Konzert im Salmen

Patrick Labiche servierte Swing und Blues in Offenburg

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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15. April 2018

Swing trifft Jazz: Patrick Labiche und Patricia Schmid. ©Jürgen Haberer

Locker und entspannt geht es zu, wenn Patrick Labiche abseits der großen Showbühnen in die Welt des Swing eintaucht. Am Donnerstagabend hat der in Offenburg lebende Tenor zu einem intimen, vom Swing geprägten Konzertabend in den Salmen geladen.   

Eigentlich ist Patrick Labiche eher auf den großen Bühnen des Showgeschäfts zu Hause, in der Welt der Operette und des Musicals. Der in der Champagne aufgewachsene, seit 1992 in Offenburg beheimatete Tenor hat aber auch ganz andere Seiten. Lässig mit dem Finger schnippend und charmant parlierend, entführt er das Publikum zwischendurch auch ganz gern einmal in den Dunstkreis des Swing und des Chansons. Patrick Labiche wandelt dann auf den Spuren von Frank Sinatra, Charles Trenet und Charles Aznavour, kokettiert mit dem viel zu früh verstorbenen Roger Cicero. 

Swing ist für Labiche vor allem auch eine Grundhaltung und ein Lebensgefühl, eine locker durchschwingende Interpretationsform, die bei ihm nicht einmal vor Helene Fischer Halt macht. Es ist alles einfach nur eine Frage des Ansatzes und der passenden Zutaten. 

Kongeniales Begleitduo

Patrick Labiche zieht sich dann auf die kleine Form zurück, das Zusammenspiel mit zwei alten Weggefährten, dem Jazzpianisten Jean-Marie Goepfert und Dominique Charbonnier am Schlagzeug. Als kongeniales Begleitduo setzen die beiden eine klar vom Swing geprägte Duftmarke, die der ausgebildete Tenor dann in seinem Sinne erweitert, variiert und transformiert. Hier ein Stehblues, da ein bisschen Old-Time-Jazz und Boogie, eine immer wiederkehrende Verbeugung vor den großen Chansoniers Frankreichs. 

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Alles wird gut durchgemischt und im Stile eines immer wieder charmant plaudernden Entertainers serviert. Patrick Labiche findet schnell einen Zugang zu seinem Publikum, auch wenn er in Sachen Entertainment hier und da ein bisschen überzieht. Er wirkt dann einfach eine Spur zu lässig, setzt ein oder zwei Mal zu oft auf das Spiel mit dem Publikum, dessen Lust am Mitsingen. 

Boogie und Musette

Der besondere Reiz des Abends in Offenburg liegt in den Zwischentönen. »Route 66« holpert davon in Richtung Boogie, »I’m in heaven« taucht tief in den Geist des amerikanischen Entertainments ein, während »La Mer«  plötzlich beim Bossa Nova landet. Musettewalzer prallt auf Swing, zwischendurch rumpeln Schlagzeug und Klavier, während Patrick Labiche etwas Jazzgesang einschiebt, die Trompete von Louis Armstrong anklingen lässt. 

Nach der Pause holt er Patricia Schmid vom Jazzchor Offenburg auf die Bühne, stimmt mit ihr »I wanna be loved by you« und den deutschen Schlager »Schau mich nicht so an« an. Bei »La view en rose« wird nicht zum ersten Mal zwischen den Sprachen gependelt, und dann ist da noch Helene Fischers Hit »Atemlos durch die Nacht«, den Patrick Labiche mit blonder Perücke im Stile einer frechen Persiflage serviert.     

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