Künstlerkreis Ortenau und Galeristen Stumpf stellen aus

"Pflanzenwelten" im Offenburger Artforum

Autor: 
Gertrud Schley
Lesezeit 3 Minuten
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25. September 2020

Rainer Nepita (links) und das Galeristen-Ehepaar Egon A. Stumpf und Eleonore Schmidt-Stumpf in der neuen Ausstellung des Künstlerkreises Ortenau. ©Iris Rothe

Künstlerkreis Ortenau und die Galeristen Stumpf laden zu „Pflanzenwelten V“ in die Okenstraße in Offenburg ein. Eröffnung ist am Sonntag, 27. September, wie immer um 11 Uhr.

„Die Leute sind richtig aufgekratzt, wenn sie wieder etwas zu sehen bekommen“, hat Galerist Egon A. Stumpf beobachtet. Auch Rainer Nepita, zweiter Vorsitzender des Künstlerkreises Ortenau, ist froh, das Artforum morgen, Sonntag, wieder öffnen zu dürfen. Denn eigentlich war die Ausstellung „Pflanzenwelten V“ in Zusammenarbeit mit der „Galerie im Saal“ des Ehepaars Stumpf im unterfränkischen Eschenau bereits für April geplant. 
Jetzt wird es trotz Corona-Pandemie möglich, die Werke von zehn Künstlern zu zeigen – mit Einschränkungen: 31 Besucher dürfen sich gleichzeitig im Raum aufhalten. Ein getrennter Ein- und Ausgang sorgt ebenfalls dafür, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. 

Von der Flora inspiriert

„Pflanzenwelten V“ bietet eine große künstlerische Vielfalt: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Plastik, Fotografie, Installation und Objektkunst. Helmut Droll hat seine großformatige „floride“ Wiese mit Ölfarbe auf die Leinwand gepeitscht. In Fortsetzungsbildern zeigt er ihre Veränderung bis hin zum sterilen Barcode. 
Die Zerstörung von Natur ist auch ein Thema von Romana Menze-Kuhn. In ihre Gemälde, die den Urwald als undurchdringliche grüne Wand darstellen, hat sie Fotografien eingebettet. Dazu hat die Künstlerin auf dem Boden Wurzeln arrangiert, die mit grellgrüner Silikonmasse bestrichen wurden. Sylvia Peter, eine klassische Blumenmalerin mit einem Blick für Unscheinbares, zeigt in ihren Bildern das Pflanzenleben über und unter der Erde. Mit dem Wachsen und dem Sterben von Pflanzen beschäftigt sich der Fotograf Horst Ziegler. 

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Installationen und Objekte

An Bachläufen ist der Japanische Knöterich ein Ärgernis.  Getrocknet, in Ringe gesägt und zu Ornamenten zusammengefügt, bieten die Stängel bei Benjamin Beßlich eine neue Sicht auf den Invasoren. Dunkelgrüne Fadenalgen sind das Ausgangsmaterial einer Kollektion von zwölf „Zeichnungen“. Werner Henkel hat die zarten Gespinste mit Acryl fixiert und unter Glas geschützt. 
Ständig auf der Suche nach Naturmaterialien ist auch Herman de Vries. Er präsentiert streng geordnete Arrangements mit winzigen Muscheln und Steinchen aus der Umgebung des Vulkans Ätna. Gerd Kanz bearbeitet seine  Holztafeln mit Stechbeitel,  Hammer und Farbe. Das Ergebnis sind Reliefe mit Anklängen von floralen Motiven.  Der Bildhauer Herbert Holzheimer schuf seine Objekte mit Totholz. Er lässt in das Innere von Stämmen und Kugeln schauen. 

Führungswechsel

Mit Rainer Nepita nimmt auch ein Mitglied des  Künstlerkreises an der Ausstellung teil. Für seine abstrakten Bildwelten ist die Natur eine reiche Inspirationsquelle – und ein Farb-
lieferant. Arbeiten, die während seines Stipendiums in Basel entstanden sind, wurden mit Ziegelfragmenten aus der Römerzeit vom Rheinufer coloriert. 
Sicher ist jetzt, dass sich Manfred Schlindwein (70) und Rainer Nepita (65) aus der Führung des Künstlerkreises zurückziehen. Man wolle die Verantwortung an jüngere Kollegen mit neuen Ideen weitergeben, sagte Nepita. In der Mitgliederversammlung im Oktober wollten sich Emanuel Ogrodniczek und Ursula Reichhart als Nachfolger zur Wahl stellen.

Info

Termin

Pflanzenwelten V, Künstlerkreis Ortenau, Artforum, Offenburg, bis 1. November. Öffnungszeiten: Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 17 Uhr. 

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