Achern / Oberkirch

900 000 Euro weniger Kosten

Autor: 
Cibis Andreas
Lesezeit 3 Minuten
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11. Januar 2012
Michaela Gabriel - Die Arbeiten zur Hangsicherung Obere Bergstraße in Oberachern sollen im Wesentlichen Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Michaela Gabriel - Die Arbeiten zur Hangsicherung Obere Bergstraße in Oberachern sollen im Wesentlichen Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die Kosten für die Hangsanierung Obere Bergstraße in Oberachern werden deutlich geringer als zunächst angenommen. OB Muttach sprach von Minderausgaben von rund 900 000 Euro.

Achern. Im Spätjahr 2009 stand die Acherner Stadtverwaltung unter Zugzwang, was die Hangsicherung Obere Bergstraße in Oberachern anbelangte. Für den neuen Doppelhaushalt musste schnellstens Geld bereitgestellt werden. Die erste Kostenschätzung, die auf Grund des schwer zugängigen Geländes über die Fläche errechnet wurde, belief sich auf rund 2,2 Millionen Euro.

Nun, nachdem die Arbeiten an der Oberen Bergstraße vorangehen, hat die Stadtverwaltung in Sachen Kosten im Bau- und Umweltausschuss am Montag Entwarnung geben können, was die Höhe der Kosten betrifft. Die über zwei Millionen Euro seien auf vier Jahre verteilt veranschlagt gewesen, betonte Oberbürgermeister Klaus Muttach. Rund 900 000 Euro weniger als erwartet werde die Hangsicherung kosten.

Ein Grund dafür ist laut Ralf Volz, Leiter des Fachgebietes Tiefbau, Umwelt und Technik, das Einschalten des Biologen Alfred Winski. Dieser habe viele Tipps gegeben und günstige und wirksame biologische Lösungen gefunden. Die großen Bäume am Hang seien »rausgenommen« worden, erklärte Ralf Volz. Nun müsse ein Pflegeweg geschaffen und die abbruchgefährdete Felsmasse gesichert werden. Als biologisches Mittel würden zudem Haselnusssträucher gepflanzt – dies alles noch in diesem Jahr.

Abriss von Schuppen

Richtung Acher sei indes kein breiter Pflegeweg möglich, nur ein Fußweg. Drei bis vier Schuppen und ein Carport müssen aus Sicherheitsgründen wegfallen. In den ersten Jahren werden hohe Pflegebeträge anfallen. Ralf Volz sprach von 50 000 Euro pro Jahr. Dann werde die Gefährdung minimiert und die akute Bruchgefahr abgestellt. Wenn alles so weit klappt, sollen »die meisten Arbeiten« bis Ende 2012 erledigt sein. 2013 würden dann noch »einzelne Anpflanzungen« anstehen.

Die bislang im Haushalt eingestellten 1,15 Millionen Euro »werden voll verausgabt«, erklärte Bürgermeister Dietmar Stiefel bei der Sitzung am Montag.

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Auf Anfrage von Stadtrat Peter Huber (ABL) verneinte OB Klaus Muttach, dass es Haushaltsreste geben werde. Das liege am neuen Haushaltssystem. Alle Haushaltsansätze, die nicht im Haushaltsjahr beansprucht wurden, fließen in die Liquidität, so der OB.

Die Auflistung der Mittelübertragungen aus dem Projekt Hangsicherung Ober­achern, wie von Stadtrat Peter Huber angefragt wurde, stellt sich wie folgt dar:

Die Mittelübertragungen des Projektes Hangsicherung auf andere Projekte betragen insgesamt 267 310,72 Euro, so die Stadtverwaltung. Das Geld werde folgendermaßen aufge­teilt: 192 000 Euro für das Rückhaltebecken Fautenbach, 18 047 Euro Leasingablöse Fahrzeug Ladog, 42 263,72 Euro Reparaturkosten Ladog und 15 000 Euro Überquerungshilfe Infrastrukturstraße. Für die Maßnahme Hangsicherung Oberachern wurden bisher 308 689,28 Euro verbraucht.

STICHWORTKritik von Rolf Glaser

Rolf Glaser (Bürgerforum) übte harte Kritik an der Stadtverwaltung. »Über die Kostenschätzung bin ich verwundert«, meinte er zum Thema Hangsicherung Oberachern. Es sei »nicht seriös«, im Vorfeld quasi das Doppelte der Kosten anzugeben. Das Bürgerforum habe »schon damals gesehen«, dass die Veranschlagung von rund zwei Millionen Euro viel zu hoch war. Insoweit sei die Feststellung, dass die Hangsicherung deutlich weniger Kosten verursache, »keine Überraschung«. Zudem merkte Rolf Glaser an, dass andere Projekte hätten zurückstehen müssen.

»Wir wussten damals nicht, was auf uns zukommt«, erinnerte Bürgermeister Dietmar Stiefel an die Phase, in der die Stadt das dringende Projekt Hangsicherung angehen musste. Man habe die Kosten dann über die Fläche geschätzt, ohne zu wissen, was im Endeffekt genau an Maßnahmen ansteht. Man habe dabei auch den schlimmsten Fall, den »worst case«, berücksichtigen müssen, so Dietmar Stiefel, etwa Erdbewegungen im größeren Stil.

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