Konzert im Lahrer Schlachthof

Sängerin und Gitarristin Gaby Moreno zeigte ihre Bandbreite

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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09. Oktober 2019
Musikerin mit wandlungsfähiger Stimme: Gaby Moreno aus Guatemala.

Musikerin mit wandlungsfähiger Stimme: Gaby Moreno aus Guatemala. ©Jürgen Haberer

Folk und Blues treffen auf lateinamerikanische Elemente, den Swing der 1940er-Jahre und rockige Riffs. Die Sängerin und Gitarristin Gaby Moreno überrascht mit musikalischen Feinheiten und einer bemerkenswerten Bandbreite. Am vergangenen Sonntag setzte sie die Lahrer Reihe „Songs ’n’ Singers“ fort.  

Ganz in Schwarz steht Gaby Moreno auf der Bühne, stimmt mit einem dunklen Timbre wunderbar elegant angelegte Balladen an. Die 38-jährige Musikerin aus Guatemala wirkt fast ein bisschen schüchtern, besticht aber mit einer natürlichen und unprätentiösen Aura. Es ist ihr nicht anzumerken, dass sie andere Kulissen gewöhnt ist, als die knapp drei Dutzend Zuhörer, die am Sonntagabend in den Lahrer Schlachthof gekommen sind. Die vor vielen Jahren gestartete Reihe „Songs’ n’ Singers“ ist noch immer kein Selbstläufer, obwohl sie immer wieder mit großartigen Songpoeten und ausgemachten Schwergewichten der Szene aufwartet.

Gaby Moreno macht hier keine Ausnahme. Die 2013 als beste Newcomerin mit dem Latin-Grammy-Award ausgezeichnete Musikerin ist in ihrer Heimat ein Star. In den USA, wo sie seit fast zwei Jahrzehnten lebt, hat sie sich nicht zuletzt durch ihr soziales und politisches Engagement etabliert. Ihre Songs, die sie mal auf Englisch, mal auf Spanisch singt, handeln längst nicht nur von persönlichen Empfindungen. Es geht auch um das Schicksal von Immigranten, um Respekt und Toleranz. 

Ausgereifte Songs

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Die große Stärke der Frau aus Guatemala liegt aber in ihrer Musik und in ihrer wandlungsfähigen Stimme. Rockige Gesten treffen auf Blues und Soul, den Swing vergangener Tage. Fröhlich holpernde Countrymusik weht herüber, ein Bossa Nova, der typische Charme Lateinamerikas. Sie selbst zupft die Gitarre, arbeitet überwiegend mit der elek­trischen. Die hier und da eingestreuten Soli lassen erkennen, dass sie weit mehr zu bieten hat als eine gute Stimme. Im Quartett mit Schlagzeuger Sebastian Aymanns, Bassist Kimon Kirk und Martin Meixner am Piano sowie einer wunderbar röhrenden Hammond­orgel kreiert sie eine ungemein abwechslungsreiche, nie oberflächlich wirkende Klanglandschaft. 

Die Band serviert musikalische Juwelen mit immer neuen Schattierungen. Sie  wartet im Konzert mit einem ausgereiften Songmaterial auf. Die Musik marschiert, rumpelt in rockigen­ Riffs kräftig dahin und landet ansatzlos wieder in einer feinsinnigen Ballade, einem erdigen Blues. Sie triftet ab in Richtung Latin, folgt dem Pfad der Gauchos, kehrt mit einem kessen Zungenschlag, einer röhrenden Orgelphrase wieder zurück. 

Die Kulisse im Lahrer Schlachthof mag spärlich sein, Gaby Moreno und ihre drei Mitstreiter gelingt es, das Publikum im Verlauf des Abends spürbar aufzumischen. Das Konzert beeindruckt, nimmt die Zuhörer mit und hallt nach. Der musikalische Eindruck bleibt nachhaltig in Erinnerung.

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