Neue CD

Sinfonisches Crossover zwischen Orient und Okzident

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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16. April 2021
Die Gruppe Masaa mit Sänger Rabih Lahoud (links) bei der „East West Symphony“-Premiere im März 2017 in Lahr. Im Hintergrund Musiker der Philharmonie Baden-Baden.

(Bild 1/2) Die Gruppe Masaa mit Sänger Rabih Lahoud (links) bei der „East West Symphony“-Premiere im März 2017 in Lahr. Im Hintergrund Musiker der Philharmonie Baden-Baden. ©Jürgen Haberer

Die Fans der Weltmusik-Projekte von Bernd Ruf müssen wegen der Corona-Pandamie auf die nächste Premiere bis 2023 warten. Bis dahin können sie sich mit einer CD-Einspielung der „East West Symphony“ mit der Gruppe Masaa und der Philharmonie Jena trösten.

Die im Januar in Lahr geplante Aufführung der Brazilian Symphony „Bossarenova“ musste auf März 2023 verschoben werden. Alle Freunde des vor zwei Jahrzehnten gestarteten Weltmusikprojektes mit Bernd Ruf dürfen sich bis dahin aber mit der Einspielung der 2017 in Lahr uraufgeführten „East West Symphony“ trösten.
Gemeinsam mit der Gruppe Masaa um den libanesischen Sänger Rabih Lahoud und der Philharmonie Jena taucht Bernd Ruf in das Spannungsfeld zwischen orientalischen Klangbildern und symphonischer Tondichtung ein. „Hiwar“ (Dialog) lautet der Titel des Anfang des Jahres erschienenen Albums, das sich auch als Aufforderung versteht, den Austausch der Kulturen und Religionen, der Generationen und der stilistischen Prägungen neu zu beleben.

Klassische Harmonien 

Der Titelsong „Hiwar“ leitet einen Reigen von insgesamt zwölf Stücken ein, die durchweg aus dem Repertoire von Masaa stammen. Der Libanese Rabih Lahoud (Gesang), Trompeter Marcus Rust, der das 2018 eingespielte Album gemeinsam mit Bernd Ruf produziert hat, Demian Kappenstein (Schlagzeug) und Clemens Poetzsch (Klavier) tauchen tief in die Klangwelt des Orients ein. Sie verschränkt sich immer wieder mit einer Tonsprache, die unüberhörbar den Geist klassischer Harmonien atmet. Leichtfüßig, elegant schwingt das Pendel hin und her. Über den Versen von Rabih Lahoud schwebt eine westlich geprägte Trompete. Das rhythmische Ornament kommuniziert mit orchestralen Gesten voller Feinheit und Glanz. Die Aura von Barock und Romantik manifestiert sich immer wieder, der Geist von Georges Bizet schwingt nicht nur im Finale von „Farahi“ und „Wara’i“ mit.

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Schwermütige Gesänge

Die Philharmonie Jena, unter der Leitung von Bernd Ruf, trumpft mit einem wunderbar vollen und blumigen Tutti auf, setzt an anderer Stelle auf feine Reduktionen, eine getragen schmachtende Sehnsucht, die dann wieder mit den bisweilen schwermütigen Gesängen von Rabih Lahoud kommuniziert. An einigen Stellen blitzt ein satter Groove auf, ein kraftvoller Lauf. Dazu ein bisschen Jazz, ein Hauch von Klezmer, wie bei „Lamento“.
Das Stück bringt vieles auf den Punkt. Der Gesang ist bisweilen fast klagend. Das Klanggemälde von Band und Orchester erzählt von einer gezügelten Leidenschaft, die machtvoll an die Oberfläche drängt. Die musikalischen Grenzen zwischen Orient und Okzident werden immer wieder verwischt.
Musikalischer Dialog
Der musikalische Dialog, den Bernd Ruf in mittlerweile fast einem Dutzend Weltmusikprojekten immer wieder neu kultiviert hat, kommt auch in der „East West Symphony“ zum Tragen. Das im Februar erschienene Album trägt den des sinfonischen Crossovers in sich, der normalerweise alle zwei Jahr in einem neuen Projekt aufblüht und dem Lahrer Klassikpublikum dann eine neue Premiere beschert.

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