Gemeinde Lauf bastelt an Bebauungsplan

16 neue Bauplätze auf Gelände des alten Josefshauses?

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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20. September 2019
Das »Obere Stück« in Lauf bekommt einen Bebauungsplan, damit die Entwicklung geregelt ist, wenn der alte Kindergarten St. Josef nicht mehr benötigt wird.

Das »Obere Stück« in Lauf bekommt einen Bebauungsplan, damit die Entwicklung geregelt ist, wenn der alte Kindergarten St. Josef nicht mehr benötigt wird. ©Michaela Gabriel

Das Gebiet rund um den alten Kindergarten St. Josef an der Laufer Hauptstraße soll sich so entwickeln, wie es dem Ortskern gut tut, sagt Bürgermeister Oliver Rastetter. Um die Planungshoheit der Gemeinde zu sichern, soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

In der Ratssitzung am Dienstag in Lauf fiel der Grundsatzbeschluss für den Bebauungsplan Oberes Stück einstimmig. So heißt das Plangebiet, das von der Auffahrt zum Kiga bis zur Stein- und zur Hauptstraße reicht, jedoch nicht bis zur Kirchstraße geht. Das Gelände liegt hier höher, der Regionalplan betrachtet es als Siedlungsgebiet. Nach einem Entwurf der Zink-Ingenieure könnten 16 Bauplätze entstehen, wo heute das alte Josefshaus und ein weiteres Anwesen sind.

»Kein zweites Pirmin«

Es sei ein wertvolles Gebiet mitten in Lauf, so Rastetter. Er wolle auf keinen Fall, dass hier ein »zweites Pirmin« entsteht – dass es also so bebaut werde wie die Sasbacher Ortsmitte. »Die Überplanung ist notwendig und sinnvoll«, bestätigte Christian Weiß (CDU). Es könnte ja durchaus auch hier alles abgebaggert werden, um an der Hauptstraße groß zu bauen. Ulrike Heib (CDU) regte an, noch mehr Grundstücke in den Plan einzubeziehen. Das sei möglich, die Eigentümer sollen gefragt werden, erklärte der Rathauschef. Daniel Kist (Freie Bürger) regte an, dass ein Teil des Gebiets von einer Bebauung frei gehalten wird


Auch in der Laufbachstraße will die Gemeinde vorbeugend tätig werden. Dort können im Bereich des Bebauungsplans »Kopfgarten – Laufbachstraße« noch vier Grundstücke bebaut werden. Schon jetzt ist die Laufbachstraße häufig zugeparkt, ist vom Gemeinderat immer wieder zu hören. Eine Änderung des Bebauungsplans soll künftige Bauherren verpflichten, pro Wohneinheit zwei anstatt bisher einen Stellplatz einzurichten.

»Es würde sonst noch enger zugehen als jetzt«, begründete Bürgermeister Rastetter den Schritt. Der Rat ging einstimmig mit und beschloss, den Entwurf zur Änderung des Plans öffentlich auszulegen, den Thomas Kernler (Zink Ingenieure) vorgestellt hatte. Kernler erläuterte, dass es nicht ausreichen werde, vor einer Garage einen Stellplatz einzurichten. »Gefangene Stellplätze« würden nicht angerechnet, weil sie meist doch nicht beide genutzt würden. Die Änderung gelte auch für Um- oder Anbauten in dem Gebiet. Wer dort eine Wohneinheit mehr schaffe, müsse auch zwei neue Stellplätze anlegen – was nicht überall möglich sein werde.

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Enge Laufbachstraße

»Das ist zwingend erforderlich«, stimmte Klaus Merkel für die Laufer Mitte dem Vorhaben zu. Die CDU-Fraktion und die Freien Bürger Lauf regten zusätzliche Halteverbote entlang der Laufbachstraße an, damit Winterdienst, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge immer durchkommen. 

Das will der Bürgermeister bei der nächsten Verkehrsschau anregen. Er sagte aber auch, dass Halteverbote wenig nützlich seien, solange Lauf keinen Gemeindevollzugsdienst habe. Er kündigte außerdem den Endausbau der Laufbachstraße an.

Wildes Parken nervt

Dass die Gemeinde keinen Vollzugsdienst hat, wirkt sich auch beim wilden Parken an anderen Stellen aus. Etwa wenn am Laufer Sportplatz über längere Zeit Lkw-Anhänger oder andere Fahrzeuge abgestellt werden. »Wir haben das im Blick, aber wir müssen es ans Landratsamt weitergeben«, erklärte Rastetter auf Nachfrage von Celia Runge (CDU). Kürzlich sei ein Fahrzeug abgeschleppt worden, bei einem weiteren laufe die Frist bald ab.

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