Lahr

Nofretete und Echnaton aus Stahl

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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18. Mai 2022
Die Lahrer Reihe „Kunst in die Stadt“ zeigt Stahlplastiken des Rottweiler Bildhauers Jürgen Knubben. 

Die Lahrer Reihe „Kunst in die Stadt“ zeigt Stahlplastiken des Rottweiler Bildhauers Jürgen Knubben.  ©Jürgen Haberer

„Kunst in die Stadt“ bringt in diesem Sommer der Rottweiler Bildhauer Jürgen Knubben. Er zeigt seine Skulpturen in der Lahrer Innenstadt, im Stadtpark und in der städtischen Galerie.

Die Lahrer Reihe „Kunst in die Stadt“ zeigt in diesem Jahr Stahlplastiken des Rottweiler Bildhauers Jürgen Knubben (67). Seine Skulpturen zieren bis zum 18. September fünf Plätze der Stadt, eine weitere Arbeit ist im Stadtpark zu sehen. In der städtischen Galerie, im alten Rathaus, ist bis zum 12. Juni eine Begleitausstellung mit rund einem Duzend Kleinplastiken zu sehen. 
Der steile Treppenaufstieg in den Ausstellungsraum im Dachgeschoss des alten Rathauses wird reflektiert von einen Wandrelief, einer Stahlplatte, in die Jürgen Knubben eine stufenartige Nut eingefräst hat. Dann steht der Ausstellungsbesucher vor den stilisierten Büsten von Nofretete und Echnaton. Der Bildhauer hat sie auf der Basis geometrischer Formen aus Stahl nachgebildet. Zwei Büsten ohne Farben, alles reduziert und abstrahiert und doch schwingt unübersehbar die Aura der beiden Originale mit.

Klassische Grundform

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Der hier erkennbare Ansatz setzt sich in der zurückhaltend bestückten Galerie und in der Innenstadt fort, wo die Arbeiten von Jürgen Knubben bis in den Herbst hinein zu sehen sein werden. Von Norden kommend entdeckt der Kunstfreund die erste Skulptur hinter dem Gartentor in der Brestenbergstraße. Weitere Arbeiten sind am Urteilsplatz, am Sonnenplatz, bei der Stadtmühle und auf der Wiese im Innenhof des neuen Rathauses zu sehen. Der Rathausplatz wurde wegen des Landesturnfestes in diesem Jahr ausgenommen, dafür ist im Eingangsbereich des Stadtparks ein stählerner Doppelturm von Jürgen Knubben zu sehen.
Die durchweg in Cortenstahl gefertigten Plastiken des Künstlers spielen mit der Reduktion auf symbolische Körper und geometrische Formen. Türme, Häuser und Treppen, zum Teil als Paare oder wie in der Galerie auch als Gruppen angeordnet. Klassisch in der Grundform, manchmal auch spitz zulaufend, nach innen oder außen gebogen. Hinter dem Tor in der Brestenbergstraße stehen vier jeweils im rechten Winkel angeordnete Stahltafeln, die in Treppenstufen enden.
Auf dem Urteilsplatz reckt sich eine mehr als fünf Meter hohe Stele in den Himmel. Die einzelnen Segmente sind entlang der Mittelachse verschoben und scheinen sich zu drehen. Die Arbeit strahlt eine innere Dynamik aus. Die Quader des Turmes auf dem Sonnenplatz verjüngen sich nach oben, das oberste Element kippt zur Seite. Bei der Stadtmühle stehen zwei wuchtige Stahlobjekte, die von Stufen gekrönt werden, im Stadtpark zwei Türme, die sich am Sockel berühren, nach oben aber ganz leicht auseinanderlaufen.
Aus der Reihe tanzen die zwei Arbeiten auf der Wiese im Innenhof beim neuen Rathaus. Hier scheinen zwei fliegende Untertassen gelandet zu sein. Die eine ruht auf dem Rasen, die andere hat sich scheinbar senkrecht in den Untergrund gebohrt, ist nur als plastisch ausgebildeter Halbkreis zu sehen.

Info: Die Kunstwerke von Jürgen Knubben in der Brestenbergstraße, am Urteilsplatz und Sonnenplatz, bei der Stadtmühle, im Innenhof des neuen Rathauses und im Stadtpark, sind bis zum 18. September zu sehen. Die Begleitausstellung in der städtischen Galerie läuft bis zum 12. Juni, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag zusätzlich von 10 bis 13 Uhr.

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