Berlin

Viel David Bowie auf Vinyl: 50 Jahre «Space Oddity»

Autor: 
dpa
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19. Juli 2019
Extraterrestrisch: David Bowie war vom Weltraum fasziniert.

Extraterrestrisch: David Bowie war vom Weltraum fasziniert. ©dpa -  Ray Stevenson

Man kann es gar nicht oft genug hören, das schöne, traurige Lied «Space Oddity» von David Bowie (1947-2016). Gerade jetzt, zum Jubiläum der ersten bemannten Mondlandung von 1969. Nun soll der Song mit Wieder- und Neu-Veröffentlichungen gewürdigt werden.

Der ikonische Song wird eng mit dem weltgeschichtlichen Ereignis in Verbindung gebracht - obwohl er eher vom Stanley-Kubrick-Kultfilm «2001: Odyssee im Weltraum» (1968) inspiriert war.

Das Label Parlophone/Warner hat nun den Apollo-11-Jahrestag am 20./21. Juli zum Anlass genommen, Bowies ebenfalls 50 Jahre alten ersten Hit «Space Oddity» mit Wieder- und Neu-Veröffentlichungen zu würdigen. Für Fans und Kenner wohl am wichtigsten: «The Mercury Demos», ein in einer aufwendigen LP-Box verpackter Vinyl-Schatz aus dem Archiv früher Aufnahmen des damals noch erfolglosen, wuschelköpfigen britischen Sängers.

Die Vinyl-Platte enthält zehn Tracks plus kurze Dialoge, die Bowie zusammen mit John «Hutch» Hutchinson (Gitarre, Backing Vocals) im Frühjahr 1969 in seiner Wohnung live auf Band bannte. «Space Oddity» ist der erste Song dieser faszinierenden Sammlung - und man kann sich schon in der rohen, noch nicht aufgemotzten Version dem Zauber des Liedes über den hoffnungslos ins All driftenden Astronauten Major Tom nicht entziehen.

Aber auch frühe Bowie-Stücke wie «Janine» (mit «Hey Jude»-Zitat), oder «An Occasional Dream» - zarte Britfolk-Songs wie auf dem erfolglosen Debüt von 1967, noch weit entfernt vom Glamrock der frühen 70er - sind eine Offenbarung. Man spürt in den bisher unveröffentlichten Tracks die Schüchternheit und Unsicherheit des jungen Musikers - und auch schon seinen enormen Melodienreichtum.

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Diese Demo-Aufnahmen wurden zur Eintrittkarte für Bowie beim Label Mercury Records. Das Album ist in einer Nachbildung der Originalschachtel des Tapes erschienen - mit einem Druck, zwei Foto-Kontaktbögen und einem ausführlichen Text.

Weitere Begegnungen mit «Space Oddity» aus Bowies Karriere-Frühphase bieten die «Clareville Grove Demos» in Form von drei 7-Inch-Singles in einer kleineren Box. Diese mit John Hutchinson im Januar zuhause aufgenommenen sechs Lieder überschneiden sich teilweise mit den Stücken der «Mercury Demos», der folkige Ton ist auch hier typisch.

«Space Oddity» in all seiner Pracht präsentiert zu den Jubiläumsfeiern die Vinylsingle-Box «50th Anniversary Edition»: eine Doppel-7-Inch-Single inklusive «Wild Eyed Boy From Freecloud» - vier Stücke, darunter das Debüt als «Original Mono Single Edit» und als «2019 Mix» von niemand Geringerem als Bowies langjährigem Produzenten Tony Visconti. Dieses Single-Set und der digitale Release sind am 12. Juli erschienen - einen Tag nach dem 50. Jahrestag der Originalveröffentlichung.

Erstmals am 11. Juli 1969 als 7-Inch-Single herausgebracht, war «Space Oddity» zugleich der Opener von Bowies zweitem selbstbetitelten Album. Der melancholische Song erlangte Popularität als inoffizielle BBC-Hymne für die Mondlandung von Apollo 11 - allerdings erst nachdem die Kapsel mit den drei Astronauten wieder wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt war.

Ursprünglich 1968 geschrieben und mehrfach als Demo aufgenommen, wurde «Space Oddity» Bowies erster Hit auf beiden Seiten des Atlantiks: Platz 5 in Großbritannien 1969, Platz 15 in den USA 1973 und im UK noch einmal Platz 1 im Jahr 1975. Und 2013 begleitete das Lied einen Videodreh im All, als der kanadische Kommandant Chris Hadfield es an Bord der internationalen Raumstation performte.

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