Privates Fasnachtsmuseum von Joel Belmonte in Urloffen

1500 Masken, 600 Orden und 100 Gewänder

Autor: 
Stephanie Rohn
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
09. November 2019

Joel Belmonte neben dem „Hornusser“-Häs seines Vaters. ©Stephanie Rohn

Seit knapp 30 Jahren sammelt der Urloffener Fasnachtsfan Joel Belmonte Häs, Masken und Fasnachtsorden. Das Repertoire, bestehend aus mehreren tausend Exemplaren, ist in seinem privaten Museum zu begutachten.
 

Wenn die fünfte Jahreszeit beginnt, ist Joel Belmonte in seinem Element. Doch nicht nur vom 11.11. bis Aschermittwoch dreht sich bei dem leidenschaftlichen Sammler alles um Fasnacht. Wer den Gründer der Fasnachtsgruppe „Stongebachhopser“ besucht, taucht ein in eine ganz besondere Welt. Auf 70 Quadratmetern beherbergt Belmonte nämlich ganz besondere Mitbewohner. Schon beim Treppenaufgang zum obersten Stock begrüßen den Besucher unzählige „Fasnachts-Mäskle“, die die Wände zieren. „Davon habe ich inzwischen rund 1500 Stück“, erklärt er. Dazu gesellen sich rund 600 Orden und etwa 100 komplette Häs. 

Private Gemächer

- Anzeige -

Letztere bilden, an Schaufensterpuppen drapiert, ein lebendiges Bild. Figuren von A (Achertal) bis Z (Zell am Harmersbach) haben sich in Belmontes privaten Gemächern eingenistet. So sitzen einige in der Ecke beim Kartenspiel am Tisch, über dem Deckenbalken hängt eine Hexe und scheint ihren Schabernack mit den anderen zu treiben und aus der anderen Ecke linst ein Urloffener „Meerrettichdämon“ hervor. „Jedes meiner Häs hat eine ganz persönliche Geschichte“, schwärmt Belmonte, der seine Mitbewohner meist auf ebay oder ähnlichen Plattformen entdeckt. 
Unter seinen Schätzen befinden sich aktuelle Figuren sowie Schätze, die die närrische Bühne schon lange verlassen haben. Auch Häs aus der Vorkriegszeit kann man hier finden. Das frühere „Offenburger Streifenhörnchen“ ist vertreten ebenso wie eine ganz alte Scherzheimer Maske, die noch aus Guss angefertigt wurde. Außerdem findet sich ein so genannter „Salzgeist“ aus Bad Dürrheim, dessen hunderte Salzsäckchen mit Glöckchen, die das Kleid zieren, traditionsbewusst jedes Jahr vor Fasnacht einzeln gereinigt wurden. Besonders stolz ist Joel Belmonte auf sein „Schwarzwald-Homberle“, das er zum 30. Geburtstag geschenkt bekommen hat. 
Hauptsächlich Regionales ist in seiner umfangreichen Sammlung zu finden. Besonders interessieren den traditionsbewussten Ortenauer Randgeschichten sowie nicht mehr existierende Häs. Neben den Figuren und Mäskle befindet sich auch die Original Urloffener Fasnachtsschrift von 1951 in seinem Besitz, genauso wie unzählige Pins, Marzipanmasken, Karbatschen, Guggenmusik-Masken oder Fasnachtsbierkrüge. 

