Hut. In der Kunsthalle Messmer zeigt er eine Serie von Wandobjekten aus verschiebbaren Holzelementen, und der Besucher soll Hand anlegen, mit der Kunst in Interaktion treten und das Motiv vor seinen Augen eigenhändig variieren. 

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Lichtinstallationen
»Licht und Bewegung«, die neue Ausstellung in der Kunsthalle Messmer, spielt aber auch an anderer Stelle immer wieder lustvoll mit der Wahrnehmung des Besuchers. Jürgen A. Messmer hat herausragende Vertreter der optischen und kinetischen Kunst eingeladen, einige Schätze der eigenen Sammlung aus dem Depot geholt. Er zeigt Lichtinstallationen und Arbeiten, die mit Bewegung, Farbe und Raum spielen, die Wahrnehmung auf ungewohntes Terrain entführen. Vor den Augen des Besuchers passiert etwas, das er manchmal nur bei längerer Betrachtung zu erfassen vermag, das seine Sinne täuscht und immer wieder überrascht.
Die Farbkompositionen von Carlos Cruz-Diez aus Venezuela variieren bei jeder Veränderung des Blickwinkels, Hans Kotters Installationen faszinieren mit einem überbordenden Spiel des Lichtes, das sich farblich variierend um Röhren schlängelt, in Wellen durch Wandobjekte wandert und Lichtquadrate illuminiert. Regine Schumann hat fluoreszierende Farbräume aus Licht kreiert, die ganz eigene Raumtemperaturen erzeugen.

Minimalkinetik
Victor Vasarély, der 1997 in Paris verstorbene Altmeister der kinetischen Kunst und Mitbegründer der Op-Art, ist in der Ausstellung ebenso mit einer Reihe Arbeiten vertreten wie Messmers Neuentdeckung Siegfried Kreitner, dessen Objekte in die Minimalkinetik und die Welt winziger Lichtvariationen eintauchen. Bei Ludwig Wilding sind es überkreuzende Linienstrukturen, aus denen die Illusion von räumlicher Tiefe und Bewegung resultiert. Bei dem unter dem Künstlernamen Kammerer-Luka arbeitenden Gerhard Friedrich Ludwig geht es um das Verhältnis von Farbe und Form, um die Wirkung, die das sorgsam konstruierte Zusammenspiel erzeugt. 
Ergänzt wird die Schau durch Werke aus der Sammlung Messmer, die mit Licht und Spiegelungen arbeiten, mit Prismen und bewusst herbeigeführten optischen Illusionen.
 

Info

Termine

»Licht & Bewegung«, Kunsthalle Messmer Riegel, bis  28. Januar; Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. 

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