1200 Euro für Faustschlag

Angeklagter zieht Einspruch gegen Geldstrafe zurück

Autor: 
Bodo G. Toussaint
Lesezeit 3 Minuten
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12. September 2018

Weil er einem Mann einen Faustschlag versetzt, den daraus resultierenden Strafbefehl aber nicht akzeptieren wollte, musste sich ein Mann vor dem Acherner Amtsgericht verantworten ©Matthias Heidinger

Man lebt im selben Viertel, trinkt zusammen ein oder auch mehrere Gläser Bier, streitet sich aber auch. Und in manchen Fällen kommt es zu Auseinandersetzungen, die blutig ausfallen können. Deshalb musste sich ein Kaufmann am Amtsgericht Achern wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.
 

Der Angeklagte hatte einem Bekannten während einer körperlichen Auseinandersetzung einen derart derben Faustschlag ins Gesicht versetzt, dass der Mann eine Platzwunde und mehrere schmerzhafte Prellungen davontrug. Lichtbilder, die Richter Thomas Röber vorliegen, belegen die erheblichen Verletzungen.

Eigentlich war dem Angeklagten wegen des Vergehens lediglich ein Strafbefehl zugestellt worden, in dem er zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Nicht ganz von seiner Schuld überzeugt, legte er gleichwohl Einspruch ein und bekam nun Gelegenheit, sich vor Gericht zu erklären. 

Übel beleidigt

Zuerst habe der offensichtlich stark betrunkene Mann schon am frühen Morgen vor seinem Fenster lautstark randaliert, schilderte er die Situation. Da habe er ihm vom Fenster aus zugerufen, dass er verschwinden solle. »Ich wollte keinen Stress und hatte auch bestimmt nicht vor, ihn zu schlagen«, versicherte er dem Richter. Doch der Betrunkene habe vor seinem Fenster einfach keine Ruhe gegeben, so dass er zu dem Randalierer auf die Straße gegangen sei, um ihn zu beruhigen. Doch da sei er von ihm in unflätigster Weise beleidigt worden. Da habe er ihm dann einfach von der Seite eine gewischt und der Mann sei daraufhin unglücklich gefallen. 

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Der Richter hörte sich die Schilderungen des Angeklagten geduldig an, fragte ihn jedoch anschließend, was er denn mit seinem Einspruch bezwecke. Schließlich habe er doch zugegeben, den Mann geschlagen zu haben. 
Das sei wohl wahr, erklärte der Angeklagte, doch die Geldstrafe des Strafbefehls in Höhe von 80 Tagessätzen zu 15 Euro erscheine ihm denn doch zu hoch, gemessen an dem, was er nach seinem Dafürhalten wirklich »verbrochen« habe. Letztendlich sei er von dem Geschädigten gewaltig provoziert worden.

»Das haben wir schon in unserem Strafmaß berücksichtigt«, klärte ihn die Staatsanwältin auf. »Wir haben anerkannt, dass Sie provoziert worden sind, aber Sie sind auch einschlägig vorbestraft«. 
Richter Röber fügte hinzu, dass selbst bei einem neuen Urteil das Strafmaß demnach keinesfalls geringer ausfallen werde, denn das sei in seinem Falle ohnehin schon im unteren Bereich angesiedelt. 

Wohl nur geringer Trost

Der Angeklagte reagierte sichtbar überrascht. Offenbar war ihm nicht bewusst, dass Gewaltdelikte grundsätzlich mit hohen Strafen geahndet werden und er sogar in seinem Fall mit 80 Tagessätzen schon recht gut bedient war.
So nahm er den Vorschlag des Richters an, den Einspruch wieder zurückzuziehen. Er könne immerhin, so seine Empfehlung, bei der Staatsanwaltschaft eine Ratenzahlung für die 1200 Euro Geldstrafe beantragen. Ob das einen Trost darstellte, war nicht ersichtlich.

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