Gastspiel mit Projekt „Protocol IV“ in Kappelrodeck

Simon Phillips und Band zwischen Melodie und Ekstase

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 2 Minuten
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13. November 2019
Simon Phillips präsentierte mit seiner Band das Projekt „Protocoll IV“.

Simon Phillips präsentierte mit seiner Band das Projekt „Protocoll IV“. ©Berthold Gallinat

Mit Simon Phillips war einer der renommiertesten und angesehensten Drummer der Welt mit seiner derzeitigen Band im „Vaya Casa“ zu Gast. Er machte auf seiner Tour durch Deutschland und die Schweiz mit seinem Projekt „Protocol IV“ auch in Kappelrodeck Station.

Die Besucher des Konzerts am Sonntagabend im Gästehaus „Vaya Casa“ konnten schon vor Beginn sehen, dass da ein Schlagzeuger von besondere Klasse auf der Bühne zu erwarten war. Denn auf der Bühne war ein Schlagwerk in Turmhöhe aufgebaut. 

Simon Phillips stellte nach dem Intro mit „Celtic Run Solitaire“, seine Band vor: Jacob Scesney (sax), Alex Sill (guit),­ Otmaro Ruiz (keys) und Ernest Tibbs (bass), alles erstklassige Musiker. Ein Besucher schwärmte beispielsweise nach einem Solo des jungen Saxophonisten Jacob Scesney: „Das ist ja phänomenal, wie der spielt.“

Das galt natürlich auch für den Maestro selbst. Ungeheuer gefühlvoll und einfallsreich mit einem phänomenalen Gespür für Jazz, Rock oder Pop in faszinierender Fusion entfaltete er sein Schlagwerk, schuf Raum für die Musik, verfolgte melodische Linien und bettete sich harmonisch ins Spiel der Band ein. Diese eröffnete furios, wirkte durch die knappen melodischen und sich wiederholenden Sequenzen des Saxophons fast ekstatisch. 

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Durch das Spiel des Keyboarders Otmaro Ruiz erhielt das Konzert immer wieder einen sphärischen und psychedelischen Charakter. Ernest Tipps spielte einen groovigen Bass, mal impulsiv, mal ganz dezent im Hintergrund. Gitarrist Alex Sill verstand es gleichermaßen, harte Riffs zu spielen und dann wieder seine Gitarrenklänge wie zarte Windfahnen im Raum schweben zu lassen. 

Impulsiver Jazzrock

So entfaltete sich in den Stücken von „Celtic Run Solitaire“ über „Kum Na Moja“, „Moments Of Future“ und „First Orbit“ sowie weiteren Vorträgen intensive Balladen und impulsiver Jazzrock. Immer wieder gab es Raum für Improvisation in exzellenten Soli. Und so war es nicht verwunderlich, dass Simon Philipp nach „You Can’t But You Can“ auf seine Frage ans 
Publikum: „Are you ok?“ ein breites „Yeah“ entgegen schallte.

Spontaner Beifall für die Soloauftritte und stehender Beifall am Ende unterstrich die Begeisterung des Publikums. mit der Zugabe „Pentangle“ klang das Konzert aus.

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