Salzburg

Zum Jubiläum mit Netrebko, Handke und Domingo

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. November 2019
Das Team der Salzburger Festspiele um Florian Wiegand (l-r), Konzertchef, Helga Rabl-Stadler, Festspielpräsidentin, Markus Hinterhäuser, Intendant, Bettina Hering, Schauspiel-Leiterin, Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor.

Das Team der Salzburger Festspiele um Florian Wiegand (l-r), Konzertchef, Helga Rabl-Stadler, Festspielpräsidentin, Markus Hinterhäuser, Intendant, Bettina Hering, Schauspiel-Leiterin, Lukas Crepaz, kaufmännischer Direktor. ©dpa - Barbara Gindl/APA/dpa

Die Salzburger Festspiele wollen 2020 zum 100-jährigen Bestehen starke Signale für Frieden, Menschlichkeit und Toleranz setzen.

Im Zentrum des Programms stehe unter anderem die Hoffnung auf die Veränderbarkeit der Welt durch eine solidarische Gesellschaft, teilten die Festspiele am Mittwoch in Salzburg mit.
So werde mit Luigi Nonos revolutionärer Nachkriegs-Oper «Intolleranza» das «Werk der Stunde» präsentiert, sagte Intendant Markus Hinterhäuser. Das Stück sei eines der gewaltigsten Manifeste für eine neue Welt, in der Recht, Empathie, Nächstenliebe und Toleranz herrscht, so Hinterhäuser. Dirigiert wird das Werk von dem Neue-Musik-Spezialisten Ingo Metzmacher.

Künstlerische Ausrufezeichen sollen vier Neuinszenierungen in der Opern-Sparte setzen. Die Star-Sopranistin Anna Netrebko singt die Titelrolle in der Puccini-Oper «Tosca». Unter den Neuinszenierungen findet sich auch die Mozart-Oper «Don Giovanni» mit Teodor Currentzis am Pult, inszeniert von dem italienischen Multi-Künstler Romeo Castellucci. Sie wurde 1922 als erste Oper bei den Festspielen aufgeführt. Außerdem zeigen die Festspiele die monumentale russische Chor-Oper «Boris Godunow» von Modest Mussorgsky unter Star-Dirigent Mariss Jansons.

Sexuelle Übergriffe

Der zuletzt wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe vor allem in den USA in die Kritik geratene Tenor Plácido Domingo wird in einer konzertanten Aufführung der Verdi-Oper «I vespri siciliani» wieder bei den Festspielen gastieren. Zuletzt wurde er in Salzburg trotz der Anschuldigungen, die er zurückgewiesen hatte, umjubelt.

Auf der Theaterbühne folgt mit «Zdenek Adamec» die Uraufführung eines neuen Stücks vom Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Darin geht um einen 19-jährigen Tschechen, der sich 2003 aus Verzweiflung über die gesellschaftlichen Verhältnisse auf dem Prager Wenzelsplatz anzündete. Das lang geplante Projekt biete eine ideale Gelegenheit, sich mit dem dramatischen Werk Handkes, der wegen seiner Haltung im Jugoslawien-Konflikt zuletzt wieder scharf kritisiert wurde, auseinanderzusetzen, meinte die Schauspiel-Chefin Bettina Hering.

- Anzeige -

Die zentralen Rollen im «Jedermann» in der Inszenierung von Michael Sturminger spielen Tobias Moretti und die Burgschauspielerin Caroline Peters als neue Buhlschaft. Höhepunkt der Festspieltage soll der 22. August sein, der Tag, an dem 1920 der Festspiel-Dauerbrenner erstmals auf dem Salzburger Domplatz aufgeführt wurde. Neben einem «Jedermann»-Volksfest in der Altstadt wollen viele ehemalige und aktuelle Darsteller das Stück um das Sterben eines reichen Mannes in einer szenischen Lesung präsentieren.

Zur Eröffnung der Ouverture spirituelle, die als Auftakt mit geistlicher Musik den Festspielen vorausgeht, dirigiert die junge litauische Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla Benjamin Brittens monumentales «War Requiem». Als zweite Dirigentin wird die an der Nürnberger Oper engagierte Joanna Mallwitz mit den Wiener Philharmonikern die «Zauberflöte» musikalisch leiten.

Roter Faden

Roter Faden im Konzert-Programm ist Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag im nächsten Jahr gefeiert wird. So wird der Pianist Igor Levit einen Zyklus aller Beethoven-Klaviersonaten interpretieren. Ricardo Muti wird eine Aufführung der 9. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern dirigieren. Neu ist das Format Moment Musicaux mit Inhalten, die als Überraschung erst während der Konzerts bekannt gegeben werden.