Feuer und Flamme

Schon als Dreijähriger wurde Joel Belmonte mit dem Fasnachtsvirus infiziert. Durch seine Eltern wurde er Mitglied bei den Urloffener „Hornusser“, der ältesten Narrenzunft der Meerrettichgemeinde. Sofort Feuer und Flamme für das Brauchtum, bekam der Junge sein erstes Mäskle. Dies war, so erinnert sich Belmonte heute, sein erstes fasnächtliches Accessoire, dem in den folgenden 30 Jahren unzählige weitere folgen sollten. Auch das erste Häs seines Vaters ist im privaten Museum zu finden. Heute ist Joel Belmonte in über 20 Zünften Mitglied und ehrenamtlich im Ortenauer Narrenbund tätig, außerdem näht er selbst verschiedene Häs und ist Vorstand der Urloffener „Stongebachhopser“. Dies alles macht der 32-Jährige aus Überzeugung. „Ich stehe für eine bodenständige Fasnacht und möchte die Bevölkerung über das Brauchtum Fasnacht aufklären. Mein Traum wäre, einen größeren Raum zu finden, in dem ich mein Museum ausbauen und der Öffentlichkeit zugänglich machen kann“, hofft er. 
„Die Leute sagen manchmal, der Typ hat einen Mega-Knall, aber hier steckt mein ganzes Leben drin und es bringt mir viel Freude und Freunde“, verrät er. Jetzt vor dem 11.11. kribbelt es ihn schon in den Fingern, denn bald werden einige seiner Figuren wieder für einige Wochen zum Leben erweckt, allen voran die „Stongebachhopser“ und das „Feurige Lichtlein“, die jüngste Fasnachtsfigur in seinem Repertoire. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 25 Minuten
Anwohner haben noch Beiträge zu zahlen
Wenn eine Straße mit allem Drum und Dran gebaut wird, werden Anwohner an den Kosten beteiligt. In Achern waren 2008 zum Amtsantritt von OB Muttach 41 Straßen nicht ganz ausgebaut und somit auch nicht abgerechnet. „Das stinkt mir“, sagte Klaus Muttach am Montag im Bauausschuss.
vor 1 Stunde
Vorstoß im Gemeinderat
Ist in Oberkirchs Innenstadt Silvesterfeuerwerk bald verboten? Einen derartigen Antrag hat Grünen-Stadträtin Manuela Bijanfar am Montag gestellt. Die Stadt will schnellstmöglich eine Änderung der Polizeiverordnung prüfen.
vor 3 Stunden
Ermittlungen abgeschlossen
Gut zwei Monate, nachdem eine 20-Jährige in Bühlertal getötet wurde, hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen. Die Polizei hatte den Hauptverdächtigen noch am Tatort festgenommen, doch ist er auch schuldig?
vor 5 Stunden
Beschilderung aufgestellt
Schwerpunkt der Ortschaftsratssitzung in Großweier war die Beratung über ein Verbot des Abbrennens von pyrotechnischen Gegenständen. In den vergangenen Jahren gab es im Bereich des Kirchplatzes, Rathausplatzes und Schulhofes untragbare Zustände über Lärm bis in die Morgenstunden und überbordende...
vor 5 Stunden
Baugebiet „Feldmatt West“
Die Stadtverwaltung wurde im Juni beauftragt, die Entwicklung neuer Wohnbauflächen nach den Möglichkeiten des beschleunigten Verfahrens (Paragraph 13 b des Baugesetzbuches) zu überprüfen. Zu den untersuchten Flächen in den Ortsteilen gehört das Baugebiet „Feldmatt West“ in Önsbach. 
vor 5 Stunden
Dörfer können Bauwilligen etwas bieten
In Fautenbach, Großweier, Önsbach und Sasbachried bringt die Stadt Achern kleinere Baugebiete nach Paragraf 13 b auf den Weg.
vor 5 Stunden
Treffen in Wagshurster Halle
Besinnlich ging es bei der Seniorenadventsfeier in der Wagshurster Maiwaldhalle zu, zu der die Pfarrgemeinde und Ortsverwaltung gemeinsam eingeladen hatten.
vor 5 Stunden
Seniorenadventsfeier
Schöne Stunden mit erfrischender Unterhaltung durch den Kindergarten und die Schlossgartenschule nebst Beiträgen vom „Chor Großweier“ erlebten zahlreiche Senioren ab 70 Jahren bei der Weihnachtsfeier in der Schlossfeldhalle. Eingeladen hatte die Ortsverwaltung. 
vor 5 Stunden
Adventsfeier des Sozialverbands in Oberkirch
Rund 90 Mitglieder des VdK Oberkirch stimmten sich am Samstag im „Pfauen“ auf Weihnachten ein. Der Sozialverband ehrte dabei auch seine besonders Treuen.
vor 5 Stunden
Konzession neu vergeben
Beim Ringbus Oberkirch gibt es zum Fahrbahn- auch einen Betreiberwechsel. Ein reibungsloser Übergang ist vorbereitet.
vor 5 Stunden
Ausstellung in Diersheim
Auf großes Interesse stieß am Sonntagnachmittag in der Kulturreihe Diersheimer Winter die Vernissage von Lieselotte Simon anlässlich ihres 95. Geburtstags. Im Rathaus stellt sie 35 realistisch gemalte Bilder von Tieren sowie idyllischen Orten und Plätzen in Öl und Aquarell aus.
vor 5 Stunden
Bad Peterstal-Griesbach
Wie wirkt sich welcher Wald auf die Gesundheit des Menschen aus? Ein Expertenteam in einmaliger Konstellation führte im Juli Untersuchungen in Bad Peterstal-Griesbach durch und stellte nun die Ergebnisse aus verschiedenen Blickwinkeln vor.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • vor 15 Stunden
    KF Kinzigtaler Fenster GmbH - Der Experte in Gengenbach
    Winter – die Tage werden wieder kürzer und dunkler, die beste Saison für Einbrecher. Gut, wer da sichere Türen und Fenster hat. Die KF Kinzigtaler Fenster GmbH in Gengenbach hat sich genau darauf spezialisiert und ist in der Region Experte für die Sicherheit zu Hause.
  • 10.12.2019
    Triberger Weihnachtszauber 2019
    Wenn die Weihnachtsmärkte schon abgebaut sind, lädt der „Triberger Weihnachtszauber“ vom 25. bis 30. Dezember zu einem romantischen Weihnachtsspektakel ein. Mehr als eine Million Lichter verwandeln den Schwarzwald an Deutschlands höchsten Wasserfällen in ein funkelndes Wintermärchen!
  • 09.12.2019
    Gravuren, Reparaturen, Anfertigungen
    Bei Juwelier Spinner dreht sich alles um Schmuck und Uhren. Aber nicht nur edle Accessoires lassen sich hier finden – es gibt auch einen ausgezeichneten Service mit vielen weiteren Dienstleistungen.
  • 06.12.2019
    Durbach
    Vorspeise, Hauptspeise, Dessert – das kann jeder. Das Hotel Ritter in Durbach geht dagegen andere Wege. Mit [maki:‘dan] haben die Hoteleigentümer Ilka und Dominic Müller nichts anderes als die Revolution im Ritter eingeleitet. Was dahintersteckt.