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Rheinau-Rheinbischofsheim

Antiker Münzschatz ist Unterrichtsthema

Anne-Frank-Gymnasium freut sich über Schenkung
20. Juli 2015
&copy Ellen Matzat

Durch eine großzügige Schenkung des Münzforschers Florian Haymann aus Dresden verfügt das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) seit Februar über eine eigene Münzsammlung aus der Zeit der griechisch-römischen Antike.

»Damit hat das AFG nicht nur Abbildungen, sondern echte Originale zum Anfassen und Erforschen«, erklärte Geschichtslehrer Florian Hellberg, der auch ausgewiesener antiker Numismatiker (Münzforscher) ist und so die Schüler im Geschichtsunterricht für Münzen als Quellen begeistern möchte. Die 16 Münzen aus der griechisch-römischen Antike hat Hellberg inzwischen bestimmt und katalogisiert.

Unter der Lupe

Dass er auch der Kustos (Betreuer) der Münzsammlung ist, versteht sich von selbst. »Vor allem die Klassenstufen sechs und zehn dürfen sich darauf freuen, mit der Lehr-Münzsammlung arbeiten zu dürfen, da dort die griechisch-römische Antike behandelt wird«, erläuterte er. Da sich in der Sammlung auch Münzrepliken (antike oder moderne Nachahmungen) befinden, wird einer der Schwerpunkte in der unterrichtlichen Arbeit auf der Untersuchung von Fälschungsmerkmalen liegen, sagte er.

Florian Hellberg und Florian Haymann verbindet eine gemeinsame Vergangenheit an der Universität Freiburg am Seminar für Alte Geschichte. Sie haben dort zusammen Münzen erforscht, und machen dies auch heute noch. »Als eine numismatische Rarität der Sammlung gilt eine circa 2000 Jahre alte Bronzemünze in Form eines Delfinkopfes aus Olbia (heutige Türkei), die als vormünzliches Zahlungsmittel Verwendung fand«, erklärte Hellberg.

»Es ist sehr schwer genau zu datieren, da auf den meisten Münzen keine Jahreszahlen stehen«, klärte er auf. Weiterhin befinden sich in der Sammlung Silbermünzen, die die Köpfe der römischen Kaiser Vespasian (1. Jahrhundert nach Christus) oder Gallienus (3. Jahrhundert nach Christus) abbilden. Auf den Münzen sind zudem Portraits der antiken »First Ladys«, Götterdarstellungen, Tiere oder Bauwerke wie Tempel oder Altäre.

Seit der Erfindung der Münze um 600 vor Christus hätten sich die Handwerker, die die Stempel angefertigt hatten, stets besondere Mühe gegeben, möglichst ansprechende Bilder herzustellen, konkretisierte Hellberg. Den Zeitgenossen sei dies nicht verborgen geblieben und so legte man schon damals besonders schöne Stücke zur Seite oder vervielfältigte sie beispielsweise in Ton.

◼ Die Abbildungen aller Münzen gibt es im digitalen Münzkabinett unter www.afg-rheinau.de/schule/muenzsammlung.

Autor:
Ellen Matzat

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