Kehl

Mozart trotz Maske ein großes Vergnügen

Autor: 
Oscar Sala
Lesezeit 3 Minuten
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21. September 2021
Brillierten als Solisten: Violinistin Lea Balzar und Bratscher Markus Oertel.

Brillierten als Solisten: Violinistin Lea Balzar und Bratscher Markus Oertel. ©Oscar Sala

Begeisternd und aufmunternd wirkte das grenzüberschreitende Kehler Kammerorchester bei seinem Konzert in der Kehler Stadthalle. Der Abend war ausschließlich Werken von Mozart gewidmet.

Gegen den Corona-Blues hilft mitunter Mozart. Dass die Musik des Genies sich als Kraftquelle gegen jede Dunkelheit erweist, hat das Kehler Kammerorchester erkannt. Unter der Leitung von Andreas Dilles kam am Sonntag in der Kehler Stadthalle ein reines Mozart-Programm zur Aufführung, was von den Zuhörern mit Begeisterung quittiert wurde.
Ein Orchester ist immer so gut wie sein Dirigent. Das gilt vor allem für ein grenzüberschreitendes Orchester, das professionelle Musiker und aktive Musikliebhaber aus dem Raum Kehl, Ortenau und Straßburg vereinigt. Dilles lässt zum Auftakt mit Mozarts Ouvertüre KV 621 den Instrumentenkörper mit viel Ausdruck erklingen, der eine symphonische Einheit bildet. Musik voller Heiterkeit und melancholischer Eleganz folge mit der anschließenden Sinfonia Concertante in Es-Dur KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart, die mit ihrem belebten Klang und ihren packenden Crescendi den Höhepunkt des Abends setzt.
Es-Dur erweist sich erneut als strahlende und majestätische, aber auch sanfte Tonart. Das Werk versprüht in den Ecksätzen lebensbejahende Freude, die im schönen Kontrast zum langsameren Andante stehen. Warm und füllig erklingt der dunkel timbrierte Klang des Kammerorchesters. Vor allem überzeugen die Solokadenzen.

Feines Gespür 

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Gefeierte Solisten sind die junge Violinistin Lea Balzar und der Profi-Bratscher Markus Oertel, der kurzfristig den Viola-Part für den erkrankten Michael Klett übernimmt. Das Solisten-Duo beweist trotz verschiedener Voraussetzungen ein feines Gespür für die unterschiedlichen Akzente des Werkes. Die Viola nimmt das von der Geige strahlend Vorgetragene auf und vertieft es. Beide Instrumente treten immer wieder in einen musikalischen Dialog ein, brillieren mit Läufen und Sprüngen, zaubern Untertöne von Entsagung und Zweifel, die sich im Presto wieder in klanggewordene Daseinsfreude verwandeln.
Nach dem heiteren, nicht überzogenem Finale entlassen die beiden Solisten das Publikum nach einer Zugabe in die Pause: Das macht Vergnügen und Lust auf mehr. Für den Augenblick meint der Musikliebhaber in der Kehler Stadthalle trotz Corona-Maske frei atmen zu können.
Abschließend erklingt Mozarts g-moll-Sinfonie Nr. 40 KV 550 mit ihrem herben Charakter – dem trotzigen Menuetto, dem ruhelosen Finale. Mozart hat das Werk drei Jahre vor seinem Tod komponiert: Es spiegelt die Palette menschlicher Gefühle wider und wird die „Sinfonie mit einem lächelnden und einem weinenden Auge“ genannt.

Wunderbare Holzbläser

Hervorzuheben sind die melodischen Holzbläserpassagen und der empfindsame Streicherklang des Orchesters, die für ein bewegendes Hörerlebnis sorgen. Dilles und sein Orchester sind bei den Herausforderungen mit ihrem schwebenden Beginn und dem auftrumpfenden Finale stets konzentriert. Die Instrumentalisten lassen die melancholische Schönheit des Stückes erstrahlen. Dass der Beifall danach ebenso warm und herzlich ausfällt, das ist angesichts der dargebotenen Leistung völlig verdient.

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