StN-„Ortstermin“ in der Komödie im Marquardt

Näher dran an „Koi Auskomma mit dem Einkomma“

Autor: 
Nikolai B. Forstbauer
Lesezeit 5 Minuten
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14. Januar 2020
Monika Hirschle und Reinhold Weiser in „Koi Auskomma mit dem Einkomma“

Monika Hirschle und Reinhold Weiser in „Koi Auskomma mit dem Einkomma“ ©Foto: Martin Sigmund

Wie sieht es hinter den Kulissen der Kultur aus? Antworten gibt unsere Reihe „Ortstermin“. Nächste Station ist am 22. Januar die Komödie im Marquardt in Stuttgart und das Stück „Koi Auskomma mit dem Einkomma“.

Stuttgart - Wie sieht es hinter den Kulissen der Kultureinrichtungen in der Region Stuttgart aus? Antworten gibt unsere Reihe „Ortstermin“. Nächste Station ist am Mittwoch, 22. Januar (17.30 Uhr), die Komödie im Marquardt in Stuttgart und das Stück „Koi Auskomma mit dem Einkomma“. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist notwendig – unter www.stn.de/ortstermin. „Ortstermin“-Teilnehmer erhalten zudem vergünstigte Tickets für die Abendvorstellung um 20 Uhr.

Stück aus der Weltwirtschaftskrise

Kann man, darf man es mit Humor nehmen, wenn die Rente nicht reicht? Aktuell, so scheint es, verbietet sich ein Lacher. Doch 1932, im noch immer von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten und schon nahe am politischen Abgrund stehenden Deutschland, trifft die musikalische Ufa-Komödie „Ich bei Tag und Du bei Nacht“ mit Liedern der Comedian Harmonists-Hitlieferanten Werner Richard Heymann und Robert Gilbert den Nerv des Publikums.

Theater- und Filmerfolg

24 Jahre und ungeahnte Schrecken später begründet der Stoff einen bis heute anhaltenden Theatererfolg – im November 1956 hat Fritz Wempners Komödie „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ im Niederdeutschen Theater Bremen Premiere – und wird nur ein Jahr später und kurz nach einer ersten Fernsehausstrahlung aus dem Hamburger Ohnsorg-Theater mit ebenfalls großem Erfolg verfilmt.

Jetzt erstmals auf Schwäbisch

Axel Preuß, Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart und Herr über das Alte Schauspielhaus und die Komödie im Marquardt, bringt das Stück über die Sorgen des Rentnerpaares Sabine und Eberhard und die individuellen wie gemeinsamen Nöte der jungen (Doppel-)Untermieter Lisa und Tom nun neu auf die Bühne: Am 17. Januar hat Fritz Wempners Theater-Dauerbrenner in der Komödie im Marquardt Premiere – als Neubearbeitung und erstmals überhaupt auf Schwäbisch.

Doch die Schauspielerin („Laible und Frisch“) und Autorin Monika Hirschle hat aus „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ aus Sicht von Axel Preuß keineswegs nur die schwäbische Version „Koi Auskomma mit dem Einkomma“ gemacht.

Von Lebensrealitäten und Familienrealitäten

„Das Stück“, sagt Preuß, „passt mit seinen Themen wie Wohnungsknappheit und Geldsorgen im Rentenalter hervorragend nach Stuttgart“. Aber da ist noch mehr: „,Koi Auskomma mit dem Einkomma’“ ist eine wunderbar turbulente Familiengeschichte. Und es bietet Paraderollen für Monika Hirschle und Reinhold Weiser.

30 Jahre Schwäbisches Theater in der Komödie

Die Schauspielbühnen Stuttgart setzen mit „Koi Auskomma mit dem Einkomma“ eine große Tradition fort: Seit mehr als 30 Jahren wird in der Komödie im Marquardt Theater auf Schwäbisch gespielt. Allein 18 000 Zuschauerinnen und Zuschauer hatte in der Spielzeit 2018/2019 der „Tratsch em Treppahaus“. „Mundart-Theater“, sagt Axel Preuß, „ist wichtig. Die schwäbische Mundart verbindet Menschen und spricht sie unmittelbar an.“

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Jetzt also „Koi Auskomma mit dem Einkomma“. Erstmals inszeniert Schauspielbühnen-Intendant Axel Preuß an der Komödie. „Auf die Zusammenarbeit habe ich mich sehr gefreut“, sagt Monika Hirschle. Ihre Figur Sabine sieht sich in der stärkeren Position des um bessere Einkünfte bemühten Rentnerduos. Reinhold Weiser spielt ihren Mann, den liebenswerten Bruddler Eberhard, Jörg Pauly steht als Tom, Antonia Leichtle als Lisa auf der Bühne.

Mit uns näher dran

Wie ist Monika Hirschle vorgegangen? Was wird im Schwäbischen vielleicht anders vorgetragen, wo versöhnt die Sprache mit realen Abgründen? Und wie hat sich der Hamburger Axel Preuß in der schwäbischen Sprache zurechtgefunden? Antworten auf diese und andere Fragen geben Axel Preuß und Monika Hirschle am Mittwoch, 22. Januar, beim „Ortstermin“ unserer Zeitung. Beginn in der Komödie im Marquardt ist um 17.30 Uhr.

„Ortstermin“-Rabatt für Theatergänger

Doch damit nicht genug: „Ortstermin“-Besucher erhalten um 20 Prozent vergünstigte Eintrittskarten für die Aufführung um 20 Uhr. Erleben Sie wenige Tage nach der Premiere, wie sich Monika Hirschle in Sabine verwandelt – und wie sich über ernste Themen wunderbar schmunzeln lässt.

Sorgen, als Mundartkomödie könnte das Stück seinen Gegenwartsbezug verlieren, hat Axel Preuß nicht. Im Gegenteil: „Gute Komödien“, sagt Preuß, „haben immer einen ernsten Hintergrund, den sie leichtfüßig und heiter bespielen. Und die Mundart verankert sie unmittelbar im Leben des Publikums.“

Auch Monika Hirschle ist sich sicher, dass das Stück „den Nerv der Zeit trifft, die Zuschauerinnen und Zuschauer aber über ihre Alltagsprobleme lachen können“.

So können Sie dabei sein

„Ortstermin“ am Mittwoch, 22. Januar, in der Komödie im Marquardt (Bolzstraße 4–6) in Stuttgart. Gäste sind Axel Preuß, Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart (Altes Schauspielhaus und Komödie im Marquardt), sowie die Schauspielerin und Autorin Monika Hirschle. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist notwendig – unter www.stn.de/ortstermin.

„Ortstermin“-Gäste erhalten einen besonders günstigen Ticketpreis für die Abendvorstellung von „Koi Auskomma mit dem Einkomma“ am 22. Januar 2020. Sie sparen 20 Prozent. Karten in der ­dritten Kategorie für 13,60 Euro erhalten Sie unter Telefon 07 11 / 2 27 70 18. Ansprechpartnerin ist Sabine Adam-Beck. Auch ­per E-Mail können Sie Ihre Tickets bestellen – schreiben Sie einfach an

s.adam-beck@schauspielbuehnen.de. Bitte nennen beziehungsweise notieren Sie jeweils das Stichwort „Ortstermin“.

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