Zwei OB-Wahlen in den nächsten Jaren

Acherns OB Muttach: „Ich weiß definitiv nichts“

Autor: 
Andreas Cibis
Lesezeit 4 Minuten
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06. Mai 2021
Zwar freundschaftlich verbunden, aber nicht immer mit den gleichen Interessen: Kehls OB Toni Vetrano und Acherns Stadtoberhaupt Klaus Muttach.

(Bild 1/2) Zwar freundschaftlich verbunden, aber nicht immer mit den gleichen Interessen: Kehls OB Toni Vetrano und Acherns Stadtoberhaupt Klaus Muttach. ©WRO

Erst Bürgermeister, dann Oberbürgermeister: Den Weg von Klaus Muttach gingen auch Toni ­Vetrano und Marco Steffens. Stehen junge Bürgermeister für die nächsten Wahlen schon parat?

Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach kennt sich bestens aus, was die Szene der Rathauschefs in der Ortenau betrifft. Er war von 1993 bis 2007 Bürgermeister von Seelbach, seit 2007 ist er OB von Achern. Er fungierte von 2004 bis 2018 als Chef der CDU-Fraktion im Kreistag und in seiner Anfangszeit als Bürgermeister war er auch als Gastdozent an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl tätig. Wie beurteilt er den angekündigten Abgang seines Freundes Toni Vetrano nach acht Jahren aus Kehl und sieht er mögliche Nachfolge-Kandidaten in der jungen Garde der Ortenau-Bürgermeister?

Vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister: Toni Vetrano ist wie Sie und Marco Steffens den gleichen Weg gegangen. Bedauern Sie, dass er nach nur acht Jahren in Kehl aufhört?


Klaus Muttach: Das ist eine persönliche Entscheidung von Toni Vetrano, die ich nicht zu bewerten habe. Wir beide sind seit langem freundschaftlich verbunden und das wird sich auch nach seinem Ausscheiden als Oberbürgermeister von Kehl nicht ändern.


Wie eng war und ist der Kontakt unter den OBs in der Ortenau?


Die sehr heftige Krankenhausdiskussion in den letzten Jahren hat damals das Verhältnis im Einzelfall sicherlich zeitweise belastet, weil die Interessen unserer Städte, die wir alle engagiert wahrnehmen, bei diesem wichtigen und emotionalen Thema vermeintlich oder auch tatsächlich gegensätzlich waren. Inzwischen ist diese Diskussion abgeschlossen, wir blicken nach vorn und stehen beispielsweise über unseren monatlichen jour fix der fünf Ortenauer Oberbürgermeister im engen Austausch. Wir haben zuletzt Pläne für eine kommunale Digitalisierungskonferenz im Ortenaukreis entwickelt oder beim Ziel, den Ortenaukreis zu einer Modellregion für Corona-Öffnungskonzepte zu entwickeln, eine gemeinsame Initiative ergriffen. Ich nehme gegenseitige Wertschätzung wahr, aber natürlich gibt es auch bei uns gelegentlich kontroverse Positionen.


Wie genau haben Sie den Weg von Toni Vetrano verfolgt?


Mit Toni Vetrano stehe ich seit seiner ersten Wahl in Durbach in engem Kontakt.


Die OB-Wahl in Kehl steht 2022 an, die nächste OB-Wahl in Achern 2023. Wie ist Ihre derzeitige Gefühlslage, was eine weitere Kandidatur in Achern 2023 betrifft und haben Sie sich eine Frist gesetzt, bis wann Sie das für sich entschieden haben wollen?


Jede Lebensbiografie und Entscheidungssituation ist anders. Deshalb ist die Entscheidung von Toni Vetrano weder für mich übertragbar noch hat sie Einfluss auf meine Entscheidung. Ich habe mich vor den bisherigen vier Bewerbungen als Bürgermeister in Seelbach oder Oberbürgermeister in Achern jeweils um die vorausgehende Weihnachtszeit mit meiner Familie beraten und wir haben dann gemeinsam final entschieden. Das wird auch für die OB-Wahl in Achern im Jahr 2023 so sein und ich kann dann die Entscheidung beim Neujahresempfang 2023 bekannt geben.


Ihren Weg, jung Bürgermeister zu werden und dann in der zweiten Amtsperiode für den OB-Posten zu kandidieren, sind auch Marco Steffens und Toni Vetrano gegangen. Ist dies eine logische Karriereplanung?


Ich habe die „Karriere Bürgermeister“ oder später die „Karriere Oberbürgermeister“ überhaupt nicht langfristig geplant. Ich wollte ursprünglich überhaupt nicht Bürgermeister werden und später nach meiner Wahl zum Bürgermeister in Seelbach von dort auch nie mehr weg. Die Einsichten haben sich bei mir diesbezüglich immer entwickelt. Aber tatsächlich war die Bürgermeistertätigkeit in Seelbach eine hervorragende Schule für das spätere OB-Amt in Achern. Ich persönlich und sicher auch die Stadt haben davon profitiert.


2022 in Kehl und 2023 in Oberkirch werden neue Oberbürgermeister gesucht. Können Sie sich vorstellen, dass es junge CDU-Bürgermeister aus dem Ortenaukreis gibt, die dann antreten werden oder ist das eher unwahrscheinlich?


Ich kann mir das sehr gut vorstellen! Dies ist ein Frage der Persönlichkeit, weil sich die Arbeit als Oberbürgermeister von der des Bürgermeisters sehr stark unterscheidet und keinesfalls 1 : 1 übertragen werden kann.


Das klingt so, als hätten Sie einen oder mehrere Ihnen bekannte Bürgermeister im Auge. Wissen Sie um derartige Ambitionen bei Ihren jungen Kollegen?


Ich weiß definitiv nichts von Bürgermeistern selbst über etwaige Ambitionen. Aber ich nehme die Arbeit, Äußerungen und öffentliche Präsentation von Kollegen wahr und bilde mir meine Meinung. Deshalb waren auch die damaligen Bewerbungen von Toni Vetrano und Marco Steffens als Oberbürgermeister für mich keine Überraschung.

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