Medizinischer Diskussionsabend

Acherner wünschen sich mehr Hausärzte und Hebammen

Autor: 
Julia Brunner
Lesezeit 3 Minuten
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11. Juli 2019

In intensiven Diskussionen setzten sich die Bürger beim Strukturgespräch zur medizinischen Versorgung im Raum Achern mit den Themenbereichen auseinander. Im Bild Viviane Gerster (Mitte), eine der Zirius-Moderatoren. ©Julia Brunner

Eigene Ideen und Befürchtungen konnten die Acherner Bürger zur medizinischen Versorgung im Ortenaukreis im Rahmen der Agenda 2030 am Mittwochabend im Festsaal der Illenau den Verantwortlichen mitteilen. In vier Arbeitsgruppen diskutierten Experten und Einwohner mehrere Themengebiete.

»In den letzten Monaten hatten wir einige hitzige Gespräche und jetzt möchten wir mit Ihnen eine gute Lösung finden.« Mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Klaus Muttach das »Bürgergespräch zur gesundheitlichen Versorgung in der Region Achertal«. Darin konnten die Bürger über die künftige Gesundheitsversorgung im Landkreis diskutieren.

Nach der Anmoderation durch Vertreter des Zentrums für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (Zirius) übernahmen die beiden Verantwortlichen Janine Feicke, Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK), und Evelyn Bressau, Leiterin der Arbeitsgruppe »Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung im Ortenaukreis«, das Wort.

Praxen werden schließen

»Im Vorfeld dieser Veranstaltung haben wir Bürger, Gemeinden und Ärzte der Region zur haus- und fachärztlichen Versorgung befragt«, sagte Feicke. Dabei habe sich abgezeichnet, dass vor allem der Mangel an Hebammen und Hausärzten viele Menschen beschäftige. Zudem würden in den nächsten fünf Jahren etwa ein Drittel der Hausärzte und 30 Prozent der Fachärzte planen, ihre Praxis abzugeben. Der Ärztemangel sowie Änderungen in der Gesundheitsversorgung durch die Agenda 2030 wurden in den anschließenden Diskussionen intensiv erörtert.

Drei Runden

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In vier Arbeitsgruppen konnten sich die Anwesenden in drei Gesprächsrunden einbringen: Haus- und fachärztliche Versorgung, Notfallversorgung, Nachnutzungskonzepte – bessere Verzahnung bestehender Angebote und Erreichbarkeit von den Leistungen der Gesundheitsversorgung.

Moderiert wurden die Gesprächsrunden von Mitarbeitern des Zirius mit Unterstützung von Fachkräften der Rettungsstelle Ortenau, Notfallmedizinern, Vertretern der Krankenkassen und Kommunalpolitikern. »Wo drückt der Schuh?«, stand groß auf den Plakatwänden und damit durften sich die Bürger auseinandersetzen: Welche Probleme sehen Sie in der Schließung von drei Kliniken im Kreis?

Obwohl nur etwa 20 Bürger der Einladung gefolgt waren, freute sich Bressau über jeden einzelnen. »Wir nehmen die Bürger und ihre Anregungen sehr ernst. Ich denke, in Kehl und Oberkirch werden mehr Menschen kommen. Dort werden ja auch die Krankenhäuser geschlossen, während hier in Achern ein neues gebaut wird.«

Nach drei Diskussionsrunden stellten die Moderatoren die Ergebnisse des Abends vor. Deutlich wurde, dass sich die Bürger vor allem einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zum Krankenhaus wünschen. Zudem sollen mehr Rettungswagen zur Verfügung stehen oder Alternativen zum Transport angeboten werden. Auch für das Krankenhauspersonal wünschen sich die Bürger bessere Arbeitsbedingungen. Die Attraktivität des Achertals soll durch kommunale Anreize verstärkt werden, um neue Haus- und Fachärzte für die Region zu gewinnen.

Die Dokumentation des Acherner Bürgergesprächs wird, nachdem sie zusammengefasst wurde, einzusehen sein unter:

www.ortenaukreis.de/ksk

Stichwort

Ergebnisse

Weitere Bürgergespräche finden in Kehl am 17. September, in Offenburg am 18. September in Lahr am 25. September und in Oberkirch am 26. September statt. Anschließend werden alle Termine ausgewertet. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlung dem Kreistag Ende des Jahres übergeben.

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