Konzert in der Laiterie

Metal-Queen Doro Pesch begeisterte die Fans in Straßburg

Autor: 
Manfred Schilli
Lesezeit 3 Minuten
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15. März 2019
100 Minuten in Höchstform: Sängerin Doro bei ihrem Auftritt in Straßburg.

100 Minuten in Höchstform: Sängerin Doro bei ihrem Auftritt in Straßburg. ©Manfred Schilli

Die Fans in der Straßburger La Laiterie kamen am Samstagabend voll auf ihre Kosten. Die energiegeladene Sängerin Doro Pesch und ihre Band lieferten vor 800 Fans ein begeisterndes Konzert mit Hardrock, Metal und einigen Balladen  ab. 

Eine ungeheure Power steckt in der kleinen Frau. Sie singt so, dass man sich Sorgen macht, ob sie am nächsten Morgen noch einen Ton herausbringt. Aber was wäre Doro ohne die Energie, ohne den Willen, sich auf der Bühne zu verausgaben? Immer wieder geht die Faust nach oben, als wolle sie dem Publikum damit versichern, dass sie es mit 54 noch immer drauf hat.

Mit »Raise Your Fist in the Air« beginnt die Schwermetal­attacke. Der Kontakt zum Publikum ist am Samstagabend in Straßburg gleich da. Doro und ihre vierköpfige Begleitband putschen sich wie eine amerikanische Football-Mannschaft für den unmittelbar bevorstehenden Auftritt auf. Der Adrenalinpegel steigt in die Höhe und wird die nächsten 100 Minuten nicht mehr absinken.

Seit gut dreieinhalb Jahrzehnten ist Doro Pesch aus der Metalszene kaum wegzudenken. Als eine der ersten Sängerinnen in der härteren musikalischen Gangart feiert sie zunächst erste Erfolge mit ihrer Band Warlock, bevor sie sich 1988 nach Auflösung und Rechtsstreitigkeiten rund um die Truppe anschließend auf Solopfade begibt. 

Auf eine Auswahl ihrer Songs aus beiden Phasen konzentriert sich Doro auch bei ihrem Auftritt in der mit 800 Fans gefüllten La Laiterie. Neben Klassikern wie »All We Are«, »Fight for Rock« oder »Für immer«, die für Metaller-Romantik sorgen, geben die Metal-Queen und ihre Mitstreiter auch Material ihres neuen Albums »Forever Warriors/Forever United« zum Besten. 

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Bewunderung ist zu spüren für die 1,64 Meter große gebürtige Düsseldorferin, der, wie es scheint, die Zeit nichts anhaben kann. 36 Jahre steht sie schon im Rampenlicht. So ziemlich alle Heroen der Szene haben schon mit ihr musiziert: Scorpions, Ozzy Osbourne oder der verstorbene Lemmy Kilmister von Motörhead. Doro liefert immer, gibt immer 100 Prozent und ist bei ihrem Auftritt in jedem Moment authentisch. Da wird gepost, geheadbangt oder mit dem Schleudern der langen Haare eine Windmühle imitiert. Sie verteilt Kusshändchen und schüttelt immer wieder Fanhände an der Rampe.

Exzellentes Handwerk

Flankiert wird die Künst­lerin von Schlagzeuger Johnny Dee sowie den beiden Gitarristen Luca Pinciotta und Bas Maas und Bassist Nick Douglas, die wie Besessene in die Saiten greifen. Sie zeigen der Fangemeinde, dass sie ihr Handwerk exzellent beherrschen. Viele Besucher tragen verwaschene Fan-T-Shirts, aber kaum jemand die traditionelle Rocker-Uniform: Lederjacke und Nietengürtel. Doro kann sich diese Nachhaltigkeit nicht erlauben: Schwarzes Leder und blinkendes Metall gehören für sie zur Arbeitskleidung.

Eine der wenigen Balladen im Set ist »I’m a Soldier of Metal« vom aktuellen Album. Ja, eine Soldatin dieser Musikrichtung mag sie sein oder eine Heldin – aber mit ihrer Zuneigung an ihre Fans wirkt sie an dem Abend vor allem wie eine überaus sympathische Mutter des Metal. 

Die Zuhörer, viele von ihnen zwischen 40 und 60 Jahre alt, entlocken Doro nach dem offiziellen Programm mit Applaus­ und Gebrüll schließlich noch zwei Zugaben, bevor die Queen of Metal die Fans in die Nacht entlässt. Dass die alten Kracher auch drei Dekaden später noch immer funktionieren, beweist auf jeden Fall ihre zeitlosen Güte.

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