Achern

Acherns Radler üben Kritik

Autor: 
Redaktion
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21. Februar 2015

Auf ihrem Weg zum Bahnhof haben die Besitzer dieser Räder Vor- und Nachteile des Acherner Fahrradwegenetzes kennengelernt. ©Nicole Rendler

Beim diese Woche in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landet Achern auf Platz 136 der 292 teilnehmenden Städte unter 50 000 Einwohnern. 84 Acherner hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

Unzufrieden sind Acherns Radfahrer vor allem mit der mangelnden Ahndung von behinderndem Falschparken, der mangelnden Wertschätzung und dass viele Radwege zu schmal sind. Positiv bewertet wird die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die freigegebenen Einbahnstraßen und, dass man in Achern zügig voran kommt.
Platz 136 bundesweit
ADFC-Vorsitzender Georg Singrin sagt: »Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt, deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Acherner auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Mit weiteren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z. B. durch breitere Radwege und, dass fließender Radverkehr höher gewichtet wird als ruhender Autoverkehr. Wenn Achern will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss mehr getan werden, vor allem in der Acherner Hauptstraße.«
Achern liegt bundesweit auf Platz 136 in der Kategorie der Städte unter 50 000 Einwohnern, im Landesvergleich auf Platz 20 von 41 und so knapp hinter Lahr. Im Durchschnitt geben die Acherner die Note 3,7, also ausreichend für die Fahrradfreundlichkeit. Außerdem bot die Umfrage Platz, selbst etwas zur Situation mitzuteilen. 44 Acherner antworteten hier zum Teil ausführlich (siehe Infobox).
Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass der Radverkehr bei der Umgestaltung der Hauptstraße vergessen wurde und missbilligen, dass der Autoverkehr immer noch das Lieblingskind der Stadtplaner sei. Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, dass für das Radfahren keine Werbung gemacht werde und die Stadt desinteressiert am Radverkehr sei. Die Gefährdung in Kreisverkehren spiele eine Rolle und fehlende attraktive Abstellmöglichkeiten mit Schließfächern im Zentrum der Stadt. Die Kommentare werden der Stadtverwaltung in voller Länge übergeben. Im letzten Klimatest 2012 hatten von den Städten des Ortenaukreises nur Offenburg und Lahr die Mindestteilnehmerzahl 50 erreicht.
Der ADFC wollte mit zwei weiteren Städten, Achern und Kehl in die Auswertung kommen. Achern hat es geschafft, Kehl nicht. Achern wurde durch die freundliche Unterstützung der Stadtverwaltung von fünf Teilnehmern in 2012 auf jetzt 84 katapultiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit. Über 100 000 Menschen stimmten bundesweit ab: eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem ersten Test im Jahr 2012.

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Meinungen anderer Teilnehmer

◼ »Ausgeschilderter Radweg von Wagshurst nach Rheinbischofsheim (Sportplatz) teilweise sehr schlecht (Grobschotter). Radweg Fautenbach-Renchen teilweise sehr schlechter Zustand (Schlaglöcher).An Radwegen entlang der B3 sehr viel Plastikmüll und zerschlagene Glasflasche, die nie beseitigt werden.«
◼ »Beim Ausbau der Hauptstraße, an der die meisten Geschäfte liegen, wurden zum Teil überdimensionierte Fußgängerwege angelegt und viel Platz für dekorative Blumentröge verschwendet, sodass für einen Radweg kein Platz mehr war.«
◼ »Ich komme aus der Nachbargemeinde von Achern, fahre aber täglich mit dem Rad zur Arbeit in Achern, auf dieser Strecke liegen vier Schulen und der Radweg wird immer gut gereinigt bzw. vom Schneefall befreit 1A.«
◼ »Im Zentrum von Achern muss unbedingt eine Verbindung für Radfahrer vom Marktplatz über den Adlerplatz in Richtung Kirchstraße hergestellt werden. Unverständlicherweise werden z. Zt. Radwege geplant an wenig befahrenen Straßen außerhalb der Stadt, z. B. Önsbach-Mösbach-Waldulm, Großweier-Gamshurst u.a. Die Gelder hierfür sollten besser für Radwege an verkehrsreichen Straßen und im Stadtzentrum eingesetzt werden.«red/nr

Hintergrund

ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist mit mehr als 145 000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC Ortenaukreis setzt sich insbesondere für Tempo 30, durchgängige Radrouten und sichere Abstell­anlagen ein. Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2014 und bundesweite Trends sind zu finden auf www.adfc.de.

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