Trend zum Kurzurlaub hält an

2023 war ein Rekordjahr für Ottenhöfens Tourismus

Von Joachim Eiermann
Lesezeit 4 Minuten
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22. Februar 2024
Ein Transparent grüßt in Furschenbach die „Tourismus-Heldin“: Melanie Steinlein, Leiterin der Tourist-Info Ottenhöfen.

Ein Transparent grüßt in Furschenbach die „Tourismus-Heldin“: Melanie Steinlein, Leiterin der Tourist-Info Ottenhöfen. ©Joachim Eiermann

Melanie Steinlein legt dem Gemeinderat Ottenhöfen einen Tourismus-Bericht mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen vor. Die Aufenthalte werden derweil kürzer.

Ottenhöfen. Mit Tischklopfen begrüßten die Gemeinderäte Ottenhöfens ihre „Tourismus-Heldin“ zur Sitzung: Melanie Steinlein, die bei der CMT-Messe in Stuttgart diese besondere Auszeichnung erhalten hatte, erstattete Bericht. Dass ihr außergewöhnliches Engagement sich auszahlt, davon zeugten die Zahlen, welche die Leiterin der Tourist-Information dem Gremium vorlegte. Nach einem Aufschwung 2022 haben die Übernachtungen im Mühlendorf weiter zugenommen.

So weist die Statistik für das Vorjahr 63.144 Übernachtungen aus, rund 1400 mehr als 2022. Erstmals übertroffen wurde 2019, das Rekordjahr vor Corona. „Wir sind im Plan“, sagte die Tourismus-Chefin. Davon zeugte auch der neue Spitzenwert von 11.632 Ankünften. Daraus errechnet sich eine Aufenthaltsdauer von 5,4 Tagen, Klinikaufenthalte eingeschlossen. Diese herausgerechnet, verweilten die Feriengäste im Schnitt 2,6 Tage in Ottenhöfen. Auch ein Rekord, wenngleich ein negativer. Denn im Jahr 2022 waren es noch 3,1 Tage. Die Entwicklung geht offensichtlich verstärkt zu Kurzurlauben.

Winter weniger beliebt

Hauptreisemonat war der Juli mit rund 1600 Buchungen, der August litt unter zwei Wochen Dauerregen. Der Winter spiele kaum mehr eine Rolle. Zu beobachten ist ferner, dass das Gros der Touristen sich offensichtlich nicht mehr mit Buchungsanfragen aufhalten will, sondern direkt übers Internet reserviert. Häufig kurzfristig. Steinlein: „80 Prozent der Buchungen erfolgen inzwischen online.“

Insbesondere Ferienwohnungen und Ferienhäuser seien gefragt, was Steinlein damit begründete: „Die Leute wollen individuell Urlaub machen.“ Fast 14.000 Übernachtungen ordnete sie dieser Betriebsart zu, gefolgt von den Buchungen in Hotels oder Gasthöfen. Auch der Urlaub im Wohnmobil oder Caravan gewinne an Bedeutung, die touristische Infrastruktur am Murhof solle nun mit festen Behausungen weiter ausgebaut werden. Nachdem die Gesamtzahl der Unterkünfte in Ottenhöfen vor zwei Jahren auf 37 gesunken war, vergrößerte sich im vergangenen Jahr das Angebot trotz Schließungen auf 39 Betriebe. Zwei Ferienhäuser und drei Ferienwohnungen wurden eröffnetet.

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Das Mühlendorf hatte im Vorjahr mit einer Reihe von Veranstaltungen und einer intensivierten Öffentlichkeitsarbeit auf sich aufmerksam gemacht. Mit dem Premium-Rundweg Karlsruher Grat gelang eine Nominierung im Wettbewerb „Deutschlands schönster Wanderweg“. Erzielt wurde ein achter Platz im Gesamtergebnis. Nach abgegebenen Wahlkarten wäre sogar ein dritter Platz herausgesprungen, doch schwächelte das Achertal bei der Online-Abstimmung.

Die Aktion fand ein breites Medienecho. „Wir haben uns als Wanderregion profilieren können. Das war auch eine gute Werbung für den Schwarzwaldverein“, sagte Steinlein. Neben einem SWR-Kamerateam haben sich auch mehrere Blogger auf die Strecke begeben. Deren Betreuung sei zwar sehr zeitintensiv gewesen, dafür posteten die Influencer werbewirksame Bilder tausendfach für ihre Follower. Hinzu kamen diverse Publikationen in Katalogen, Journalen und anderen Werbeträgern.

Dampfzug kommt an

Die Kombination von Mühlenfest und Dampfzug am Pfingstmontag erzeugte einmal mehr eine große touristische Außenwirkung. Das Ereignis stelle aber auch „ein Fest für die Bevölkerung“ dar, betonte Steinlein, die ihre Aufgabe als Touristikerin darin sieht, für die Gemeinde und ihre Bürger „genauso da zu sein“ wie für auswärtige Gäste. Die zweite Sonderfahrt im Rahmen des SWEG-Jubiläums im September habe ebenfalls „positives Feedback“ gefunden. Steinlein kündigte an, dass auch 2024 wieder „Pfingstdampf“ in Zusammenarbeit mit dem Achertäler Eisenbahnverein aufsteigen werde. Zudem soll, „wenn’s klappt“, erstmals auch zum Weihnachtsmarkt ein Museumszug rollen.

Den Auftakt des diesjährigen Veranstaltungs-Programms bildet das Wander-Opening am 11. Mai. Steinlein berichtete außerdem von ihrer Tätigkeit als Social-Media-Netzwerkerin und der Mitwirkung in Verbänden von der Tourismus-Kooperation Achertal bis zur Nationalparkregion Schwarzwald. „Hier wird Tourismus nicht nur verwaltet, sondern gelebt“, würdigte Udo Kimmg (CDU) den hohen Einsatz. Fürsorglich riet Makrina Schneider (CDU) der seit zweieinhalb Jahren in Ottenhöfen tätigen „Tourismus-Heldin“, die die Arbeit von dreien mache, das Tempo zu drosseln: „Pass auf dich auf!“

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