Austellung imFreiburger Augustinermuseum

Rembrandt unter der Lupe

Autor: 
Kristina Hagedorn
Lesezeit 3 Minuten
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16. November 2017

(Bild 1/2) »Von der Macht und Ohnmacht des Leibes« erzählt die Rembrandt-Ausstellung im Haus der Graphischen Sammlung. ©Kristina Hagedorn

Das Haus der Graphischen Sammlung des Augustinermuseums Freiburg präsentiert die Ausstellung »Rembrandt. Von der Macht und Ohnmacht des Leibes«. Gezeigt werden 100 weltbekannte Radierungen eines der größten Künstler des 17. Jahrhunderts. Die Schau ist bis zum 
28. Januar 2018 zu sehen.

 Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) ist bekannt für seine Malerei und seine Auseinandersetzung mit Licht und Schatten. Doch der niederländische Künstler war Zeit seines Lebens auch ein Meister der Radierung. Auch hier wird sein besonderes Können  in der Gestaltung von Hell und Dunkel deutlich. Die Radierung war für Rem­brandt immer ein Feld des Experimentierens. So wurden einige Platten teils mehrfach bearbeitet und verändert. Er verstand die Entstehung eines Kunstwerks als einen Prozess, in dem er immer wieder auch Fehler zuließ. 

Meister der Radierung
Rembrandt, in seiner Zeit ein absoluter Meister der Radierung, war mit seiner eigenen Werkstatt in Amsterdam schon früh sehr erfolgreich. Erst als sich die Geschmäcker seiner Auftraggeber änderten ging der Künstler bankrott.
»Rembrandt ist ein Künstler, der sich Zeit seines Lebens nicht nur mit dem Schönen und Ästhetischen beschäftigte, sondern in seinem Schaffen versucht das Menschliche, Lebendige und vor allen Dingen das Echte darzustellen. In seinen Radierungen zeigt er den Menschen und dessen Leib in all seiner Natürlichkeit und Veränderlichkeit. Gerade hier liegt die Besonderheit der gezeigten Radierungen«, erläutert Jürgen Müller. Der Professor für Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden ist Kurator der Schau.

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Die Ausstellung zeigt über 100 ausgewählte Blätter zu den verschiedensten Thematiken und in den unterschiedlichsten Facetten. So werden Selbstporträts, Darstellungen weiblicher Nacktheit, Genrebilder, biblische Szenen, aber auch mythologische Darstellungen sowie Landschaften gezeigt. 

100 Blätter und sehr kleine Werke
In einem Rundlauf wird der Besucher durch die verschiedenen Themenbereiche geführt und bekommt einen umfassenden Einblick in die meisterliche Radiertechnik Rembrandts. Um die zum Teil sehr kleinen Werke genauer betrachten zu können, erhält jeder Gast am Einlass eine kleine Lupe. So sind überraschende und teils auch witzige Details auf den Ausstellungsstücken erkennbar.
Ganz besonders spannend ist die Auseinandersetzung mit Rembrandts Genrebildern. Auch wenn diese in seinem Schaffen als Maler keine zen­trale Rolle spielen, sind sie doch einschlägig bekannt für sein Werk als Radierer. Er konfrontiert den Betrachter in diesen Bildern immer wieder mit drastischen und teils obszönen Alltagsdarstellungen, insbesondere von Menschen am unteren Rand der Gesellschaft. Er versucht dabei nichts zu beschönigen. 
Dem Haus der Grafischen Sammlung ist hier eine Ausstellung gelungen, die besonders für Rembrandtliebhaber ein Schmankerl ist. Die Schau ist eine Kooperationsausstellung mit der Veste Coburg, aus deren Sammlung ein Großteil der Werke stammt. Dort werden sie im Sommer 2018 zu sehen sein, bevor sie für längere Zeit wieder hinter verschlossenen Türen verschwinden. 
Begleitprogramm 
Neben der Ausstellung selbst gibt es ein Begleitprogramm mit Vorträgen am kunsthistorischen Institut der Universität Freiburg, Familienführungen und öffentliche  Führungen durch die Sammlung. 
 

Info

Termin

Rembrandt. Von der Macht und Ohnmacht des Leibes, Augustinermuseum – Haus der Graphischen Sammlung Freiburg, bis 28. Januar 2018,  Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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