Autorenlesung

Der Weg zur Selbsterfahrung bei den Renchener Kulturtagen

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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09. November 2018

Nach der Autorenlesung im Simplicissimus-Haus signierte Kerstin Handsteiner ihr Buch »Helden wie du und ich – Eine Geschichte mit Bildern«. ©Peter Meier

Mit der gut besuchten Autorenlesung der Österreicherin Kerstin Handsteiner im Simplicissimus-Haus der Grimmelshausenstadt wurden die Kulturtage 2018 der Stadt Renchen am Mittwoch fortgesetzt.

Mit dem ersten  Kapitel aus ihrem Buch »Helden wie du und ich - Eine Geschichte mit Bildern« nahm Kerstin Handsteiner, die auch schon viele Jahre bei der Mittelbadischen Presse als Mitarbeiterin und Redakteurin aktiv ist,  die Zuhörer mit auf eine märchenhafte Reise, bei der die Heldin der Erzählung auf der Suche nach dem wer und was wir wirklich sind, wovon wir träumen und wovor wir uns fürchten, typisch menschliche Verhaltensweisen zeigt und so zum Nachdenken anregt. 

»Wir haben heute eine Autorin zu Gast, welche die meisten von uns schon lange kennen«, betonte Bürgermeister Bernd Siefermann bei der Begrüßung und erinnerte daran, dass Kerstin Handsteiner schon vor seit 20 Jahren als Lokalredakteurin über Ereignisse in der Grimmelshausenstadt berichtete. Als er Anfang des Jahres ihr Buch »Helden wie du und ich« zu lesen bekam, habe er sich gefreut und über diese ganz andere Seite von Kerstin Handsteiner gestaunt. Zusammen mit Sabine Berger, die für den Bereich Bildung und Kultur in Renchen verantwortlich ist, kam die Idee zustande, diese Lesung im Rahmen der Kulturtage anzubieten.

Kerstin Handsteiner, die inzwischen wieder in ihrer österreichischen Heimat lebt, aber zeitweise immer noch für die Acher-Rench-Zeitung tätig ist, stellte zunächst ihr Buch kurz vor. 

Es sehe von der Aufmachung und den Zeichnungen her auf den ersten Blick wie ein Kinderbuch aus und könne diesen auch vorgelesen werden, sie habe aber nach der Veröffentlichung mehrfach von Lesern zu hören bekommen, dass die Geschichte sie auf einer anderen Ebene viel mehr als Erwachsene angesprochen habe.

Coaching-Ausbildung

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Zur Entstehung des Buches berichtete sie, dass die Anfänge spontan dadurch entstanden, als sie ihrem Patenkind Strichmännchen malte und auf dessen Fragen hin eine Geschichte erzählt. Da sie damals gerade auch Coaching-Ausbildung absolvierte und dafür eine Abschlusspräsentation über ihre Selbsterfahrung vorbereitete, entstand daraus das erste Kapitel des Buches. 

Und weil diese Präsentation bei ihren erwachsenen Kurskollegen sehr gut ankam, habe sie nach und nach die übrigen sechs Kapitel geschrieben und auch die Bilder dazu gemalt.

Personen ohne Namen

Die Erzählung ist recht ungewöhnlich, denn die Personen darin haben keine richtigen Namen, sondern oft nur Buchstaben als Benennung, und es gibt auch nur märchenhafte Schauplätze – unter anderem ein großes Wasser und einen großen Berg und ein Schloss in einem großen Ort. Warum das so ist, wird auch gleich erklärt: weil es überall auf der Welt solche Helden gibt, an allen Orten. 

»K«, die Hauptfigur der Geschichte, verlässt die Schreibstube ihres Erfinders, um nach einem Lehrer zu suchen, der sie von Traurigkeit und Selbstzweifeln befreien soll. Auf ihrer Reise begegnet sie unter anderem einem Magier in einem dunklen Wald oder in einem grauen Nebel einem pfiffigen Kerlchen, später auch einem Zwerg der Wahrheit. Überall macht sie dabei interessante Erfahrungen über typisch menschliche Verhaltensweisen, besteht eine Reihe von Abenteuern und meistert Prüfungen. 

Immer wieder sieht sie sich Fragen gegenüber, wovor sie am meisten Angst hat, was sie sich am Sehnlichsten wünscht, und kommt dabei ihrem wahren Selbst immer näher.
 

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