Spendendaktion gab ihr viel Kraft

18-jährige Oberkircherin stirbt an Knochenkrebs

Autor: 
Patric König
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
15. April 2019
Mehr zum Thema
Isabelle Keller wurde nur 18 Jahre alt.

Isabelle Keller wurde nur 18 Jahre alt. ©Archivfoto

Viel Kraft und Hoffnung hat die 18-jährige Isabelle Keller, die an Knochenkrebs litt, aus der Unterstützung durch die Bevölkerung geschöpft. Ihre Krankheit erwies sich dennoch als übermächtiger Gegner.

Ihren Kampfgeist und ihren Humor hatte sich Isabelle Keller bis zuletzt bewahrt, trotz Krebsdiagnose und Beinamputation. »Sie war eine Kämpferin«, sagt ihre Mutter Jasmine Keller. Mit 17 Jahren, kurz nach ihrem Realschulabschluss, war die Oberkircherin an Knochenkrebs erkrankt. Statt ihre Wunschausbildung als Kfz-Mechatronikerin zu beginnen, musste sie sich einer Chemotherapie unterziehen und schon im Herbst 2017 um ihr Leben kämpfen, als sie hohes Fieber bekam.

Isabelle erholte sich, sammelte nach der Amputation ihres Beines neue Kraft und lernte den Umgang mit der Prothese, ehe sie im Oktober 2018 den nächste Rückschlag erlitt: In ihrer Lunge hatten sich Metastasen gebildet. Die Krankheit erwies sich als zu stark: Ende März starb die 18-Jährige zu Hause in Oberkirch im Kreise ihrer Familie, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. 

»Wir haben alles probiert, was geht.«

Die Familie Keller hatte zuletzt auf eine alternative Behandlungsmethode (Hyperthermie mit insulinpotenzierter Chemotherapie) in einer Klinik in Bayern gesetzt, die Isabelle auch abschloss: »Sie hatte nicht den Erfolg, den wir uns erhofft hatten«, sagt ihre Mutter Jasmine Keller. Sie glaubt allerdings auch, dass ihre Tochter ohne diese alternative Behandlung viel früher verstorben wäre. Das legt das Schicksal eines Bekannten von Isabelle nahe, der ebenfalls an  Knochenkrebs verstarb. »Wir haben alles probiert, was geht.« Doch der Knochenkrebs erwies sich als heimtückisch. 

- Anzeige -

Da die Krankenkasse die Alternativtherapie nicht bezahlte , hatte die Familie eine Spendenaktion initiiert. Über  20 000 Euro kamen dabei zusammen. »Dafür wollen wir allen von Herzen ein Dankeschön aussprechen«, sagt Jasmine Keller. Ein Dankesvideo hatte die 18-Jährige schon vorbereitet. Zur Veröffentlichung auf Youtube kam es nicht mehr, weil sich ihr Gesundheitszustand schnell verschlechterte. 

Zuvor hatten ihr die Renchtäler viel Kraft gespendet, denn mindestens so wichtig wie das Geld war deren psychologischer Aspekt: »Die Spenden haben Isabelle viel Mut und Hoffnung gegeben.« Weil sie bemerkte, dass ihr Schicksal die Menschen berührte.

Ihr Vermächtnis wird bleiben

Das Geld reichte aus, um die Kosten der Behandlung zu bezahlen. Den Rest wird Jasmine Keller ebenfalls im Sinne ihrer Tochter einsetzen, für die Beerdigung. Isabelles Asche soll am Meer in Spanien verstreut werden. Es wird der Moment sein, in dem der Abschied von ihrer Tochter für Jasmine Keller noch einmal offenkundig wird.  Ihr Vermächtnis wird bleiben: »Isabelle sagte mir: Lass den Kopf nicht hängen, lebe weiter.« Kraft geben Jasmine Keller in dieser Situation Isabelles jüngere Geschwister Laura und Luca.

