Notfallversorgung

Deshalb fordert auch Oppenau eine Rettungswache

Autor: 
Bernhard Huber
Lesezeit 4 Minuten
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23. Oktober 2019

Die Stadt Oppenau fordert die Überprüfung der Hilfsfristen in der hauptamtlichen Notfallversorgung und eine Rettungswache im oberen Renchtal. ©Bernhard Huber

Die Stadt Oppenau fordert die Überprüfung der Hilfsfristen in der hauptamtlichen  Notfallversorgung und eine Rettungswache im oberen Renchtal. Der Gemeinderat stellt sich einmütig hinter den gleich lautenden Antrag der Oppenauer CDU (Ortsverband und Fraktion) an  den Bereichsausschuss für den Rettungsdienst im Ortenaukreis – im engen Schulterschluss  mit der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach.

Defizite in der hauptamtlichen Notfallversorgung im Bereich Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach sind die Auslöser des CDU-Antrags. Nach dem Rettungsdienstgesetz soll die Hilfsfrist (die Zeit vom Einfall der Notfallmeldung in der Leitstelle bis zum Eintreffen der Hilfe am Notfallort) aus notfallmedizinischen Gründen möglichst nicht mehr als 10, höchstens 15 Minuten betragen. Die CDU zieht SWR-Recherchen für die Jahre 2016 und 2017 heran, wonach  Notfälle in Oppenau damit rechnen müssen, das der Rettungsdienst erst innerhalb  durchschnittlich 16:17 Minuten eintrifft.

In 45 Kommunen des Ortenaukreises sind diese  Eintreffzeiten zum Teil deutlich geringer als in Oppenau. Lediglich in sechs Kommunen,  darunter auch Bad Peterstal-Griesbach, sind die Defizite in der hauptamtlichen  Notfallversorgung noch größer. „Wir sind unterversorgt, Bad Peterstal-Griesbach noch extremer”, fasste das Bürgermeister Uwe Gaiser in der Gemeinderatssitzung am Montag  zusammen.

„Die Helfer vor Ort des DRK leisten in Oppenau und auch in Bad Peterstal-Griesbach einen sehr wichtigen ehrenamtlichen Job mit vielen Einsätzen pro Jahr und verbessern die Hilfsfristen spürbar oder führen erst zur Einhaltung dieser”, stellt die CDU in ihrem Antrag heraus. Sie meint: „Politisch und im Interesse der Einwohner von Oppenau kann daher nur die klare  Forderung sein, dass grundsätzlich die Notfallversorgung bereits durch hauptamtliche Kräfte  gewährleistet ist und die Verantwortung zur gesetzlichen Einhaltung nicht auf das Ehrenamt  abgewälzt wird.“ Man sei sehr dankbar für die Arbeit der Helfer vor Ort, bekundete der  Bürgermeister, warnte aber zugleich: „Wir müssen uns bewusst machen, dass das auf einem  Ehrenamt basiert und die darin engagierten Menschen auch mal ausbleiben können.“ Deshalb  müssten Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach jetzt sich artikulieren und ihre Position nach  oben tragen. Die beinhalte auch, endlich für eine Finanzierung der Helfer vor Ort zu sichern. Das Stadtoberhaupt sprach von einer “Versagen der übergeordneten Ebene”. “Eine  Notfallversorgung durch Ehrenamtliche, das kann einfach nicht sein”. 

“Gott sei Dank gibt es die Helfer vor Ort des DRK, wir unterstützen wo es geht”, betonte CDU- Fraktionssprecher Klaus Schmiederer. Man müsse jetzt alles tun um den Gesetzgeber und die  Verantwortlichen  zu sensibilisieren. Er freue sich über die Unterstützung aus Bad Peterstal-Griesbach. In Oppenau könne man sicherlich für eine Rettungswache eine geeignete Fläche  finden.

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Mehr Gewicht

In gemeinsamer Solidarität mit Bad Peterstal-Griesbach könne man mehr Gewicht  erzielen,  zeigte sich Gerhard Rauscher, Fraktionsvorsitzender der UWO, überzeugt. „Gesetzliche Vorgaben durch Ehrenamtliche erreichen, das geht gar nicht“, seine Feststellung.

Jörg Peter (CDU) wies darauf hin, dass die Landkreise monatlich ihre tatsächlichen  Hilfslisten vorlegen müssten. Peter: „Wir wollen diese Notfallversorgung , sie wird zwingend  erforderlich und wir haben etwas in petto, wenn es um die Fläche geht.“ Hans Kimmig (UWO) wies auf die Wichtigkeit von Minuten hin am Beispiel eines am Sonntag in der Bimmerle-Halle  verunfallten Handballspielers hin. „Das war jetzt mitten in Oppenau, nicht auszumachen, wenn  der Notfallort weiter draußen im ländlichen Raum liegt.“

In ihrem Antrag an den Bereichsausschuss für den Rettungsdienst spricht die Oppenauer CDU  auch die „unsägliche Diskussion“ um die Weiterführung des Oberkircher Krankenhauses an und  fragt sich, ob eine erweiterte ambulante Notfallversorgung auch in der Neuordnung am  Standort Klinikum Oberkirch wie vorgesehen wahrscheinlich ist. Derzeit müsse man davon ausgehen, dass auch künftig die nächst gelegene Notfallambulanz eher nicht in Oberkirch sei, sondern in einem weiter weg gelegenen Krankenhaus in Achern oder Offenburg. „In Oppenau sind wir von der Unterversorgung somit zukünftig doppelt betroffen, da  neben einer nicht eingehaltenen Frist bei der Anfahrt auch das nächst gelegene aufnehmende  Notfallklinikum weiter entfernt ist“, so die CDU. 

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