Einsatz gegen Verbuschung

60 Freiwillige beteiligen sich am Landschaftspflegetag

Autor: 
Bernhard Huber
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2017
Die Teilnehmer am Landschaftspflegetag in Lierbach erholten sich am Samstagabend nach getaner Arbeit.

(Bild 1/2) Die Teilnehmer am Landschaftspflegetag in Lierbach erholten sich am Samstagabend nach getaner Arbeit. ©Bernhard Huber

»Eine Herzensangelegenheit für das Lierbachtal« titelten die Ortsverwaltung Lierbach und der Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis (LEV) in ihrem Aufruf zum neunten Ortenauer Landschaftspflegetag in Lierbach. Über 60 Freiwillige machten die Offenhaltung am Samstag zu ihrer persönlichen Aufgabe. 

»Aufruhr« im Lierbachtal den ganzen Samstag über: Rechen, Zinkenhacken, Gabeln, Freischneider, Motorsägen, Traktoren, so einiges ist im Einsatz, sogar eine funkgesteuerte Mähraupe.  Auf sechs Flächen, jede individuell in ihrer topographischen Lage (am Wahlholz und vielfach im Tal entlang des Lierbachs) und im Bewuchs wird vehement gegen eine dauerhafte Verwaldung angekämpft. Auf insgesamt 3,63 Hektar, private Flächen wie auch welche im Stadteigentum. Auf mehreren Flächen haben Forstunternehmen im Vorfeld unter der Leitung von Revierleiter Siegfried Huber das Starkholz geerntet. Dort wird das Areal von Reißig gereinigt, in anderen Bereichen werden stark herangewachsene Sträucher auf den Stock gesetzt und, wenn in der Steilheit des Geländes überhaupt möglich, abtransportiert. Auf der Projektfläche »Hohlengrund« wird die Weide manuell nachbearbeitet, Obstbäume erhalten einen Schutz gegen Verbiss. 

Voller Tatendrang

Einsatzleiter war Ortsvorsteher und Forstwirtschaftsmeister Matthias Fischer. Der hatte am Samstagmorgen die große Schar in dieser »Herzenssache« beim Bürgerhaus begrüßt, viele Mitglieder des Harmonika-Vereins, der Feuerwehr, der Weidegemeinschaft, des Ortschaftsrates, aber auch engagierte Privatleute und dann noch Azubis von der forstlichen Ausbildungsstelle Allerheiligen. In den ehrenamtlichen Kreis reihten sich  die Bürgermeisterkandidaten Uwe Gaiser und Martin Steindorf mit ein, beide voller Tatendrang und natürlich im Arbeitsdress. Das Willkommen des Ortsvorstehers galt weiter Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im Umweltministerium Baden-Württemberg, dem Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Marwein, Martin Schreiner, Dezernent für Ländlichen Raum im Ortenaukreis, und Regina Ostermann, Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands Ortenaukreis (LEV). Sie alle gingen im Anschluss mit raus, um mit anzupacken. 

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Ministerialdirektor Meinel sprach das gute Funktionieren des Landschaftserhaltungsverbandes Ortenaukreis an, das sehe man an diesem Termin. Die LEV’s seien der freiwillige Zusammenschluss von Naturschutz, Landwirtschaft und Gebietskörperschaften, um eine Brücke zu bauen zwischen Natur und Bewirtschaftern. Die Gelder für die Landschaftspflegrichtlinie (31 Millionen Euro in 2016) wolle das Land weiter erhöhen wegen der großen Nachfrage. 

Ein Konzept erstellt

Das im vergangenen Jahr durch den LEV erstellte Pflegekonzept habe eine sehr lange Vorgeschichte, betonte Dezernent Martin Schreiner. Zig Politiker hätten das Lierbachtal immer wieder besucht. »Im vergangenen Jahr haben wir gesagt, jetzt ist mal langsam gut, es wurde viel gesprochen, jetzt müssen wir anpacken, wir befragen die Eigentümer nach ihren Vorstellungen zur Entwicklung des Lierbachtales.« LEV-Geschäftsführerin Regina Ostermann habe das sehr ausführlich getan und daraus das Landschaftspflegekonzept erstellt. 

Am Samstagabend kehrte die Helferschar ins Bürgerhaus zurück, um sich bei einer warmen Mahlzeit die verbrauchte Energie zurückzuholen. Ortsvorsteher Matthias Fischer voller Freude und Anerkennung: »An den bearbeiteten Passagen ist es sichtbar, da wurde richtig was geschafft, da ist unser Tal offener geworden. Ihr habt ein tolles Engagement gezeigt.« 

Hintergrund

21.500 Euro für die Offenhaltung

Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel eine sogenannte Förderkulisse wie Landschaftsschutzgebiet oder Biotop vorhanden ist, können Pflegemaßnahmen über die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) finanziell gefördert werden. Ortsvorsteher Matthias Fischer: »Der heutige Tag ist ein erfolgreicher Baustein im Pilotprojekt Offenhaltung Lierbachtal in Zusammenarbeit mit dem LEV Ortenaukreis. Die vorausgegangenen Maßnahmen mit eingeschlossen haben wir jetzt für die Offenhaltung des Lierbachtales insgesamt 21 500 Euro an Fördergelder erhalten.« 

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