Sasbachwalden

Auch 25 Lehrlinge halfen mit

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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05. September 2015

Innen und außen liefen am Freitag die Arbeiten auf Hochtouren. ©Roland Spether

Das ehemalige Hotel Bel Air musste innerhalb von weniger als 60 Stunden in eine »Bedarfsorientierte Erstaufnahme­einrichtung« (BEA) für mindestens 300 Flüchtlinge eingerichtet werden.

Sasbachwalden. »Es geht doch um Menschen. Alle geben ihr Bestes, damit die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf bekommen«. Kreisbrandmeister Reinhard Kirr brachte auf den Punkt, was alle jene antreibt, die als Handwerker, Helfer, Sicherheitsexperte, Organisator und Koordinator damit beschäftigt sind, 
»Heute um 19 Uhr ist für uns die Deadline«, so Reinhard Kirr, der seitens des Landrats­amtes den Krisenstab der Hilfsorganisationen leitet und mit 150 Hilfskräften wahrlich alle Hände voll zu tun hat. Im Einsatz sind Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Polizei, Malteser Hilfsdienst sowie Ärzte, vor Ort sind auch Vertreter der zuständigen Ämter wie Gesundheitsamt und Katstrophenschutz. Über den Sasbachrieder Feuerwehrmann und Ausbilder Heiko Zorn rückten auch 25 Lehrlinge und Ausbilder der Firma Bosch in Bühl unter der Leitung von Dieter Domröse an, um beim Einräumen der Zimmer zu helfen. Hinzu kommen Facharbeiter, die in Rekordzeit ein Gebäude vom Wasser bis zur Elektrik so »reanimieren«, dass Menschen darin wohnen können. 
»Ich wurde am Mittwochnachmittag dieser Woche informiert und dann lief die Maschinerie an«, so Reinhard Kirr, der erst eine Woche zuvor die gleiche Aufgabe bei der Einrichtung einer Unterkunft in den Offenburger Messehallen leitete. Nun standen er und alle anderen Verantwortliche durch die Größe und Lage des Objektes unter einer völlig neuen Herausforderung. Nach der Anweisung des Kreisbrandmeisters gab es am Mittwochnachmittag zunächst Kontakt zu dem Kommandanten der Feuerwehr Sasbachwalden, Markus König, drei Stunden später fand im Feuerwehrhaus die erste Krisensitzung statt und alles andere lief dann sukzessive an.
Höchstes Lob
Hierbei bewährte es sich vorbildlich, dass die Hilfskräfte im Ortenaukreis und vor Ort seit Jahren sehr gut zusammenarbeiten, jeweils klare Einsatzschwerpunkte haben und im Ernstfall ruhig, sachlich und professionell arbeiten. »Was das THW in kürzester Zeit leistete, ist meisterlich«, so Reinhard Kirr, der wie Markus König den Kameraden aus Achern, Emmendingen, Kehl, Bühl, Biberach und Müllheim höchstes Lob zollte. Denn das THW rückte unter der Leitung von Markus Harter und Ralph Panther (Achern) mit schwerem Gerät inklusive eines Krans an, um die Betten mit entsprechenden Hilfsmitteln in einem Pendelverkehr vor das Hotel zu fahren und auf die Balkone der oberen Etagen zu hieven.
Alle nur erdenklichen einsatzvorbereitende Maßnahmen werden von Kommandant Markus König mit den Kollegen der benachbarten Feuerwehren durchgespielt und zu einem Einsatzplan zusammengefasst. Dieser sieht drei Löschzüge hiesiger Wehren vor, zu denen jeweils auch die Drehleiterfahrzeuge aus  Achern, Bühl und Renchen gehören. Bis Montag, 7. September, werde eine Brandschutzwache auf dem Gelände eingerichtet, danach werde es tägliche Kon­trollen geben müssen. In jedem Zimmer wurden in den vergangenen Tagen auch Punktrauchmelder installiert. Vor Ort seien auch rund um die Uhr Mitarbeiter eines privaten Security-Dienstes.
Das DRK unter Leitung von Kreisbereitschaftsleiter Martin Stiebitz richtet eine Sanitätsstation ein und wird mit Helfern für die Erste Hilfe bereit stehen, es sollen auch zu bestimmten Zeiten Ärzte vor Ort sein.

Info

Spenden

Im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg wird die Unterkunft von der Heidelberger Firma »Caring Hand« betrieben. Spenden für die Flüchtlinge, insbesondere Kleider und Kinderspielzeug, seien willkommen, so Betriebsleiter Servet Gürbüz. Es wird gebeten, die Spenden an eine zentrale Sammelstelle zu bringen. Die Gemeinde Sasbachwalden stellt hierfür einen Container auf dem Parkplatz des Erlebnisfreibads in der Talstraße 53 bereit. Ab heute, Samstag, 14 Uhr, können dort Spenden übergeben werden. sp

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