Ausstellung in der Städtischen Galerie

Maler Rainer Nepita und Bildhauer Jörg Bach im Dialog

Autor: 
Oscar Sala
Lesezeit 3 Minuten
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19. Oktober 2018
Rainer Nepita (links) und Jörg Bach in ihrer Gemeinschaftsausstellung in der Städtischen Galerie in Offenburg.

Rainer Nepita (links) und Jörg Bach in ihrer Gemeinschaftsausstellung in der Städtischen Galerie in Offenburg. ©Oscar Sala

Rainer Nepita und Jörg Bach zeigen in der Städtischen Galerie Offenburg Malerei und Bildhauerei im Dialog. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 19. Oktober, um 19 Uhr.

Die Welt ist voller Linien. Schon immer haben Künstler die Linie mit Schwung und Aussagekraft als besonderes Gestaltungselement verwendet: Kandinsky setzte die Linie als abstraktes Kompositionsmittel ein, Jackson Pollock tröpfelte Farbe in Linien auf seine Action-Paintings und Pablo Picasso liebte es, Objekte nur aus einer Linie zu zeichnen. Die Linie ist auch ein zentrales Thema für die Bildhauerei des 20. Jahrhunderts. Die neue Doppel-Ausstellung des Malers Rainer Nepita und des Bildhauers Jörg Bach in der Städtischen Galerie Offenburg zeigt derzeit eine spannungsvolle Gegenüberstellung von Skulptur und Zeichnung, bei der die Linie als verbindendes, aber auch trennendes Element hervortritt.

Stahl, Leinwand und Papier

Beide Künstler bevorzugen aus der Linie entwickelte Zeichen und Kürzel, lassen diese in einen fruchtbaren Dialog mit dem Betrachter  eintreten. Ihre Objekte und Bilder durchdringen und verschlingen Raum und Fläche, lassen dadurch eine eigenständige Bildersprache entstehen. Das verwendete Material und Medium sind bei Bach Stahl, bei Nepita wiederum Leinwand oder Zeichnung auf Papier. Gemein haben die beiden Künstler eine Vorliebe zum Gestischen, bei Bach räumlich-plastisch motiviert, bei Nepita der Natur entlehnt.  

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Jörg Bach präsentiert Boden- und Freiplastiken, aber auch kleinere Wandobjekte. Seine Skulpturen sind naturbelassen, lackiert oder aus poliertem Edelstahl. Neugier und Phantasie werden nicht nur durch Namen wie »Bodenfrüchte«, »Zankäpfel«, »Zünglein an der Waage«, »Wolkenkratzer« oder »Neuland« geweckt, sondern vor allem durch die faszinierende Formen seiner Werke. Bachs Gebilde schlagen als »Raumzeichnungen« eine Brücke von der Dreidimensionalität des Raumes zur immateriellen Linie im Raum. Der Betrachter steht oftmals vor kugelartigen, verknoteten Gebilden, die sich gleich einer innigen Umarmung ineinander verschlingen. Trotzdem schafft es der Künstler, ein Gefühl von Leichtigkeit und Transparenz zu vermitteln – ja, die Werke scheinen gar die Rolle eines Lebewesens einzunehmen. 

Ursprung in der Natur

Rainer Nepitas  gemalte Zeichnungen bergen in ihrer vermeintlichen Schlichtheit ein metaphysisches Universum in sich. Ob Zittergras, Orchideen oder Schlüsselblumen: Seine mit schlingernden Linien gezeichneten Blüten, Blattwerk, Farne und Gräser  haben zwar ihren Ursprung in der Natur, ihr unmittelbares Vorbild liegt jedoch in den Studienalben des Künstlers. Darin finden sich Gewächse wieder, denen er während seiner Wanderungen in der Natur begegnet, um sie dann mit dem Graphitstift zeichnerisch festzuhalten – das ist Nepitas Fundus. Daraus überträgt er in einem zirkulären Arbeitsprozess immer wieder neue Details auf die Leinwand. In einer Art Endlosschleife durchläuft seine Arbeit mehrere Abstraktionsebenen. Eine Verwandlung findet statt: Aus dem Zeichnen bilden sich Zeichen, ein labyrinthischer Pfad der Eindrücke. Seine Bilder bleiben dabei allerdings nicht in der Zweidimensionalität haften, sondern erschaffen durch Überlagerungen und Verschiebungen von Linien- und Farbgestaltung ein komplexe Raumdimension. Auch der Poet Rainer Nepita wird mit drei Gedichten in der Ausstellung in Erscheinung treten. 

Rainer Nepita und Jörg Bach – Malerei und Bildhauerei im Dialog, 20. Oktober bis 10. Februar 2019, Städtische Galerie Offenburg, Kulturforum. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 13 bis 17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage, 11 bis 17 Uhr, am 24. Oktober geschlossen. Internet: www.galerie-offenburg.de

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