Theaterpreis Der Faust

Kulturamt will Gala nach Stuttgart holen

Andrea Kachelrieß
Lesezeit 3 Minuten
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28. November 2023
So sieht die Statue des Theaterpreises Der Faust aus. 2007 durfte sie die damalige Stuttgarter Tänzerin Katja Wünsche für ihren Auftritt in Mauro Bigonzettis Ballett „I fratelli“ in München entgegennehmen.

So sieht die Statue des Theaterpreises Der Faust aus. 2007 durfte sie die damalige Stuttgarter Tänzerin Katja Wünsche für ihren Auftritt in Mauro Bigonzettis Ballett „I fratelli“ in München entgegennehmen. ©Foto: dpa/Frank Leonhardt

Der Theaterpreis Der Faust gilt als der Oscar der deutschen Bühnenkunst. Geht es nach Wunsch der Stadt Stuttgart, soll die Preisgala ein zweites Mal in Stuttgart stattfinden.

Am vergangenen Wochenende war in Hamburg der Deutsche Theaterpreis Der Faust verliehen worden. Zwar waren die vier Stuttgarter Nominierten, darunter der Ballettsolist Friedemann Vogel für seine „Nussknacker“-Interpretation, bei der Gala im Thalia-Theater leer ausgegangen. Doch wenn es nach Wunsch des Stuttgarter Kulturamts geht, kommen in absehbarer Zukunft alle Faust-Statuetten eines Jahrgangs nach Stuttgart – zumindest für die Dauer der Verleihungszeremonie für den Preis, der als der Oscar der deuschen Bühnenkunst gilt.

Im Jahr 2024 oder 2025 möchte die Stadt nämlich die Faust-Gala erneut nach Stuttgart holen. Dafür wird ein einmaliger Betrag in Höhe von 100 000 Euro im neuen Doppelhaushalt beantragt, um den Preis gemeinsam mit dem Land 2024 oder 2025 in Stuttgart ausrichten zu können – wenn die Bewerbung dafür erfolgreich sein sollte.

2008 fand die Gala bereits in Stuttgart statt

Verliehen wird Der Faust seit 2006 vom Deutschen Bühnenverein in Kooperation mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Bereits bei der dritten Preisgala war Stuttgart Gastgeber. Diese fand am 29. November 2008 im Stuttgarter Opernhaus statt, das Land war Mitveranstalter. Unter den damals mit Preisen ausgezeichneten Bühnenschaffenden waren Künstler wie der Theaterregisseur Andreas Kriegenburg, der Schauspieler Ulrich Matthes, der Opernregisseur Christof Loy und der Choreograf William Forsythe.

Aufmerksamkeit für Stuttgarts Theaterlandschaft

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Auch andere Städte wie Essen und Hamburg haben die Gala, deren Ausrichtungsort jährlich neu bestimmt wird, bereits mehrfach ausgetragen. Das Kulturamt verspricht sich von der Veranstaltung eine „hohe, bundesweite Aufmerksamkeit für die vielschichtige Stuttgarter Theaterlandschaft“, wie es in der Vorlage zum Haushalt heißt. Beim Faust-Theaterpreis handle es sich um einen der wichtigsten nationalen Theaterpreise. Auf welcher Bühne die Gala in Stuttgart stattfinden könnte, ist noch offen.

Die Vorschläge für die Faust-Nominierungen kommen übrigens aus den Theatern selbst und werden von einer Fachjury bewertet. Die Gewinnerinnen und Gewinner wählt dann die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste. Der undotierte Preis wurde zuletzt in zwölf Kategorien vergeben, dazu kommen Auszeichnungen für ein Lebenswerk sowie ein Perspektivpreis der Länder.

Der Faust und Stuttgart

Auch Stuttgarter Künstlerinnen und Künstler waren in der Vergangenheit beim Faust erfolgreich, zuletzt das Performanceduo Herbordt/Mohren, davor etwa der Opernsänger Matthias Klink für seinen Auftritt in „Tod in Venedig“, Choreograf Christian Spuck mit „Poppea//Poppea“, einer Monteverdi-Produktion für Gauthier Dance, oder Neco Çelik in der Kategorie Kinder- und Jugendtheater für seine deutsch-türkische Opernversion des Films „Gegen die Wand“, die 2010 für die Junge Oper entstanden war.

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