Offenburg

Lachen mit Gogol & Mäx

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
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12. Oktober 2021
Gogol (Christoph Schelb, links) und Mäx (Max-Albert Müller) in Aktion.

Gogol (Christoph Schelb, links) und Mäx (Max-Albert Müller) in Aktion. ©Christoph Breithaupt

Clown in Latzhose gegen Pianist im Frack: Zwei urkomische Musikakrobaten bescherten dem Publikum in der Offenburger Reithalle zwei überaus vergnügliche Stunden.

Mit ihrem urkomischen und in musikalischer Hinsicht absolut faszinierenden Programm „Concerto Humoroso“ vergnügten die Musikakrobaten Gogol & Mäx am Freitag in der Reithalle zwei Stunden lang ein Publikum, das sich vor Lachen krümmte und kaum noch auf den Stühlen sitzen konnte.
Seit fast 30 Jahren sind die gebürtigen Freiburger Christoph Schelb (Gogol) und Max-Albert Müller (Mäx) ein Bühnenduo, das man in ganz Europa kennt. Zwei exzellente Profimusiker, die unfassbar viele Instrumente beherrschen. Sie glänzen nicht nur mit ihrem musikalischen Können, sondern auch mit einem sprühenden Humor, mit der Vielseitigkeit und Perfektion ihrer Akrobatik. Die Liste ihrer internationalen Auszeichnungen ist entsprechend lang.
Das neueste Programm „Concerto Humoroso“ wurde auf einer theatralisch konstruierten Intrige aufgebaut: der vermeintlichen Konkurrenz zwischen zwei ambitionierten Musikern. Der am Anfang seriös und etwas bieder auftretende Pianist Gogol im Frack möchte Klassik spielen. Allein. Und daher kündigt er immer und immer wieder mit pompösem Gebaren sein Repertoire an: Bach, Beethoven, Schumann, Chopin, Verdi, Liszt et cetera. „Soooolo“ betont er, und der Saal wird es im Laufe der Show vergnügt und kichernd im Chor nachsprechen: „Soooolo!“
Zu Gogols zunehmender Frustration hat jedoch Mäx andere Vorstellungen Er möchte „La Cucaracha“, russische Volksmusik und Klezmer vorführen. Mäx wirkt dabei wie ein großes, überaktives, narzisstisches Kind. Er spricht auch mit einer kindlichen, zugleich urkomisch krächzenden Stimme, zieht Grimassen als Kommentar und tut alles, um sich gegen Gogol durchzusetzen, inklusive das Publikum „manipulieren“. Er läuft in der Aufmachung eines Clowns herum, mit der lächerlichen Latzhose, selbstverständlich auch mit den megagroßen Schuhen an. Selbst die weißen, langen Haare setzt er zur Belustigung des Publikums geschickt als Element der Komik ein. Zum Beispiel knotet er sie zusammen zu Teufelshörnchen.

Unzählige Instrumente

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Wie genial Mäx ist, bekommen die Zuschauer ziemlich schnell zu hören. Denn er holt unzählige Instrumente aus allen Ecken heraus und spielt gegen den nicht weniger genialen Gogol, der sich am Piano fügt, später auch auf der Gitarre, die er wie ein Flamenco-Profi beherrscht und ihn dann schwindelerregend schnell und klanglich makellos durch die Weltmusik begleitet. Mäx spielt nebst allen bekannten Blasinstrumenten, nebst Piano und Gitarre auch eine Menge Instrumente ohne Namen. Man könnte sie etwa Baby-Saxophon, Piccolino-Trompete, Mini-Mini-Gitarre, Duschkopf, Glas-Xylophon, Kristallglas-Zimbal, Mülltone-Percussion nennen.
Die Duos der beiden Musiker sind atemberaubend. Ihre Komik-Elemente und die Akrobatik sind intelligent aufeinander aufgebaut, sodass das Publikum zwei Stunden lang kontinuierlich lacht. Und wenn im „Finale Grande“ Gogol zur Ballerina wird, die im pinkfarbenen Tutu und mit Schirm auf einer dünnen Stange balanciert, kann auch Mäx nicht mehr ernst bleiben.
Die Freude über diesen vergnüglichen Abend war beim Publikum groß, der tosende Schlussapplaus wollte nicht mehr aufhören.

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