Insgesamt bieten die Festspiele in 44 Tagen 222 Aufführungen an 15 Spielstätten. Das inzwischen größte Musik- und Theaterfestival der Welt war 1920 von Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss gegründet worden. Sie hätten Salzburg bewusst als Ort ausgewählt «weit entfernt von den Zerstreuungen einer Großstadt», sagte die Präsidentin der Festspiele, Helga Rabl-Stadler. In der Saison 2019 besuchten 270.000 Kulturfreunde die Vorstellungen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kultur

10.07.2020
Neue Schau im Haus Hasemann-Liebich
Die Ausstellung im Museum Hasemann-Liebich befasst sich mit „Einst und Heute“ in der Darstellung der Landschaft des Schwarzwaldes. Ein Rundgang durch eine spannende Schau in der Tradition der Gutacher Malerkolonie.
10.07.2020
Literatur-Kolumne
In seiner Kolumne beschreibt Jose F. A. Oliver seine Gefühle bei der Eröffnung des diesjährigen, etwas anderen „Hausacher Leselenz“
Freut sich, bald wieder auf der Bühne stehen zu dürfen: Christina Lux.
10.07.2020
Interview mit Liedermacherin Christina Lux
Die Kölner Liedermacherin spricht im Interview über die Tücken der staatlichen Corona-Hilfen für Soloselbständige und die finanzielle Unterstützung durch ihre treuen Fans. Ab Ende Juli will sie wieder auf der Bühne stehen. Und am 4. September ist ein Konzert in Offenburg geplant. 
Dietrich Mack.
09.07.2020
Kulturkolumne
Von Experten, selbst von Virologen, kann man viel lernen. Aber anregender können Gespräche mit Menschen sein, die über den Tellerrand hinaus auf die Welt schauen. Zum Beispiel  Automechaniker. Von ihm erfuhr ich, was es mit dem Begriff  Obsoleszens auf sich hat. 
Dietrich Mack.
08.07.2020
Kulturkolumne
Kurze Stücke, viele Pausen zum Durchlüften des Saals und am besten draußen: bei den Empfehlungen für Konzerte gibt es für den Konzertbetrieb viele Risikobewertungen und Empfehlungen. Wer ist gefährlicher? Ein stimmgewaltiger Chor oder ein Bläser?
Der vielseitige Musiker Savvas Zilelidis hat sich als Shabba Pan neu erfunden.
07.07.2020
Freiburger Künstler Savvas Zilelidis und sein Projekt Shabba Pan
Savvas Zilelidis steht für eine neue Generation von Musikern. Er beherrscht zahlreiche Instrumente und bewegt sich spielerisch zwischen akustischen und synthetischen Klängen. Er bringt experimentelle Bands in die Clubs und unterrichtet Kinder und Jugendliche. 
06.07.2020
"Musica" Straßburg 2020
„Musica“ Straßburg trotzt Corona mit einem etwas abgespeckten Programm. Der Chor des Offenburger Schiller-Gymnasiums tritt am zweiten Eröffnungsabend im September auf.
05.07.2020
Eröffnung des Literaturfestes "Hausacher Leselenz" mit Ilija Trojanow
Zur Eröffnung des „LeseLenz 2.0“ in Hausach las Ilija Trojanow aus seinem Roman „Doppelte Spur“. Die Vorstellung wurde aus der Stadthalle ins Autokino übertragen. 
04.07.2020
Passerelles-Konzerte
Ab sofort gibt es Karten für die Kehler Passerelle-Reihe. Im Oktober geht es los. 
03.07.2020
Hitradio Ohr CD-Tipp
Die Holländerin Ilse DeLange präsentiert ihre neue CD: Changes. In Deutschland ist es bereits in den Top 20.
03.07.2020
Werkschau der Studenten Vorstudium der Kunstschule
24 junge Menschen beenden jetzt mit einer Werkschau ihr Vorstudium Bildende Kunst an der  Kunstschule Offenburg. Los geht es am Dienstag in der Galerie des Kunstvereins.
Wird zur Theaterkulisse: das Stadtmuseum Tonofenfabrik in Lahr.
03.07.2020
Theater Baden Alsace
8500 Euro hat das Theater Baden Alsace (Baal novo) im Rahmen des Förderprogramms „Kultur Sommer 2020“ des Landes Baden-Württemberg erhalten. Damit ist das Freiluft-Projekt „Badischer Sommer – Theater Baden Alsace“ gesichert. 

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das edel-graue Parkett schafft eine klare Raumstuktur.
    06.07.2020
    Im grenznahen Neuried werden Wohnträume wahr
    Holz ist ein wunderbarer Werkstoff für den Innenausbau: Er ist durch und durch natürlich und passt sich den Anforderungen an. Dabei ist er genauso individuell wie die Menschen, die in den vier Wänden leben. Wer seinen Wohntraum in Holz verwirklichen will, ist bei marx Design in Holz in Neuried an...
  • Willkommen zu Hause: Stressless® steht für Komfort und Entspannung. Modell: Tokyo Linden Sand.
    02.07.2020
    Stressless®: Raus aus dem Alltag, rein ins Zuhause
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten und Wohnen in Baden. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach ist Partner ausgewählter Marken und präsentiert mit Stressless® norwegischen Komfort. Die Welt des exklusiven Möbelherstellers wartet im Stressless®-Studio darauf,...
  • Kai Wissmann präsentiert am Donnerstag, 16. Juli, die Gewinner der Shorts 2020.
    25.06.2020
    Trinationales Event: Großes Finale am 16. Juli
    Die Shorts lassen sich nicht ausbremsen, auch nicht von einer weltweiten Pandemie: Das trinationale Filmfestival der Medienfakultät der Hochschule Offenburg wird diesmal komplett online ausgerichtet. Die Filme sind donnerstags und sonntags ab 19 Uhr im Live-Stream hier abrufbar. Das große Finale...
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.06.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.