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Die Ladesäulen für E-Autos im Ortenaukreis werden unterschiedlich stark nachgefragt. Am beliebtesten sind laut Betreibern Standorte in Innenstadtnähe. Die meisten Ladevorgänge finden aber zu Hause oder bei der Arbeitsstelle statt.
vor 2 Stunden
Geladen wird meist zu Hause
Abgesehen vom E-Werk Mittelbaden halten sich die in der Ortenau ansässigen Energieversorger mit dem weiteren Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos zurück. Deren Verbreitung nimmt zwar zu, ist allerdings im Vergleich mit Fahrzeugen mit Verbrennermotor noch verschwindend gering.
Gelb wie die Sonne: Das Johanniskraut hilft gegen Depressionen.
vor 15 Stunden
Kräuter der Region
Johanniskraut steht für die warme Jahreszeit und die Kraft der Sonne. Als natürliches Antidepressivum ist es auch in der Schulmedizin bekannt. Kräuterexpertin Brigitte Walde-Frankenberger erklärt in der Serie »Kräuter der Region« alles über die Heilpflanze.
Erwin Junker sieht wirtschaftlich schlechte Zeiten auf sich zukommen.
vor 16 Stunden
Tschechien billiger als Nordrach
Die Erwin-Junker-Maschinenfabrik mit Sitz in Nordrach blickt wirtschaftlich schwierigen Zeiten entgegen. Das geht aus einem zweiseitigen Aushang hervor, mit dem sich der Fabrikant an seine Mitarbeiter wendet und der der Mittelbadischen Presse vorliegt.
vor 18 Stunden
Ortenau
Die Bundesregierung will mehr Elektro-Autos auf deusche Straßen bringen. Im Juli 2019 ist eine neue Richtlinie zu deren Förderung in Kraft getreten. So soll die Schadstoffbelastung der Luft gesenkt werden und die Nachfrage nach umweltschonenden Fahrzeugen steigen. In der Ortenau gibt es einige...
vor 18 Stunden
Zeugen gesucht
Er soll mehrere Autofahrer auf der A5 zwischen Lahr und Offenburg genötigt haben und mindestens einen anderen Verkehrsteilnehmer mit seinem Auto berührt haben. Deswegen ist die Polizei nun auf der Suche nach einem Passat-Fahrer, der am Montagnachmittag mehrere Autofahrer in genötigt haben soll.
vor 21 Stunden
Ortenau
Erst trank er zu viel Alkohol, dann stahl er ein Auto und letztlich baute er einen Unfall - ein 32-Jähriger aus Lahr hat am Montagnachmittag jede Menge Chaos in der Dreyspringstraße verursacht.
vor 22 Stunden
Nordrach
Das Nordracher Freibad schließt am 15. September für dieses Jahr, die Badesaison ist damit allerdings noch nicht ganz vorbei. Am Dienstag, 17. September, bietet Nordrach von 16 Uhr bis 19 Uhr seinen ersten »Hundebadetag« im Nordracher Schwimmbad an. Und der ist – wie der Name schon sagt – nur für...
17.09.2019
Konservativer Flügel der CDU
Dieter W. Schleier aus Ringsheim ist der erste Vorsitzende des Regionalverbands Südlicher Oberrhein der Werte-Union. Er will eine Abkehr vom Kurs von Angela Merkel. 
17.09.2019
Offenburg
Die Technischen Betriebe Offenburg haben seit dem Sommer drei Fahrzeuge im Einsatz, die mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet sind. Dadurch sollen Unfälle vermieden werden – die Technik soll vor allem Radfahrer schützen.
Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht (links) und der geschäftsführende Vorsitzende Marcelino Expósito des OGM reagieren mit der Schließung der Annahmestelle auf den Strukturwandel in der Branche.
17.09.2019
Von Kappelrodeck bis Nußbach
Auf die Obsterzeuger im Rench- und Achertal kommen Veränderungen zu. Am Montag kündigte der Obstgroßmarkt Mittelbaden an, neun von zwölf Sammelstellen zu schließen. Das dürfte für die Obstregion nicht ohne Folgen bleiben.
Dieser Igel hatte sich in einem Sichtschutznetz verfangen und wäre fast darin verendet. Nun macht sich die Offenburgerin, die den Igel gesund gepflegt hat, dafür stark, dass solche Netze aus Gärten verschwinden.
17.09.2019
Appell an Gartenbesitzer
Aufmerksamen Passanten und Elisabeth Müller verdankt ein Igel sein Leben. Er hatte sich in einem Sichtschutznetz verfangen – eine tödliche Falle, wie Müller meint. Die Offenburgerin will nun dafür sensibilisieren, dass derartige Netze aus den Gärten der Ortenau verschwinden.
Die Außenstelle des Ortenau-Klinikums in Kehl soll nach Agenda 2030 geschlossen werden.
17.09.2019
Klinikreform
Der Landkreis weist im Zusammenhang mit der Agenda 2030 auf höhere Anforderungen an die Gesundheitsleistungen in Zukunft hin. Ulrich Geiger, der Vorsitzende der Kreisärzteschaft, hat darüber mit niedergelassene Ärzten aus der Ortenau gesprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -