Abschluss der Lahrer Literaturtage

Peter Martens stellte Reisebuch »So tickt Südamerika« vor

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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04. Juni 2019
Peter Martens berichtete von faszinierenden Eindrücken seiner Südamerika-Reise.

Peter Martens berichtete von faszinierenden Eindrücken seiner Südamerika-Reise. ©Jürgen Haberer

Zum Abschluss der Lahrer Literaturtage »Orte für Worte« stellte Peter Martens am Samstagabend sein Reisebuch »So tickt Südamerika« vor. Fünf Monate lang hat er den Kontinent bereist und dabei immer wieder den Kontakt zu den Menschen gesucht. 

Mit echten Leseproben aus dem im Herbst 2017 erschienenen Reisebuch hat Peter Martens durchaus etwas geknausert. Die von ihm zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 gesammelten Impressionen und Erfahrungen hat der in Schliengen bei Freiburg lebende Autor und Verleger aber höchst unterhaltsam vermittelt. 

Von Kuba aus sind Peter Martens und seine Frau Kerstin in raumgreifenden Sprüngen über Bolivien zu den Wasserfällen im Dreiländereck Brasilien-Paraguay-Argentinien und weiter zum Cap Horn, am Ende der Welt gereist. Für den Rückweg haben sich die beiden dann Zeit gelassen für kurze Etappen abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Im Mittelpunkt stand immer wieder die Begegnung mit den Menschen entlang des Weges. 

Peter Martens Buch »So tickt Südamerika« scheint zu halten was es verspricht. Grandiose Naturaufnahmen stehen neben intimen Porträts und Blicken hinter die Kulissen. Der gut zweistündige Lichtbildvortrag, mit dem Peter Martens am vergangenen Samstag die Literaturtage »Orte für Worte« abgeschlossen hat, wartete immer wieder mit reizvollen Perspektiven und Ansätzen auf, die in der gängigen Reiseliteratur oft zu kurz kommen. 

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Martens hat auf Kuba bei einem pensionierten Offizier gewohnt, ist in Havanna zu einer Entdeckungsreise aufgebrochen, die ihn in entlegene Winkel der Stadt geführt hat. Seine Bilder erzählen vom morbiden Charme einer Welt zwischen Verfall und Aufbruch. Das Naturspektakel der Wasserfälle und Kaskaden in Südamerikas  Dreiländereck wird von den Eindrücken der faszinierenden Landschaft am Ende der Welt noch einmal getoppt. 

Chaotische Verkehrsverhältnisse

Der Autor erzählt aber auch vom Leben in den Pfahlbauten der Insel Chiloé, hinterfragt das Fehlen von Tourismus rund um einen zauberhaften Bergsee in Chile und landet bei den negativen Folgen der kommerziellen Lachszucht. Er beschreibt, wie nach dem Ende der Militärdiktatur in Chile Kultur und Kunst aufblühen, die Farben in die Metropolen zurückgekehrt sind. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires taucht er mit Haut und Haar in die Welt des Tangos ein. In Bolivien steigt er in die Hochlagen der Anden hinauf und skizziert die Problemfelder der Metropole La Paz. Die Verkehrsverhältnisse sind chaotisch, die Kriminalität steigt an, je weiter man die Hänge der Anden hinaufsteigt.  

Als problematisch bewertet Martens auch den Ansturm auf Machu Picchu in Peru. Die einstige Bergstadt der Inka leidet unter einem Besucherstrom, der allen Einschränkungen zum Trotz nie abebbt. Martens erlebt ein schweres Erdbeben in den Anden, lernt den Starkoch Gáston Acurio kennen, der eine neue Andenküche kreiert hat, trifft Bauern und Viehhirten, die Nachfahren der Inkas sind. Die faszinierendsten Momente ihrer Reise erleben Peter und Kerstin Martens aber bei ihrem Trip durch die Dschungelwelt des Amazonas, die ihnen der Ökologe und Ranger Pepe auf einer Bootstour näherbringt. 
 

Info

Das Buch

Peter Martens – »So tickt Südamerika«, Reisebuch, gebunden, 
272 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-946225-00-3

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