Trotz alledem: Festspielhaus präsentiert neues Programm

"Sehnsucht nach dem Miteinander"

Autor: 
Jutta Hagedorn/Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
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16. März 2020

Benedikt Stampa, l., im Gespräch mit John Neumeier. ©Kiran West

Nachdem am Sonntag endgültig das Aus für die Osterfestspiele des Festspielhauses Baden-Baden bekanntgegeben wurde, hat Intendant Benedikt Stampa heute sein Programm für dieSaison 2020/21 vorgestellt. Der Intendant setzt auf die Macht der Musik und des Miteinanders. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

„Durch die am Wochenende veröffentlichte ‚Allgemeinverfügung über das Verbot von Veranstaltungen und die Schließung von Einrichtungen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus bis zum 19. April 2020’ ist eine Durchführung des Festivals unmöglich geworden“, erklärte Intendant Benedikt Stampa in einer Presseerklärung. „Wir sind nun verpflichtet, die Osterfestspiele 2020 sowie sämtliche weiteren Konzerte und Veranstaltungen abzusagen. Ich bin sehr traurig, dass nun alle Vorbereitungen beendet werden. Wir standen schon in den fertigen Kulissen für die Beethoven-Oper ‚Fidelio’ auf der Bühne.“

Neues Programm steht

Stampa bittet die Besucher, die bereits Eintrittskarten für die Osterfestspiele gekauft hatten, um etwas Geduld. „Wir werden uns so rasch es geht mit allen Kunden in Verbindung setzen.“ Mit den Berliner Philharmonikern sei man in Gesprächen, ein exklusives Konzertwochenende im Herbst zu entwerfen. „Ich bin dem Orchester und seinem Chefdirigenten Kirill Petrenko sehr dankbar, wenn sie sich auf diese Weise zu Baden-Baden bekennen und ihrem Publikum hier eine Freude machen würden.“

Trotz allem steht das  Programm der Saison 2020/21, und in Anbetracht der gegenwärtigen Umstände stellt Stampa es unter das Motto „Sehnsucht nach dem Miteinander“. Die Baden-Badener Festspiel-Saison 2020/2021 soll mit fünf Festivals, sieben Opern, Residenzorchestern aus Berlin, New York, St. Petersburg, München und Stuttgart Vorfreude bereiten. Der Intendant setzt auf die Macht der Musik und des Miteinanders. Er sei fest davon überzeugt, dass Menschen schon bald wieder in großer Zahl gemeinsam Musik genießen werden können. 

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Der Vorverkauf ist bereits gestartet. „Auch wenn wir derzeit noch von der Corona-Pandemie gebremst werden: Ich möchte mit dem neuen Programm Mut machen und positiv in die Zukunft blicken“, muntert Stampa auf. Das Publikum, die Freunde und Förderer des Festspielhauses bittet er: „Buchen Sie schon jetzt für die neue Saison und stellen Sie sich an die Seite so vieler wunderbarer Künstlerinnen und Künstler. Gemeinsames Musikerleben stärkt unsere Gesellschaft. Wir spüren gerade in der Corona-Krise schmerzhaft, wie sehr wir Konzerte, Opernabende und Ballett-Aufführungen vermissen“, so Stampa. „In ihnen schlummern seelische Abwehrkräfte.“

Sieben Opern

„Sieben Opern, davon vier szenische Produktionen, bilden das Rückgrat der neuen Spielzeit“, so der Intendant. Das Programm schärfe die Profile der einzelnen Festspiele und beschäftige sich wieder intensiv mit der Musikgeschichte Baden-Badens. „Die Herbstfestspiele 2020 (28. November bis 6. Dezember) werden mit der Neuinszenierung ‚Salome‘ von Regisseur Philipp Stölzl deutlich aufgewertet“, so Stampa. Konzertant gibt es Bela Bartoks Opern-Thriller „Herzog Blaubarts Burg“ dirigiert von – Sir Simon Rattle. Residenzorchester im Herbst sind die Münchner Philharmoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Valery Gergiev. 

Im Rahmen der Osterfestspiele 2021 mit den Berliner Philharmonikern dirigiert Kirill Petrenko die Neuinszenierung der Tschaikowsky-Oper „Mazeppa“ von Dmitri Tcherniakov und leitet die konzertante Aufführung der Oper „Francesca da Rimini“ von Sergei Rachmaninow und interpretiert Mozarts „Requiem“. Im Theater entsteht eine Neuinszenierung des Mozart-Singspiels „Zaide“. 

Ebenfalls freuen darf man sich wieder auf John Neumeier und sein Hamburg Ballett. „Ich freue mich sehr auf Oliver Messiaens ‚Turangalîla‘-Sinfonie“, sagt er, denn „sie gehört zur DNA des SWR Symphonieorchesters und wurde von John Neumeier kongenial choreografiert.“ 
Er wolle die Winter-Festspiele weiter profilieren“, so Stampa, der zum  Jahreswechsel Gastgeber des ARD-Silvesterkonzerts ist, wenn Teodor Currentzis das SWR Symphonieorchester leitet. Es gibt einen „Johannes-Brahms“-Schwerpunkt und - nach 20 Jahren, ein Gastspiel der New Yorker Metropolitan Oerpa unter Yannick Neezt-Seguin. 
 

Info

Karten

Weitere Informationen und Tickets ab sofort: www.festspielhaus.de; Beratung und Reservierungen: • 07221 / 30 13 101.

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