Appenweier

Appenweier investiert in die Gemeinschaftsschule

Autor: 
Kerstin Handsteiner
Lesezeit 4 Minuten
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26. April 2017

Nicht nur ein Anbau war für Architekt Lehmann das Ziel der Schulerweiterung. Das Gebäude soll insgesamt ein einheitliches Erscheinungsbild bekommen. ©Gemeindeverwaltung

Die Appenweierer Gemeinschaftsschule war Montagabend wieder einmal Thema im Gemeinderat. Architekt Gerhard Lehmann stellte die Planung der Erweiterung vor und der Gemeinderat mit seinem Beschluss die Weichen für den Baubeginn.

»Wir haben uns mit dem Thema schon ausführlich beschäftigt«, sagte Bürgermeister Manuel Tabor am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderats, dem Architekt Gerhard Lehmann die optimierte Planung und Kostenrechnung für die Erweiterung der Gemeinschaftsschule vorstellte. Tabor sprach mit Blick auf die stabile Entwicklung der Schülerzahlen von notwendigem Handlungsbedarf, aber auch vom Risiko, das mit der Dynamik in der Schullandschaft verbunden sei. Man müsse sich um den Schulstandort bemühen, so Tabor, denn nur eine Grundschule reiche für eine Gemeinde wie Appenweier nicht aus.
Ziel sei nicht nur ein Anbau gewesen, so Lehmann, die Schule sollte insgesamt ein Erscheinungsbild bekommen. Nicht nur die Funktionalität des Gebäudes müsse stimmen, sondern dessen Äußeres auch dem pädagogischen Konzept der Schule entsprechen.
Das Erdgeschoss des Anbaus habe »eine gewisse Verwandtschaft« zum Bestand, befand der Architekt, als er auf dessen Grundriss mit gemeinsamen Eingangsbereich, Mensa und Fachräumen einging. Im Obergeschoss, dem »Herzstück der Schule«, werden drei neue Cluster für Unterrichtsräume gebildet, zudem wird  im Gelenk die Verwaltung (Lehrerzimmer, Rektorat, Sekretariat«) untergebracht. Für Barrierefreiheit sorgt etwa ein Aufzug.
Als Gesamtkosten, die nicht nur den Anbau, sondern auch den Anschluss an das bestehende Gebäude sowie die Mehrwertsteuer umfassen, bezifferte Lehmann mit rund 7,7 Mio. Euro.  Im Haushalt, so Tabor, stehen 793 00 Euro zur Verfügung. Zur Umsetzung der Maßnahme sei kein Nachtragshaushalt notwendig. Die restlichen, erforderlichen Mittel seien über die Haushalte 2018 und 2019 zu finanzieren. 
Eine spätere Aufstockung, etwa mit einer leichten Holzkonstuktion, sei am Anbau statisch möglich, erläuterte Lehmann auf Frage von Ludwig Kornmeier (Grüne). Klaus Sauer (CDU) sprach »zwei grundsätzlich Dinge« an – zum einen, dass man heute ganz klar eine Mensa brauche; zum anderen äußerte er »seinen Unmut« über die Landesregierung und deren »nicht vorhandenes Konzept« in puncto Schule. Das Überleben der Gemeinschaftsschule sei für ihn immer noch ein großes Fragezeichen. Die Planung, so Sauer, sei plausibel, aber von der Nachhaltigkeit des Schulkonzeptes sei er nach wie vor nicht überzeugt. »Ich wünsche aber, dass es nachhaltig ist«, so Sauer, der seine Enthaltung bei der Abstimmung ankündigte.
Richtige Entscheidung
»Die Schullandschaft hat sich verändert, man muss mitziehen«, sagte Pamela Otteni-Hertwig (FW), weshalb es wichtig sei, nun die richtige Entscheidung zu treffen. »Niemand baut eine Schule aus der Portokasse, das macht die Entscheidung so schwer«, sagte schließlich Bürgermeister Manuel Tabor und, dass man »bei der gewaltigen Summe, die Kosten fast alleine trägt«.
Bei zwei Enthaltungen (neben Klaus Sauer auch Edmund Kranz, FV) wurden Architekten und Ingenieure mit den nächsten Schritten – unter Einhaltung von Kostenberechnung und Bauzeitplan – beauftragt. Auf Vorschlag von Franz Bähr (FV) wird zudem noch eine Beleuchtungsvariante mit Led-Lampen durchgerechnet. 

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Der Zeitplan
10. Februar 2014: Erteilung der Genehmigung für die Einrichtung einer zweizügigen Gemeinschaftsschule.
Dezember 2014: Gemeinderat sieht Haushaltsmittel für Architektenwettbewerb und Mehrfachbeauftragung vor.
März 2015: Ausschreibung der Mehrfachbeauftragung mit Festlegung der Architekturbüros; Bildung eines Schulkuratoriums zur Begleitung der weiteren Planungsphasen.
September 2015: Auftrag zur weiteren Verfahrensbetreuung an das Architektenbüro Rosenstiel (Freiburg).
Februar 2016: Festlegung von Raumprogramm und Formulierung des Auslobungstextes.
Juli 2016: Preisgerichtssitzung zur Auswahl des Sieger-entwurfes. Anschließend Auftrag an das Architekturbüro Lehmann (Offenburg) für Grundlagenermittlung und Vorentwurf.
Oktober 2016: Vorlage der ersten Kostenschätzung; Auftrag zur Planungsoptimierung.
Dezember 2016: Abstimmung mit Regierungspräsidium Freiburg; Erarbeitung eines förder- und flächenoptimierten Antrags nach Schulbauförderlinie.
Januar 2017: Antrag bei Land auf Maximalzuschuss von 2,2 Mio. Euro.
Juni 2017: Einreichen des Bauantrags
15. Januar 2018: Baubeginn laut Architekt Lehmann, »wenn alles reibungslos verläuft«.
31. Mai 2019: Fertigstellung.

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